ArtScience-Museum, Singapur

Es ist unglaublich, was man am Anreisetag so alles in Singapur erleben kann! Wenn man ein paar Kleinigkeiten beachtet, dann kommt man gut und günstig durch diese Millionenmetropole und kann dabei viele Sehenswürdigkeiten ganz nebenbei mitnehmen. In unserer kleinen Tour rund um die Marina Bay zeigen wir euch die besten Sehenswürdigkeiten Singapurs und einen perfekten Ausklang des Tages. Ihr erfahrt auch, warum gerade die Samstage im Juni und Juli sich besonders für einen Besuch Singapurs eignen.

WLAN am Changi-Airport

Heutzutage ist man ganz schön verratzt, wenn man kein Internetzugriff hat. Wir mussten unbedingt Kontakt zu unserem Aribnb-Vermieter aufnehmen. Die meisten Flughäfen bieten dafür kostenloses WLAN an, auch in Singapur auf dem Changi-Airport. Nur leider kommt man nicht rein, wenn man das Roaming vom Handy nicht einschaltet. Das ist aber notwendig um eine SMS zu empfangen.

Da wir von den letzten Urlauben her wissen, dass die Handys auch bei ausgeschalteter mobilen Datenverbindung im Flugmodus trotzdem Daten austauschen, sind wir natürlich doppelt vorsichtig geworden. Zumindest mussten wir bei zwei Handys über 20 € pro Monat bezahlen. Und das bei einem Gesamtverbrauch von gerade mal 50 KB. Zumindest bei den Android-Geräten haben wir die SIM-Karten von den Kindern einkassiert.

Während Jürgen am Changi uns Geld besorgte, fand er auch noch einen Counter, wo er einen Zugangscode für das WiFi bekam. So konnten wir unseren Airbnb-Vermieter informieren, wann wir ungefähr eintreffen würden. Eigentlich sollte das Apartment erst um 15:30 Uhr frei werden. Dummerweise hatten wir schon um 9 Uhr den Sicherheitsbereich mit unserem Gepäck verlassen können. Die Hoffnung bestand, dass wir schon um 11:30 Uhr unser Gepäck ins Apartment bringen und dann in die Stadt fahren könnten.

Mit dem Singapur Touristpass fährt es sich entspannter

Also gammelten wir noch ein wenig über den Flughafen und schauten uns das Terminal 3 an. Das neue Terminal, mit dem größten Indoor-Wasserfall, war leider noch nicht ganz fertig gestellt. Ein Grund mehr, um wieder mal einen Zwischenstopp in Singapur einzuplanen.

Wir kauften uns ein 3-Tages-Tickets für die SMRT (Metro). Der Singapur Touristpass kostet 30 S$, wobei man 10 S$ zurück bekommt, wenn man ihn wieder abgibt. Mit dem Pass kann man nicht nur U-Bahn fahren, sondern auch Bus und er gilt für den kompletten Staat. Kein dummes Rumstehen an Automaten und Geldzählen, sondern einfach nur die Karte an die Durchgangssperre halten und durch ist man. Wenn man länger als 3 Tage vor Ort ist, sollte man sich eine Prepaid-Karte holen, die hat nur 5 S$ Deposit und man kann sie jederzeit nachladen. Diese werden aber fahrtengenau abgerechnet, die Preise sind aber gering.

Wohnen in Geylang im Herzen Singapurs

Wenn man vom Changi-Airport in die Stadt will, dann muss man immer erstmal nach Tana Merah fahren und dann in die grüne EW-Line umsteigen (East-West).

Wir konnten dann bis zur SMRT-Station Aljunied durchfahren und landeten mitten im Bezirk Geylang. Das Viertel ist chinesisch geprägt und hat noch viele alte zweistöckige Häuser, ausreichend Läden, Restaurants und der Rest sind Wohnhäuser. Es eignet sich wunderbar, um die Stadt zu erkunden, weil es sehr zentral liegt und man im Nu mit der SMRT überall hinkommt. Außerdem ist es sehr ruhig und beschaulich, was zum Akklimatisieren mit Asien beiträgt.

Bei unserem letzten Besuch von Singapur hatten wir im Stadtteil Paya Lebar gewohnt, aber die MRT Station war zu weit weg von unserem Zimmer gewesen. Darauf hatten wir dieses Mal mehr bei der Wahl der Unterkunft geachtet.

Unser #1 Loft war ein modernes Apartmenthaus und lag nur 5 min von der MRT entfernt. Wir wurden vor der Tür von jemanden abgeholt, den unser Vermieter geschickt hatte. Ohne Chipkarte für das Tor und die Türen kommt man erstmal gar nicht ins Gebäude. Die Wohnung war für uns etwas ungewöhnlich, denn sie erstreckte sich über zwei Stockwerke. Sie war schmal und hoch, hatte ein Dreier-Stockbett unten und ein normales Doppelbett oben, zwei Badezimmer und zwei Balkone mit Blick auf den Pool im 4. Stock. Zu unserer Freude waren sie auch schon mit dem Saubermachen der Wohnung fertig. Um noch den restlichen Tag durchzustehen und den Jetlag zu verkraften, hauten wir uns erstmal zweieinhalb Stündchen aufs Ohr.

Nach dem Power-Nap meldete der Magen seine Ansprüche an. Der Inder bei uns unten an der Ecke, hatte uns gleich ins Herz geschlossen und bediente uns sehr zuvorkommend. Überhaupt, die Menschen hier sind unheimlich nett und hilfsbereit. Sobald wir etwas suchend durch die Gegend schauten wurden wir gefragt, ob man uns irgendwie weiterhelfen kann. Auf jeden Fall konnten wir so erstmal unseren Kohldampf stillen und uns an die heimische Küche gewöhnen. Eine typische Küche wird es wahrscheinlich gar nicht geben, weil Singapur ein Vielvölkerstaat ist und hier Chinesen, Malaysier, Inder und Europäer friedlich nebeneinander leben.

Auch wenn wir darauf geachtet wird, dass es nicht zu einer Bildung von ethnischen Vierteln kommt, hatten wir bei unserem letzten Besuch schon festgestellt, dass es den moslemisch geprägte Stadtteil rund um die Arabstreet und die Masjid Moschee gibt, das indische Viertel Little India und natürlich Chinatown! Rund um die Marina Bay gibt man sich aber mehr europäisch oder einfach nur multikulturel.

Unser Startpunkt ist der Raffels Place

Gestärkt nahmen wir die nächste MRT zum Raffels Place. Alle drei bis sechs Minuten kommt eine Bahn, lange warten muss man also nie.

Wir liefen runter in Richtung Marina Bay und passierten viele alte Gebäude, die an den Glanz der Kolonialzeiten erinnerten. Gerade das Fullerton Hotel und die angrenzende alte Cavenagh Bridge lassen erahnen, wie es hier vor ein paar Jahrhunderten aussah. Geht man über die alte Brücke kommt man zu den Mirror Balls im Park des Asian Civilisation Museums. Die Spiegelbälle sind absolut genial für Fotoenthusiasten!

Explosion beim Merlion

Gerade als wir auf dem Weg zum Merlion, dem Wahrzeichen Singapurs, waren, hörten wir eine laute Explosion. Als erstes kam einem ‘Anschlag’ in den Sinn, aber als wir dann eine regenbogenfarbene Wolke aufsteigen sahen, entspannt wir uns wieder. Am Himmel konnten wir viele Fallschirme sichten, die über der Bay kreisten und einer nach dem anderen an einem eingegrenzten Bereich im Hafenbecken landeten. Um genau zu sein: Vor der großen Tribüne des Formel-1-Rennens, die aber nur zaghaft gefüllt war.

Wir machten erstmal Stopp beim wasserspuckenden Löwen mit seinem Meerjungfrauen-Unterkörper und genossen den Blick auf das Marian Bay Sands Hotel und die Skyline rund um die Bay. Der Andrang war groß und jeder Besucher wollte natürlich mal auf der Plattform vor dem Wasserspeier posieren.

Proben für den Nationalfeiertag

Während wir über die Jubilee Bridge zum Esplanade Theatre entlang der Bay liefen, fragten wir mal nach, was das ganze Spektakel soll. Anscheinend waren wir in die Proben für den Nationalfeiertag am 8. August reingekommen. Ab heute und an jeden Samstag bis zum 8. wird hier das komplette Programm der Parade durchgespielt, bis jede Inszenierung 100% sitzt. Es lohnt sich also an einem Samstag im Juni oder Juli in Singapur zu sein!

Auf der Bühne vor der Tribüne marschierten ständig Truppen auf und ab. Chöre traten auf und sogar das Staatsoberhaupt (oder dessen Double) fuhr vor und schritt die Truppen entlang. Zwischendrin immer wieder Wumms und Gesang oder eine Performance im Hafenbecken. Das Militär muss hier ziemlich hoch im Kurs stehen, denn neben dem Aufmarsch zu Boden, war auch der Rest der Truppen am Himmel unterwegs. Als wir gerade an der Helix-Brücke angekommen waren, knatterten Helikopter, die gemeinsam eine riesige Flagge zogen, quer über die Bay. Gleich danach zischten Kampfflugzeuge, die waghalsige Formationen in Schallgeschwindigkeit flogen, über uns hinweg und eine riesige Transportmaschinen durchpflügten den Himmel.

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ArtScience-Museum

Das architektonisch spektakuläre ArtScience Museum ließen wir rechts liegen und gingen zur Abkühlung in die Marina Bay-Shopping-Mall.

Die Indoor-Eisbahn in der Shopping-Mall vom letzten Jahr hatten sie abgebaut. Dafür gab es jetzt eine computeranimierten Boden mit bunten Fischschwärmen, der auf Bewegungen an der Oberfläche reagierte. Ein tolles Schauspiel, wenn man von oben draufschaut. Ansonsten reiht sich hier ein Geschäft an das nächste und es gibt sogar einen Wassergraben, wo Gondeln entlangfahren.

Feuerwerk zum Nationalfeiertag (Probe)

Pünktlich um 20 Uhr begann das Feuerwerk, was von mehreren Booten in der Marina Bay aus abgeschossen wurde. Ein ziemlich eindrucksvolles Spektakel! Wenn man bedenkt, dass die das jetzt noch fast zehn Mal machen, bis zum eigentlichen Festtag, da fragt man sich schon, was der ganze Spaß kostet. Wir aber waren sehr zufrieden mit der Darbietung und hätten uns keine bessere Nachmittagsunterhaltung vorstellen können.

Singapore Light and Watershow

Kurz nach dem Feuerwerk begann dann auch noch die Lightshow in der Bay. Es macht immer wieder Spaß sie anzuschauen. Zum Einen ist die Musik mit den Farben und Fontänen abgestimmt und zum Anderen sind die Effekte, die in den Sprühnebel mit farbigen Licht und Laser produziert wird, ziemlich genial. 

Wir hatten uns schon gewundert, warum die Plätze nahe des Geländers zum Hafenbecken alle noch frei waren. Nachdem wir alle durch den feinen Sprühnebel gut durchnässt wurden, haben auch wir uns weiter zurück ins Trockene gezogen.

Supertree Grove

Der Supertree-Grove war aber leider schon zu Ende, bis wir durch das Marian Bay Sands marschiert waren und drüben in den Gardens by the bay angekommen waren. Da die künstlichen Bäume weiterhin beleuchtet sind, drehten wir noch eine größere Runde durch den Park. Auch sehr schön, da sie neben dem beleuchteten Singapore-Flyer auch noch sehr fotogen sind.

Es macht auch einfach Spaß sich unter einen der Bäume zu legen und hochzuschauen. Die Stämme sind komplett mit unterschiedlichsten Pflanzen bewachsen, dadurch wirken die Bäume gar nicht mehr so künstlich. Morgen wollen wir unbedingt rechtzeitig da sein, um auf den OCBC-Skyway zwischen den Bäumen zu kommen.

Im Marina Park der sich südlich der Supertrees befindet, waren wir mutterseelenallein, was aber in Singapur kein Grund zur Sorge ist. Die Stadt ist absolut sicher, selbst kleinere Delikte werden hier mit drakonischen Strafen belegt. Wir wanderten noch am Dragonfly Lake entlang, bevor wir uns zur MRT-Station unter dem Marina Bay Sands auf machten.

In der U-Bahnstation erlebten wir wieder ungeahnte Hilfsbereitschaft: Als wir auf einen MRT-Streckenplan schauten, um herauszufinden, wie wir am schnellsten nach Hause kommen, fragte uns ein Opa sofort, ob er uns weiterhelfen könnte.

Essen beim Hawker

Wir fuhren wieder zurück in unser Viertel. Bei einem Hawker nahe der MRT aßen wir noch eine Kleinigkeit zu Abend. Hawker sind kleine Garküchen und bieten Essen aus allen hier vertretenen Kulturkreisen an. Man holt sich einfach von einem oder mehreren Ständen sein Gericht und verzehrt es dann auf einer Sitzgelegenheit in der Mitte oder nimmt es mit nach Hause.

Anscheinend waren wir ziemlich spät dran, denn die Auswahl war nicht mehr ganz so gut und richtig warm war es auch nicht mehr. Aber selbst Schuld, wer isst denn noch zu so später Stunde was? Es sollte noch ein paar Tage dauern, bis sich unser Biorhythmus an die asiatische Zeit angepasst hatte und der Jetlag vorüber war.

Ein Feierabend-Bier war uns nicht mehr vergönnt, denn in Singapur darf ab 22:30 Uhr keine Alkohol mehr verkauft werden. Spontane Besäufnisse wird es so keine geben, es sei denn, man baut vor. Das soll zumindest die Idee hinter dem Alkoholverbot sein.

Scenic-World.net

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