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Wie plane ich den perfekten Togian-Trip?

Wir waren sieben Tage auf den Togians und sind mit unserem eigenen Boot von Insel zu Insel geschippert. Die Inselgruppe findet man direkt am Äquator in Sulawesi (Indonesien).
Es war eine unglaublich schöne Woche mit wunderbaren Eindrücken über und unter Wasser.

Togians Malenge Indah, eine Station auf dem Togian-Trip

Da die Anreise nicht ganz so einfach ist, habe ich sie hier mal dokumentiert, was man für einen Togian-Trip im Voraus planen muss und wie die Anreise dorthin ist. Wir haben auf verschiedenen Inseln übernachtet: Kadidiri, Malenge und Batuka und viele schöne Strände und kleinere Inseln besucht. Dabei haben wir auch viele Riffe beschnorchelt und die geniale Unterwasserwelt der Togians bewundern können.

Viel Spaß auf unserem Togian-Trip:

Die Planung des Togian-Trips
Die Fahrt auf die Togians
Als unser erster Seenomaden-Tag auf den Togians
Kadidiri: Jellyfish Lake und andere schöne Strände
Malenge: Ausflug nach Pulau Papan und episch schön in Malenge Indah
Batudaka: Seele baumeln lassen in Poki-Poki
Die Fahrt ans Festland

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Die Felsengräber von Londa auf eigene Faust erwandert

Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Von Kete Kesu aus gingen wir ein kleines Stück in Richtung Hauptstraße zurück und bogen dann links in Richtung Süden auf einen schmalen Weg ab. Irgendwie hatte uns Jürgen verschwiegen, dass wir erstmal einige Höhenmeter zu bewältigen hatten, bevor es mit gemäßigter Steigung weiterging. Ausgerechnet heute hatten wir mal blauen Himmel. Glücklicherweise hat jede Häuseransammlung auch einen Kiosk, wo wir uns ständig mit Wasser eindeckten. An jedem Haus wurden wir mit einem freundlichen Hello gegrüßt und wir setzten die wunderschöne Wanderung durch die Berge fort. Überall werden neue Häuser im Toraja-Stil gebaut oder alte restauriert. 

Die Holzwände sind meist geschnitzt und aufwendig bemalt. Ursprünglich werden die Häuser nur mit Bambus gedeckt. Heutzutage kommt aber noch eine Schicht rotes Wellblech oben drauf, damit es etwas länger hält. Denn durch die starken Regenfälle und die Luftfeuchtigkeit, verwittert der Bambus sehr schnell.

Wir dachten immer, dass es nur ein paar gut erhaltene Toraja-Häuser für Touristen gibt, aber die Menschen leben tatsächlich in diesen Häusern und es gibt viele dieser kleinen Toraja-Dörfer. Dass die Torajas Christen sind konnte man bei unserer Wanderung auch mehrfach feststellen, den hier und da sieht man Kirchen.

Toraja-Haus, Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Kirche Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Querfeldein durch Reisfelder

Landschaftlich war die Wanderung traumhaft. Nachdem wir die Steigungen überwunden hatten, kamen wir in ein weites Tal mit Reisfeldern, das von hohen Karstbergen eingefasst war.

Bisher war die GoogleMaps-Karte immer recht gut, aber dann standen wir an einer Kreuzung, wo rechts hätte eine Straße sein sollen, wir aber nur Reisfelder vorfanden. Wir suchten uns unseren eigenen Weg durch die Reisfelder und hofften, dass wir nicht auf einen Büffel oder Schlangen treffen würden. Bewässerungskanäle und ungünstig abgestelltes landwirtschaftliches Gerät, erschwerten unsere Tour, aber letztendlich schafften wir es wieder auf eine anständige Straße zu kommen, die uns direkt ans Ziel brachte: Die Felsengräber von Londa.

Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Wanderung durch Reisfelder von Kete Kesu nach Londa

Wanderung durch Reisfelder von Kete Kesu nach Londa

Die Felsengräber von Londa

Auch hier durften wir wieder einen Eintritt von 20.000 IDR pro Nase entrichten, was sehr angenehm war, da man so als Familie nicht ständig Unsummen an Eintrittsgeldern zahlen muss. In der Regel ist Mattis kostenlos, Svenja zahlt nur manchmal, weil nach der Körpergröße beurteilt wird. Inzwischen war es später Nachmittag und wir hatten das Areal für uns ganz alleine.

In Londa hat man auch eine Felswand mit Gräbern und einen Balkon, der voll mit Tau-Taus war. Sie sahen so echt aus, dass man den Eindruck hatte von oben herab beobachtet zu werden. Dass es sich um adelige Verstorbene handelt, sieht man schon an der würdevollen Kleidung und Haltung der Tau-Taus. Je höher der gesellschaftliche Status, desto höher liegt der Sarg in der Felswand.

Auch hier gab es ein Höhlensystem, wo Särge abgestellt wurden. Schon ein wenig gruselig, da nicht mehr alle Särge geschlossen waren und man Einblick auf Gebeine und Mengen an Zigaretten hatte. 

Tau-Taus, Felsengräber von Londa

Särge, Felsengräber von Londa

Tau-Taus, Felsengräber von Londa

Särge, Felsengräber von Londa

Särge und Tau-Taus, Felsengräber von Londa

Totenköpfe, Felsengräber von Londa

Felsengräber von Londa

Als wir die 2 km zurück zur Hauptstraße gewandert waren, hatten wir eindeutig genug vom Laufen. Eigentlich hätten wir uns noch gerne die Felsengräber von Lemo angeschaut, aber das verschoben wir auf morgen und hielten uns ein Bemo an. Wir quetschten uns zu den anderen Mitfahrern und ließen uns nach Rantepao zurückbringen. 

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Die Felsengräber von Kete Kesu auf eigene Faust

Da wir keine Lust hatten, uns nochmal von dem Guide abzocken zu lassen, haben wir unsere eigene Tour geplant. Mit unsere Wander-App Komoot erstellten wir eine Tour, die die Felsengräber von Kete Kesu und Londa mit einander verbinden sollte. Wir mussten aber feststellen, dass es keine Offline-Karte für Sulawesi gab. Deshalb behalfen wir uns mit GoogleMaps und luden die Karte für Rantepao runter, bevor wir unseren Ausflug starteten.

Mit dem Bemo nach Kete Kesu

Die meisten Bemos (Sammeltaxi) in Rantepao fahren in die Provinzhauptstadt Makale. Wir wollten aber zu den Felsengräbern von Kete Kesu, die etwa 2,5 km südöstlich dieser Hauptstraße nach Makale liegen. Ein Bemofahrer, der leer rumstand, erbarmte sich und brachte uns für 50.000 IDR direkt zum Eingang von Kete Kesu. 

Das Toraja-Dorf Kete Kesu

Wunderschöne alte Toraja-Häuser und Reisspeicher mit Moosen und Farnen auf den Bambusdächern, kann man bewundern, wenn man den obligatorischen Eintritt von 20.000 IDR pro Nase bezahlt hat. Uns interessierten aber mehr die Felsengräber.

Kete Kesu

Kete Kesu

Kete Kesu

Tau-Taus, die Ebenbilder der Toten

Vor den neueren Gräbern sitzen Tau-Taus, das sind aus Holz gefertigte Ebenbilder der Verstorbenen, die sogar deren Klamotten tragen! Von den älteren Gräbern wurden die Tau-Taus oft gestohlen, da sie sehr wertvoll sind.

Tau-Tau in Kete Kesu

Tau-Tau in Kete Kesu

Tau-Tau in Kete Kesu

Die Felsengräber von Kete Kesu

An den Kalksteinwänden wurden in schwindelerregender Höhe kleine Höhlen für die Särge geklopft, um so die Gebeine und Grabbeigaben vor Raub zu schützen. Manche Särge stehen aber einfach auch nur auf dem Boden, durch das verwitternde Holz fallen langsam die Knochen raus. Hier und da starrten einen leere Schädel an. Teilweise sind die Gräber über 500 Jahre alt, was man ihnen auch ansieht!

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Höhlenwanderung zwischen Totenschädeln und Knochen

Wenn man die an der Felswand entlangführende Treppe bis ganz hoch kletter, hat man die Möglichkeit, die Höhlen zu erkunden. In dem Höhlenlabyrinth waren Holzsärge unterhalb der Decken deponiert und von den Höhlenwänden herab, hingen Fledermäuse. Ohne Taschenlampe ist man aber aufgeschmissen und klitschig ist es obendrein, weil es durch den porösen Kalkstein tropft.

Felsengräber in Kete Kesu

Felsengräber in Kete Kesu

Felsengräber in Kete Kesu

Auf jeden Fall ist diese Aufbewahrung der Toten stark gewöhnungsbedürftig. Wer ein Problem hat, sich Gebeine und Totenschädel anzuschauen, der sollte die Felsengräber von Kete Kesu vielleicht nicht besuchen. Wir fanden etwas zwar etwas befremdlich, aber trotzdem sehr spannend. Gerade weil es eine uns total unbekannte Art der Bestattung darstellte.

Wertvoller Albino-Büffel

Während wir vor unserer großen Wanderung zu den Felsengräbern von Londa, nochmal schnell eine Toilette heimsuchten, fanden wir diesen sehr seltenen Albino-Büffel in einem Stall.

Albino-Büffel, Kete Kesu

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Der legendäre Büffelmarkt Pasar Bolu in Rantepao

Büffel, Pasar Bolu

Auf dem Büffelmarkt Pasar Bolu

Wir hatten das unwahrscheinliche Glück, dass gerade der legendäre Büffelmarkt Pasar Bolu stattfinden sollte. Also enterten wir an der nächsten Straßenecke ein nördlich fahrendes Bemo. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Markt fährt, ist relativ groß und der Fahrer versicherte uns auch, dass wir richtig wären.

Der Pasar Bolu besteht eigentlich aus zwei Märkten, einem täglich stattfinden Markt und einem Büffelmarkt, der alle sechs Tage abgehalten wird.

Büffel soweit das Auge reichtet!

Hier also werden die ganzen Büffel vertickt, die auf den Reisfeldern stehen oder bei Beerdigungen geopfert werden. Büffel soweit das Auge reichtet! Die meisten waren mit Nasenring angeleint, was auch gut so war, denn es waren schöne kraftvolle Tiere mit teilweise beeindruckenden Hörnern. Viel Büffel wechselten den Besitzer, mit kleinen LKWs werden sie an- und abtransportiert. Man kümmert sich rührend um die Tiere, ständig bekommen sie einen Eimer voll Wasser über das Fell geschüttet. Die Büffelbesitzer bürsten sie, bis das Fell majestätisch in der Sonne glänzt.

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Der Tagesmarkt Pasar Bolu

Auf dem normalen Markt erhält man die Dinge für den täglichen Bedarf. Dieser Teil des Pasar Bolu ist überwiegend überdacht. An den Ständen findet man frischen Toraja Hochlandkaffee, scharfe Chilis in allen Farben und Formen, Hülsenfrüchte, Tofu, Reis, frisches Obst und Gemüse. Hier gibt es auch das seltsam aussehende Gebäck, welches man bei Toraja-Beerdigungen den Gästen mit Tee reicht. Fleisch, getrockneten Fisch und auch lebende Tiere werden zum Verkauf angeboten, genauso wie Kleidung, Schuhe, Korbwaren und sonstige Haushaltsgegenstände.

Die Gerüche sind intensiv und so viele bunten Farben treffen auf die Netzhaut. Deshalb schreckt man auch nicht zurück, Küken bunt einzufärben, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen! 

Kaffee, Pasar Bolu

Chilis, Pasar Bolu

Bohnen, Pasar Bolu

Getrockneter Fisch, Pasar Bolu

Pasar Bolu

Reis, Pasar Bolu

Hühner, Pasar Bolu

Kücken, Pasar Bolu

Wir hatten erstmal genug und machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Transportmittel zu den Felsengräbern von Kete Kesu.

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Zu Gast bei einer Tana Toraja-Beerdigung

Tana Toraja Beeredigung

Unter dem Reisspeicher vor unserem Bungalow saß am Morgen ein Guide und bot seine Dienste an. An die Preise hier muss man sich auch erstmal gewöhnen. Für drei Tage (Beerdigung, Ke’te‘ Kesu‘, Londa, Lemo) wollte er 365€ haben – geht’s noch?! Ok, dann probierten wir es mit nur einem Tag Tana Toraja-Beerdigung und ein Wanderung und noch ein paar Besichtigungen – 170€, was die Sache nicht viel besser machte. Als ich nach Preisen in Rupien fragte, kamen plötzlich 1.400.000 IDR (90 €) raus. Dafür müssten wir aber die Eintritte und unser Mittagessen übernehmen (machen wir doch gerne, da der Eintritt bei Sehenswürdigkeiten max. 20.000 IDR pro Person kostet und manchmal sind auch ein oder zwei Kinder frei).

Seinen Berechnungen nach sollten 600.000 IDR für das Auto mit Fahrer sein, 550.000 IDR für ihn und 250.000 IDR für das Beerdigungsgeschenk. Wir landeten letztendlich bei 1.300.000 IDR was immer noch völlig überzogen war, aber Jürgen wollte um jeden Preis auf eine Tana Toraja-Beerdigung und diese war angeblich von einer sehr wohlhabenden Persönlichkeit und sehr weit oben in den Bergen.

Gerüche und Eindrücke, die überwältigen

Das Auto machte sich also mit uns auf den Weg in die Berge. Wir verließen kurz hinter Rantepao die Straße. Ab da ging es nur noch auf einem sehr schmalen Feldweg steil bergauf. Zum Glück gab es meist nur Motorräder als Gegenverkehr. Über eine Stunde lang fuhren wir immer höher in die Berge und waren froh, dass wir Vierradantrieb hatten.

Am Ziel angekommen begrüßte uns schon der Gestank und das Gequieke von Schweinen. Diese lagen an mehreren Stellen mehr oder weniger lebendig an Bambusstangen gefesselt im Dreck. Der Weg zum Dorf war gesäumt mit Verkaufsständen und es drängten sich viele Menschen in Richtung Dorf.

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Festlich geschmücktes Toraja-Dorf

Die Beerdigungszeremonie fand in einem traditionellen Toraja-Dorf statt, welches für diesen Anlass etwas umgebaut wurde. Auf der einen Seite befinden sich immer die Reisspeicher (Alang) und gegenüber die nach Norden ausgerichteten Wohnhäuser (Tongkonan) der adeligen Dorfbewohner. Unter allen Wohnhäusern und Reisspeichern waren Sitzflächen installiert worden, wo einige hundert Menschen saßen. Außerdem waren zusätzliche Gebäude errichtet worden, die den Verwandten des Toten Platz zum Sitzen boten. Auf einem dieser provisorischen Gebäude befand sich der Sarg des Verstorbenen.

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Eine Tana Toraja-Beerdigung ist eine teure Angelegenheit

In der Mitte befand sich ein großer Platz auf dem eine handvoll Schweine im Morast lagen und ein Mann mit Mikrofon vor einigen Büffeln stand und verlas, wer diesen stattlichen Wiederkäuer als Geschenk mit gebracht hatte. Danach wurde das Tier abgeführt. Diese Daten wurden genaustens notiert, denn Sterben ist bei den Toraja eine teure Angelegenheit und die Familie, die gerade das Begräbnis ausrichtet, steht somit in der Schuld des Spenders. Das Ganze Leben der Toraja ist auf das Sterben fokussiert. Die Familie des Toten kann die Begräbnisfeier erst ausrichten, wenn sie die Kohle dafür zusammen hat. Der Tote muss in der Zeit im Südzimmer warten und gilt als sehr krank. Er bekommt auch kleinere Speisen vorgesetzt. Damit er nicht bei der Hitze zu müffeln anfängt – so eine Krankenzeit kann auch schon mal zehn Jahre betragen – wird Formalin in den Körper injiziert und der Leichnam mumifiziert.

Dieser Begräbnistourismus mag für uns makaber erscheinen, ist aber für die Familie des Verstorbenen eine Ehre und dezimiert auch ein wenig die Kosten. Denn wenn einer so wichtig war wie unser Toter, dann müssen für den mindestens 22 Büffel und eine Menge Säue im Rahmen der Beerdigung geopfert werden. Er hatte zudem noch Glück, denn er musste nur ein Jahr auf seine Beerdigungszeremonie warten und sogar der Gouverneur war anwesend.

Während wir einen Platz fanden – möglichst weit weg von den riesigen Lautsprechern –  filmte jemand das ewig lange Verlesen der Büffel- und Säuenspender. Wahrscheinlich für die spätere Abrechnung unabdingbar. Wir hingegen bekamen papp-süßen Tee und sehr unterschiedliches, leckeres Gebäck gebracht und durften der Tochter eine Stange Zigaretten als Gastgeschenk überreichen, als sie uns begrüßen kam.

Feines Tuch und viel Blut

Die Kleidung der Gäste war meist schwarz, was auch wir so gut es ging befolgten. Die Angehörigen waren alle in feines Tuch gehüllt: Orange-rot und ein wenig weiß und schwarz sind nicht nur die Farben der Kleidung, sondern auch die der Bemalung der Häuser. Die Tana Toraja weben ihre Stoffe für die traditionellen Gewänder immer noch selbst.

Zum Glück werden die Tiere erst morgen geschlachtet, der Anblick heute hatte schon völlig gereicht. Die Schweine sind wohl intelligent genug, um zu wissen, was ihnen bevorsteht. Dementsprechend wehrten sie sich, als sie über den Platz gezerrt wurden. Das Geschrei war groß und im Matsch wurden die Blutlachen immer größer. 

Mit großem Tamtam hüpften einige Schamanen barfuß durch den Schmodder. Gefolgt von der näheren Verwandschaft. Parallel dazu hatte sich ein Kreis mit Männern formiert, die um ein paar abgetrennte Büffelhörner und Schweine im Kreis händchenhaltend tanzten. Das Gefolge nahm in einem eigens dafür aus Bambus errichteten Haus Platz.

Wir nahmen auch Abschied, denn als einem Schwein gerade mit einem Flammenwerfer die Borsten abgesengt wurden, war das genug, was unsere Kids und auch wir an einem Tag aufnehmen konnten.

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Malerische Wanderung durch Reisfelder

Wir juckelten wieder talwärts und hielten in einem Dorf, wo wir in einem Warung der gleichzeitig Tante Emma Laden war, sauscharfe Nudelsuppe aßen. Gut gestärkt konnten wir so zu einer wunderschönen Wanderung durch die Reisfelder starten. Teilweise war es gar nicht so einfach, da man nur einen schmalen Grat hatte auf dem man laufen konnte. Sollte man abrutschen, so versinkt man bis zum Knie im Schlick des Reisfeldes. Genauso, wie die Büffel, die sich demonstrativ in den Weg stellten. Meist liegen sie auch einfach nur im Morast und haben Gesellschaft von einem weißen Reiher, der ihnen die Parasiten aus dem Fell pickt.

Für den besonderen Nervenkitzel gab es zwischendurch immer wieder mal eine „Brücke“. Das waren meist zwei oder drei Bambusstangen die über den Wasserlauf gelegt waren, die sich ganz ordentlich unter unserem Gewicht bogen.

Soto Ayam Nudelsuppe

Reisfelder in Tana Toraja

Büffel im Reisfeld

Reisfelder in Tana Toraja

Büffel im Reisfeld

Wanderung durch die Reisfelder in Tana Toraja

Bambusbrücke in Tana Toraja

Reisanbau ist echte Knochenarbeit

Auf den Reisfeldern arbeiteten sehr viele Menschen Hand in Hand. Die Bauern pflanzen den Reis büschelweise an, deshalb kann er auch genau so wieder mit der Sichel abgeschnitten werden. Diese Büschel liegen erstmal zum Trocknen auf dem Reisfeld. Jeder Reisbauer hat wohl so seine eigene Technik, um die Reisgarben zu trocknen. Entweder werden die Büschel zusammengebunden und stehen wie kleine Wigwams rum oder sie werden zu einem Turm im Kreis aufgeschichtet. Meist zu zweit dreschen die Feldarbeiter die getrockneten Reisbüschel an einen Holzbottich und die Reiskörner landen dadurch in einem Sack.

Keine Ahnung, wie viel so ein Feld abwirft, aber es kann nicht wirklich lukrativ sein, denn für schwarzen Reis haben wir 30.000 IDR gezahlt und der rote war auch nicht teuer. Weißer Reis kostet 10.000 IDR pro Kilo also gerade mal 65 Cent.

Tana Toraja Reisfelder und Reisgarben

Reisernte in Tana Toraja

Reisernte in Tana Toraja

Reisgarben

Reisgarben

Reisgarben

Reisernte in Tana Toraja

Tana Toraja Reisfelder und Reisgarben

Tongkonans eines typischen Toraja-Dorfes

Wir passierten noch das ein oder andere Toraja-Dorf und in allen standen die wunderschönen traditionellen Tongkonan-Häuser mit ihren filigranen Schnitzmustern und aufwendigen Malereien, sowie die dazugehörigen Reisspeicher. Hin und wieder kommt man auch zu einer Baustelle, wo gerade wieder so ein Holzhaus neu errichtet wird. Es ist schön zu sehen, dass diese Tradition hier überall in der Region bewahrt und gelebt wird und es sich nicht darauf beschränkt, ein paar malerische Häuschen für die Touristen stehen zu lassen. Natürlich gibt es neben den traditionellen auch einige „normale“ Holz- oder manchmal auch Steinhäuser, die am Rand der Dörfer stehen und zusätzlich zu den traditionellen Behausungen genutzt werden, denn die drei Räume der Holzhäuser sind nicht sehr geräumig und Kochen in so einem Haus ist ja auch ziemlich gefährlich.  

Sobald man sich einem Toraja-Anwesen näherte, schlugen die Hunde an. Sie bellten und knurrten bis man am Haus vorbei war, mehr aber auch nicht.

Tana Toraja Reisfelder

Ein Tongkonan (typische Toraja-Dorf)

Ein Tongkonan (typische Toraja-Dorf)

Reisspeicher in einem Toraja-Dorf

Weberin in einem Toraja-Dorf

Die Megaltihen-Felder in Tana Toraja

Auf dem Rückweg fuhren wir noch an Megalithen vorbei. Nur den Adeligen ist es vorbehalten, sich einen Hinkelstein aufzustellen. Die Steine markieren aber nicht das Grab, sondern werden im Rahmen der Begräbniszeremonie an speziellen Orten („Rante“) aufgestellt. Da sie meist ohne Inschrift sind, wird von Generation zu Generation weitergegeben, wessen Gedenkstein das ist. 

Megalithen in Tana Toraja

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Höllentrip von Tentena nach Rantepao

Gestern hat unser Fahrer noch hin und her überlegt, welche Strecke er von Tentena nach Rantepao nehmen soll. Die kurze an der Ostseite des Sees, die wegen Erdrutschen häufig gesperrt wird oder lieber die lange Strecke, die am Westufer verläuft, aber sehr schmal und schlecht ist.

Extrem schlechte Strecke

Um 7:15 Uhr starten wir und nahmen – die lange schlechte Route. Und schlecht war wirklich nicht übertrieben! Die schmale kurvige Straße hatte nur selten Asphalt und wenn, dann war er übersät mit Schlaglöchern. Die eh schon schlechten Stoßdämpfer schlugen des Öfteren durch. Verkehr gab es kaum, das war auch gut so, denn die Straße war nicht viel breiter als ein Auto.

Fahrt von Tentena nach Rantepao am Poso See

Für die ersten 60 km brauchten wir fast zwei Stunden. Danach waren wir bei Pendolo wieder auf der regulären Straße, die aber auch nicht wirklich gut war. In der Ebene nach dem See gab es eine kurze Erholung für das Gesäß, danach ging es wieder hoch in die Berge. 

Für manche zu kurvenreich!

In der Provinz Sulawesi Selatan war die Straße dann zwar besser, aber dafür an vielen Stellen matschig oder der Straßenbelag war weggebrochen. Viele Kilometer ging es in Serpentinen hoch ins Gebirge und später wieder runter. Einen LKW, der Flüssigkeit in großen Behältern geladen hatte, war das nicht so gut bekommen. Die Ladung hatte sich aufgeschaukelt und war mit samt dem Laster umgekippt. 

Fahrt Tentena nach Rantepao LKW umgekippt

Gegen 14:00 Uhr hielten wir zum Mittagessen und trafen ein französische Pärchen zum x-ten Mal an diesem Tag wieder. Seit Gorontalo treffen wir uns nun schon. 

Schmetterling

Fahrt von Tentena nach Rantepao Wasserfall

Fahrt von Tentena nach Rantepao Wasserfall

Bisher war kaum Verkehr, das änderte sich nun, da die Straße überwiegen gerade verlief bis Palopo. Unser Fahrer hatte wohl gemerkt, dass wir schon spät dran waren und legte einen Zahn zu. Bei dem Verkehr nicht witzig!

Von Palopo nach Rantepao waren es nochmal 60 km, die extrem kurvig waren und in die Berge hochgingen. Und nochmal legte der Fahrer einen Zahn zu, da es langsam dunkel wurde. Im diffusen Licht sah man schon hier und da die schönen Häuser der Toraja stehen.

Heil in Rantepao angekommen

Als wir Rantepao erreichten, war es stockdunkel. Für die etwas mehr als 300 km haben wir über 12 Stunden gebraucht. Im Vergleich zu anderen Reisenden sind wir also schnell durchgekommen, denn die haben von Rantepao nach Tentena auch schon mal 18 Stunden gebraucht!

Wir wurden zum Duta 88 gebracht und waren hin und weg von unserer neuen Unterkunft. In einem total mit Pflanzen bewachsenen Hinterhof standen mehrere Häuser im Toraja-Stil inklusive Reisspeicherhäuschen. Wir bekamen zwei schnuckelige Bungalows mit Veranda und inkl. Frühstück für 200.000 IDR bzw. 50.000 IDR mehr, für die extra Matratze.

Unser Wirt Nikolas kümmerte sich rührend um uns und brachte Jürgen persönlich zur nächsten ATM und uns später zu einem guten Restaurant. Nach so einem Höllentrip darf man sich was Gutes tun!

Rantepao Duta88 Reisspeicher

Rantepao Duta88 unser 2 Bungalows

Rantepao Duta88 unser Bungalow

Rantepao Duta88 unser Bungalow

 

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Verschollen am Salopa-Wasserfall bei Tentena

Beim Frühstück tauschte ich mich mit einer Holländerin aus, die super Deutsch sprach. Ich konnte sie mit Tipps für die Togians versorgen, sie mich mit Empfehlungen für Rantepao und Makassar. Unser neuer Fahrer gondelte uns sehr gemütlich zum Salopa-Wasserfall bei Tentena. Er liegt am Nordwestufer des Sees ungefähr 18 km  von Tentena entfernt.

Grusel Markt

Auf dem Weg dorthin hielten wir bei einem einheimischen Markt an. An den etwas weiter vom Eingang entfernten Verkaufsständen wurde es dann schon sehr speziell. Es gab Hinterläufe von ziemlich dunkeln haarigen Schweinen und Fledermaus oder Flughundflügel. Gegrillte Flughunde und andere Dinge, die einen dem Magen umdrehten, lagen schön geröstet und aufgereiht zum Verkauf bzw. Verzehr bereit.

Tentena Markt Gemüse

Tentena Markt Hühner

Tentena Markt Flughunde

Tentena Markt geräucherte Fische

Tentena Markt Fische

Tentena Markt Chilis

Balinesisches Dorf

Es war schon etwas strange, als wir plötzlich durch ein balinesisches Dorf fuhren. Es hätte genauso gut bei den Reisterrassen von Jatiluwih stehen können. Alle Anwesen waren mit Mauern umgeben und innerhalb standen neben dem Wohnhaus auch noch kleinere Tempelchen für die Ahnen. 

Der Weg vom balinesischen Dorf bis zum Wasserfall war unter aller Sau, da er gerade neu gemacht wurde. War ich froh, dass wir uns keine Motorräder ausgeliehen hatten, wir wären im Schlam versunken und wäre umgedreht.

Tentena Reisfelder

Salopa-Wasserfall

Wenn man mal seinen obligatorischen Eintritt für den Salopa-Wasserfall gezahlt hat, muss auf einem betonierten Weg laufen, der in den Dschungel reinführt. Dort wurde es merklich kühler und sehr feucht. Der Salopa-Wasserfall ist riesig und kaskadiert über ewig viele Kalksinter-Terrassen in die Tiefe. Der Aufstieg war feuchter als gedacht, weil immer noch täglich Regen runterkommt, obwohl schon seit mindestens zwei Monaten Trockenzeit sein sollte.

Teilweise waren die betonierten Treppenstufen vom Wasser überspült, so dass man in den Dschungel ausweichen musste, um weiter aufsteigen zu können. Im oberen Teil wurde es sehr steil und man konnte sich nur noch an den Baumwurzeln nach oben ziehen. Aber irgendwann war dann Endstation und es ging nur noch senkrecht über rutschigen Fels aufwärts. 

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall Baum

Tentena Salopa-Wasserfall Tausendfüssler

Jürgen im Dschungel verschollen

Hoch ist ja noch einfach, runter war es schon eine Herausforderung. Die Zwillis waren schon runtergeklettert, Jürgen noch beim Fotografieren, als er beim Abstieg entschied mal einen Seitenpfad auszuprobieren. Wir warteten 20 min – kein Jürgen. Ich stieg nochmal den ganzen Weg auf bis zur Kreuzung, wo Jürgen verschwand und rief nach ihm. Nichts, da der Wasserfall alle Geräusche übertönte. Für uns sah es so aus, als wollte er quer durch den Dschungel zum Ausgang laufen. Ich hasse solche Alleingänge! Nach weiteren 20 min Wartezeit zogen wir uns ins Warung in der Nähe des Eingangs zurück, weil es uns zu kalt und zu feucht wurde.

Der Besitzer des Warungs und ein Franzose machten sich auf die Suche und kamen bald mit Jürgen zurück. Der hatte einfach einen besseren Pfad zu einer weiteren Stufe des Wasserfalls entdeckt. Wir blieben im Warung noch zu Mittag. Der hilfreiche Besitzer zeigte uns ganz stolz seine unterschenkeldicken Aale, aber wir nahmen letztendlich dann doch lieber das Bio-Huhn, was hier durch den Garten hüpfte.

Baden am Siuri-Beach

Danach quälten wir uns durch den Matsch zurück in Richtung See und fuhren zu einem Strand zum Baden. Die Cottages am Siuri-Beach sahen ja noch ganz gut aus, aber das Restaurant wenig einladend, was für ein Glück , sind wir hier nicht abgestiegen, denn das hatte ich ursprünglich ausgewählt, bevor ich den Tipp mit dem Hotel Victory bekommen hatte.

Tentena Danau Poso am Siuri-Beach

Tentena Wasserfall

Fledermaus Höhlen

In Tentena in der Nähe des Flusses ist ein Höhle, die wir noch erkunden mussten. Ohne Taschenlampe wäre man dort aufgeschmissen gewesen, da man erstmal runter in das Höhlensystem klettern muss. Immer wieder gibt es Lichtblicke, wo Sonnenstrahlen durch die löchrige Decke des Karstgesteins dringt. Sie erleuchtete Ansammlungen von Gebeinen, Fledermäuse gab es aber keine in den Höhlen, wo wir uns reinzwängen konnten.

Tentena Poso Fluss Aalfang

Tentena Poso Fluss

Tentena Fledermaushöhle

Tentena Fledermaushöhle

Tentena alte Brücke

Tentena Danau Poso

Am Abend trafen wir die Schweizer wieder, die wir in Kadidiri Lestari kennengelernt hatten. Die Welt ist klein!

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Tentena am Danau Poso

Togians Inseln

Abschied von den Togians

Schweren Herzens mussten wir die Togians hinter uns lassen. Kurz nach 9 Uhr fuhr uns Uja an den Pier der Bomba Divers. Um das Speedboot nach Ampana abzufangen, fuhr Uja mit dem Boot raus aufs Meer. Zum Glück war es noch nicht komplett gefüllt, so dass wir gerade noch reinpassten. Das Speedboot ist mit 130.000 IDR/Person zwar erheblich teurer als das Public Boat, fährt aber zwei Mal täglich und braucht nur 40 Minute bis Ampana. Damit erspart man sich eine Nacht in Ampana und kann gleich weiterreisen.

So schnell kann es gehen

Da wir im Boot ganz vorne saßen, gingen wir auch als erstes von Bord, als wir im Hafen anlegten. Dann ging alles ganz schnell: Ein Mann fragte uns, wohin wir wollten und schon hatten wir für 800.000 IDR unseren Toyota Avanza für uns alleine nach Tentena. Der Fahrer war flott unterwegs, aber nicht halsbrecherisch und hatte einen ausgefallenen Geschmack, was die Innenausstattung seines Autos betraf.

Tentena Fahrt im Auto

Tentena Fahrt Tankstelle

So kann man Restaurantbesitzer schocken

Als er nach 1,5 h zum Mittagessen hielt und uns in die Küche eines kleinen Restaurants führte, war der Besitzer ganz schockiert, dass wir heftig den Kopf schüttelten, als er uns die Kiste mit dem Fisch zeigte. Unser Fahrer sprach Null Englisch und holte sich telefonisch Hilfe. Ich erklärte kurz, dass wir eine Woche lang Fisch gegessen hätten und halt alles essen würden, nur keinen Fisch. An einiger Fahrtzeit hielten wir an einem Warung und bekamen die gewünschte Soto Ayam (Hühnersuppe) und die vielleicht schlimmste Toilette Sulawesis. Ich erspare euch mal weitere Einzelheiten.

Die fünf Stunden bis Tentena waren teilweise eine holprige Angelegenheit. Durch einen kurzen Regenschauer wurde die Straße in einen kleinen Fluss verwandelt, der jede Menge kleineres Geröll mit sich trug.

Tentena liegt am nördlichen Ufer des riesigen Danau Poso auf 600 m Höhe umgeben von Bergen. Mit 320 km² ist er der drittgrößte See Indonesiens, der an manchen Stellen bis zu 450 m tief ist. Die Gegend ist bekannt für ihre Aale, die der Fluss Poso mit sich führt, welcher vom Poso See in Richtung Norden in den Golf von Tomini abfließt.

Tentena am Danau Poso alte Brücke

Tentena Fluss Poso

So sieht gute Dienstleistung aus!

Das Hotel Victory wurde uns schon von anderen Reisenden empfohlen und hatte noch zwei Zimmer frei, eines sogar mit zwei Doppelbetten. Das Mädel an der Rezeption (Nomi) sprach nicht nur super Englisch, sie erklärte uns auch genau, was wir in der Umgebung von Tentena am Danau Poso alles anschauen können und sie organisierte uns auch alles. Im Nu hatten wir ein Fahrer für den nächsten Tag, den wir auch gleich für die Fahrt nach Rantepao fest hatten. Wir hatten mit 1,7 Mio. Rupien gerechnet, er wollte nur 1 Mio. für den Höllentrip. Uns war es recht, da wir ihn ja erstmal auf der kleinen Tour testen konnten, für die er 350.000 IDR von uns haben wollte.

So gewöhnungsbedürftig kann Local Food sein

In den kleinen Warungs um die Ecke gab es eher lokale Produkte zum Abendesse, wie z.B. Fledermaus, Flughunde und ähnliche Köstlichkeiten. Wir zogen normales Indo-Food vor.

Tentena Fledermausflügel

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Poki-Poki

Leider müssen wir diesen Traumstrand heute schon wieder verlassen, wo man von den Wellen in den Schlaf gerauscht wird.

Kleine Not-OP am Riff Nr. 4

Nach dem Frühstück stachen wir in See. Damit wir nicht die fünf Stunden am Stück absitzen mussten, brachte uns Uja noch zum Riff Nr. 4. Mattis Fuß hatte sich über Nacht entzündet und war dick angeschwollen. Mit einer kleinen Not-OP war erstmal der Eiter und Dreck draußen. Große Lust auf Schnorcheln hatte er danach nicht mehr, da die Wunde inzwischen daumennagelgroß war.

Jürgens Blase am Fuß, die er sich gestern gelaufen hatte, ging es auch nicht viel besser – alles war großflächig gerötet. Jedes Mal das Gleiche in den Tropen: jede Kleinigkeit vereitert total schnell. 

Zurück zum Riff! Mitten im Meer befand sich eine kleine Insel, die komplett aus toten Korallen bestand. Leider war ein Großteil der Korallen um das Riff auch kaputt, aber das hielt einen Steinfisch nicht davon ab dort zu leben. Eine Korallenart war sehr interessant, sie hatte senkrechte Wände, die Taschen bildeten und darin wahren unzählige Fische.

Gutes Sitzfleisch gefordert

Die restliche Fahrt zog sich und das Sitzfleisch wurde stark beansprucht. Zahlreiche kleine Inseln glitten an uns vorbei und die Kids verschliefen einen Großteil der Fahrt. Wir passierte Mangrovenwälder, ein kleines Bajo-Dorf und sahen Behausungen auf den noch so kleinsten Inseln.

Togians Bootsfahrt

Togians Bajo-Dorf

Togians Insel

Togians Insel

Togians Mangroven

Herzlicher Empfang auf Poki-Poki

Unser Boot legte am Steg von Poki-Poki an, der weit ins Meer reichte. Die Kinder waren inzwischen schon sehr geübt darin, das Boot, wenn es ohne Motor über die Korallenbänke trieb, zum Anlegesteg oder Strand zu staken und machten Manto arbeitslos. Das änderte sich schlagartig, denn als Kiara von Bord ging, rutschte ihr das Handy aus der Tasche. Manto sprang schnell samt Klamotten hinterher und fische es wieder aus dem Meer. 

Togians Poki-Poki

Togian Poki-Poki

Schon der Steg war sehr liebevoll gestaltet, überall verteilt befanden sich kleine Arrangements, die aus Treibholz gebaut oder einfach nur sehr schön bemalt waren. Wir wurden sehr herzlich von Angie und David begrüßt und gleich mit einem leckeren Essen versorgt, da wir total ausgehungert waren. Unsere zwei Bungalows waren mit Abstand die schönste Bleibe auf unserer bisherigen Reise. Treibholz oder Bambus verschönerte die sonst immer so karge Einrichtung.

Togians Poki-Poki Holzbungalow

Togians Poki-Poki Ausblick

Im Einklang mit den Locals

Poki-Poki ist plastikfrei, das fängt bei der Wäscheleine an und geht über den Kokosnuss-Schöpflöffel zum Duschen bis hin zu den Dächern, die alle mit Palmenblättern gedeckt sind, weiter. Ansonsten wird auch stark darauf geachtet ökologisch nachhaltig zu haushalten und die lokale Wirtschaft zu fördern. Handwerker aus dem nahe gelegenen Dorf werden beschäftigt, um Bungalows zu bauen oder zu renovieren. Älter Dorfbewohnerinnen fertigen Palmdach-Paneelen an, mit denen alle Bungalows und das Restaurant gedeckt sind. Die Belegschaft kommt morgens um 8 Uhr und fährt abends um 22 Uhr mit dem Boot zurück nach Bomba. Aber es ist jetzt nicht so wie bei uns, dass man durcharbeitet, hier ist alles so gemächlich und zwischendrin wird in der Hängematte geschlafen.

In Sulawesi ist das monatliche Einkommen sehr gering. Es wird ca. 60 h/Woche gearbeitet und ein Verkäufer in einer Mall bekommt umgerechnet 140 €/Monat. Ein Viertel des Lohns geht für ein spärliches Zimmer drauf. Auf den Togian verdient man ungefähr halb so viel, ist dafür aber in einer traumhaften Umgebung.

Perfekt um die Seele baumeln zu lassen

Ein riesiger umgekippter Baum, der schon ganz gegerbt ist vom Salzwasser, liegt am Palmenstrand und ragt ins Wasser rein. Auf ihm verlief ein Steg zu einer Plattform, die sich zum Genießen von Sonnenuntergänge eignete. Überall am Strand, auf dem Steg oder im Restaurant waren Hängematten verteilt, perfekt also um die Seele baumeln zu lassen. 

Überhaupt war dieser Trip über die Togians mit Abstand das Entspannendste, was wir auf all unseren Reisen bisher erlebt haben. Nicht nur weil es hier kein Internet und Fernsehen gibt, sondern weil die Umgebung und Menschen einfach traumhaft waren und man sich um nichts kümmern musste, da David und Angie dies, wie schon erwähnt, für uns erledigt hatten.

Togians Poki-Poki Chillout

Rückkehr der Hornbills

Wir hingegen sprangen nochmal ins Boot und fuhren zu einem kleinen Bajo-Dorf in den Magrovenwäldern, um uns die abendliche Rückkehr der Hornbills (Nashornvögel) anzuschauen. Als wir den Steg durch den Sumpf hinter uns gelassen hatten und durchs Dorf liefen, hatten wir im Nu eine Traube von etwa 20 Kindern um uns. Sie wollten umbedingt fotografiert werden und spuckten wie Lamas ständig auf den Boden.

Die Hornbill fliegen zum Sonnenuntergang über den Sumpf und schlafen im angrenzenden Dschungel in den Bäumen. Vielleicht lag es an der lärmenden Kinderschar, denn es kamen immer nur zwei bis vier Vögel. Insgesamt waren es vielleicht zwanzig oder ein paar mehr.

Im Dunkeln fuhren wir nach Poki-Poki zurück. Es ist schon gut, dass Uja hier geboren wurde und jeden Stein oder Koralle persönlich kennt.

Togians Auslegerboot

Togians Bajo-Kindern am Steg

Togians Bajo-Dorf mit Kindern

Togians Bajo-Dorf mit Kindern

Togians Hornbill

Ein letztes Mal Schnorcheln auf Pulau Taupan

Sehr relaxt zog der Vormittag an uns vorbei, bis wir am frühen Nachmittag zu einer Schnorcheltour starteten. Der Weg war länger als gedacht, aber er hat sich gelohnt. Nachdem Uja das Boot vorsichtig unterwasser festgemacht hatte, konnte man am Riff reinspringen. Es war wie eine Mauer, die senkrecht ca. 50 m abfiel. Als wir um ein Ecke schnorchelten, befanden sich vor uns Unmengen von unterschiedlichen Fischen. Man kam sich vor wie in einem riesigen Aquarium. Im Norden des Riffs war keine Strömung, dafür umso mehr an der Ostseite des Riffs. Zum Glück hat Uja eine Dive Master-Ausbildung und kennt die Gegend gut genug, um alles richtig einschätzen zu können. Während wir uns am Riff vorbeitreiben ließen, trieb auch das Boot mit uns mit.

Die Kinder hatten ein neues Lieblingsspiel gefunden, Bounce-Off*: Eine Art 5-Gewinnt, aber mit Plastikbällen, die man aufdotzen muss, bevor sie auf einem Spielbrett landeten.

Wir genossen mal wieder einen melodramatischen Sonnenuntergang

Togians Poki-Poki Sonnenuntergang

Togians Poki-Poki Hängematte

Togians Poki-Poki Sonnenuntergang

Togians Poki-Poki Sonnenuntergang

Vulkanausbruch?

Mitten in der Nacht tat es einen ohrenbetäubenden 15 sekündigen Knall. Noch nie hatte ich ein so lautes Geräusch gehört. Mein erster Gedanke war, dass der Vulkan Colo auf Una-Una ausgebrochen war, den man am Horizont sieht. Als es dann nochmal krachte, war klar dass es ein Gewitter sein musste, was direkt über uns war. Danach setzte ein heftiger Regenschauer ein.

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Episch schön in Malenge Indah

Nach dem Frühstück stachen wir wieder in See. Das Boot ist unser zweites Zuhause geworden. Selbst bei recht deftigen Wellengang wird man nicht seekrank, weil es mit seinen Auslegern schön austariert auf dem Wasser liegt.

Togians Auslegerboot

California-Riff

Auf dem Weg von Kadidiri nach Malenge machten wir am California-Riff fest. Außer einer Hütte mit Steg mitten im Wasser sieht man erstmal nicht viel. Die wahre Pracht zeigt sich ein paar Meter unter Wasser: Wahnsinnig schöne Korallen und Fische! An den bis zu 20 m abfallenden Hängen tummelten sich viele unterschiedliche Arten in fast allen Farben. Die Seesterne haben einen Durchmesser von fast 40 cm und sind glatt, aber manchmal auch stachelig.

Episch schön in Malenge Indah

Wir kamen an total vielen kleineren und größeren Inseln vorbei. Alle satt bewachsen. Hier und dort ein kleiner Traumstrand mit ein paar Palmen und unterschiedliches türkisblaues Wasser davor. Entspannt zogen die Inseln vorbei, bis wir nach insgesamt 3 h Fahrtzeit den Strand Malenge Indah ansteuerten. Ein traumhaft schönes Fleckchen Erde! Wie aus dem Bilderbuch, nur noch viel schöner. Unser neues Zuhause für die nächsten zwei Nächte waren ein paar Bungalows unter Palmen mit Blick aufs Meer.

Die Belegschaft war auch super freundlich und sprach sehr gut Englisch. Kaum hatten wir das Boot entladen, schon wurde das Mittagessen serviert – es gab KEINEN Fisch! Dafür gab es ein super leckeres Eiergericht mit schmackhaften Gemüse und Früchten zum Nachtisch. Den Nachmittag chillten wir in unseren Bungalows in der Hängematte.

Togians Malenge IndahTogians Malenge Indah

Togians Malenge Indah

Pulau Papan

Als es etwas kühler wurde, fuhren wir mit dem Boot nach Pulau Papan. Das ist eine kleine Insel mit einem Dorf oben drauf, welche über einen sehr langen Holzsteg vom Festland aus erreichbar ist. Viele Kinder saßen auf dem Steg und angelten. Hier lernt man schon mit vier, wie man Fische auf die Bohlen klatschen lässt, um sie zu töten. Teilweise durften wir nur passieren, wenn wir ein Foto von ihnen gemacht hatten und es ihnen auf der Kamera gezeigt hatten. Sie freuten sich immer riesig darüber. Ein guter Teil des Dorfes steht auf Pfählen im Wasser. Neben einer Mosche gibt es noch eine Tischtennisplatte und ein Badmintonfeld. Hier leben Bajos, die Seenomaden der Togians.

Togians Pulau Papan

Togians Pulau Papan Steg

Togians Pulau Papan Steg

Togians Pulau Papan

Togians Malenge Kinder

Während wir entlang der Küste in den Sonnenuntergang liefen, holte Manto der Skipper das Boot und gabelte uns an einem Pier auf. Riesengroß und rot-orange versank die Sonne im Meer.

Togians Malenge Pfahlbau

Togians Malenge Abendstimmung

Togians Malenge Sonnenuntergang

Togians Malenge Sonnenuntergang

Riff Nr. 5

Nach dem Frühstück fuhren wir raus zum Riff Nr. 5. Das war leider nicht so schön, da es nicht so gut erhalten war. Das Dynamitfischen hat seine Spuren hinterlassen und es dauert manchmal Jahrzehnte, bis sich die Korallen wieder davon erholen.

Fünf Delfine als Begleitung

Auf dem Rückweg nach Malenge Indah begegneten uns fünf Delfine, die wir bestimmt eine dreiviertel Stunde lang verfolgten. Es waren ziemlich große Tiere, die einem Schwarm springender Fische nach jagten. Wenn sie neben oder unter unserem Boot schwammen, konnte man deutliche Kratzspuren am Rücken bei den Tieren erkennen.

Togians Malenge Delfin

Schnorchel vor der Haustür mit Riesenfischen

Unsere Fischdiät wurde fortgesetzt, aber die Soßen waren sehr schmackhaft und die Portionen größer als in Kadidiri. Wir genossen den idyllischen Ausblick über unserer Bucht und machten einen langen Schnorchelausflug durch unsere Bucht, wo wir gleich zu Anfang einen kleinen Manta-Rochen sahen. Immer dann, wenn das Wasser etwas wärmer wurde, sah man mehr tote Korallen. Auch hier war es ganz nett und abwechslungsreich. Als wir einen reisen großen Fisch aufscheuchten, hoffte ich mal, dass wir nicht auf seinem Speiseplan stehen. Von der gleichen Sorte sahen wir später noch eine Gruppe von drei Fischen. Jeder war ca. 2 m lang und sie sahen aus, als wären sie irgendwo dagegen geschwommen, so platt war ihre Stirn. Auf jeden Fall sehr beeindruckend, wenn solche Riesenfische an einem vorbeiziehen.

Togians Malenge Indah

Keine Deutschen

Deutsche trifft man auf den Togians so gut wie keine. Ein Schweizer Familie mit zwei Kindern und Großeltern, eine französisches Pärchen auf Weltreise und ein Belgier, der mit dem Rad unterwegs durch Sulawesi war, hoben sich von einer Gruppe spanischer Seniorinnen ab.

Abends gab es ein wildes Beach-Footballspiel mit unseren Kids und den Angestellten von Malenge Indah, was dann im Wasser endete. Dummerweise inklusive Klamotten und die waren gerade frisch gewechselt worden. Bisher hatten wir noch nicht die Gelegenheit gefunden, um unsere Wäsche waschen zu lassen und mussten etwas sparsam damit umgehen.

Mattis hat sich im Eifer des Gefechts ein Korallenteil in den Fuß gerammt. Es war zwar leicht zu entfernen, aber mitten auf der Lauffläche.

Nach dem Sonnenuntergang wurden wir Zeuge eines Naturspektakels wie wir es noch nie gesehen hatten. Ein einsame Gewitterwolke am Horizont produzierte haufenweise Blitze innerhalb der Wolke.

Den Abend ließen wir am Lagerfeuer ausklingen und mussten den selbst gebrannten Arrak kosten, den ein Angestellter rumreichte. Leckeres Stöffchen, aber es schrie nach Kopfschmerzen. Also ließen wir es bei der Kostprobe.

Togians Gewitter

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