Sulawesi – Reisebericht

Sulawesi-Bildergalerie

Reiseplanung – Einmal Sulawesi von Nord nach Süd

Bindenwaran

Die nächsten Wochen werden richtig spannend für uns werden, denn wir wollen die indonesische Insel Sulawesi von Norden nach Süden durchqueren. Wir werden Euch jetzt in unsere grobe Planung einweihen, denn auf einige Punkte mussten wir uns schon im Voraus festlegen, da wir zur Hochsaison (unseren Sommerferien) dort sein werden.

Singapur

Da es keine gute Verbindung direkt nach Sulawesi gibt, fliegen wir über Singapur. Damit der Urlaub nicht in Stress ausartet, schauen wir uns ein paar Tage lang Singapur an. Alles werden wir nicht abklappern können, aber für Marina Bay und den Gardens by the Bay wird auf jeden Fall Zeit sein. Little India, Chinatown und mal in das ein oder andere futuristische Shopping-Center werden wir bestimmt reinschauen. 

Manado

Unser nächster Flug bringt uns nach Manado im Norden von Sulawesi. Die Stadt selbst ist jetzt nicht besonders reizvoll, aber von dort aus kommt man auf die Bunaken oder ins Minahasa Hochland.

Bunaken

Eines der schönsten Tauchparadiese Indonesiens befindet sich auf den Bunaken, einer Inselgruppe nordwestlich von Manado. Ob wir es schaffen einen Tagesausflug oder eine Übernachtung auf den Bunaken zu organisieren, wird sich vor Ort entscheiden.

Minahasa Hochland

Eigentlich hatten wir geplant ein paar Tage länger im Hochland südlich von Manado zu verbringen und um dort Vulkan-Touren oder Dschungel-Trekking zu machen. Leider waren die wenigen Unterkünfte in Tomohon, welches zwischen den Vulkanen Gunung Empung und Kentur Mahawu liegt, schon ausgebucht. Aber vielleicht machen wir jetzt von Manado aus Touren in die Minahasa Highlands.

Gorontalo

Unser nächster Stopp wird die Hafenstadt Gorontalo sein, welches 400 km von Manado entfernt liegt. Von dort aus werden wir die Nachtfähre auf die Togians nehmen.

Togians

Die Togians sind eine Inselgruppe in der Molukkensee, die noch ziemlich unberührt sind. Perfekt zum Tauchen, Schnorcheln oder einfach nur Palmen und Strand zu genießen. Wir haben uns dort ein Boot organisiert, was uns zu verschiedenen Inseln (Kadidiri, Malenge und Batudaka) bringen wird, so dass wir so viel wie möglich von diesem Inselparadies mitbekommen werden. Eine der Inseln hat einen Salzwassersee mit Quallen, die nicht nesseln. 

Ampana

Von den Togians geht es dann wieder ans Festland nach Ampana. Die wahrscheinlich auch nicht weiter erwähnenswert sein wird.

Danau Poso

Von Ampana werden wir entlang der Küste nach Poso fahren, um dann ins Landesinnere nach Tentena am Danau Poso zu reisen (200 km). Das ist ein ziemlich großer Bergsee, von wo aus man Dschungel-Trekking zu Wasserfällen unternehmen kann.

Rantepao

Die nächste 300 km Etappe geht durch eine kurvige Bergregion nach Rantepao. Hier gibt es in den Bergen idyllische gelegene Reisfelder und seltsam anmutende Häuser in Ke’te’ Kesu’. Das Volk der Tana Toraja hat ganz besonderen Beerdigungs- und Totenkult, bei der viele Büffel und Schweine ihr Leben lassen müssen. Der Verstorbene muss solange auf seine Beerdigung warten, bis die Familie das Geld für die Beerdigung zusammen hat. Die Gräber befinden sich oft in Felswänden und davor stehen Tao-Taos, die dem Verstorbenen ähneln.

Makassar

Weitere 300 km südlich liegt die Großstadt Makassar, einst niederländische Kolonialregierungssitz . Von Makassar werden wir weiter nach Kuala Lumpur fliegen.

Kuala Lumpur

In Kuala Lumpur verbringen wir noch einige Tage in einem genialen Airbnb im 50. Stock. Über uns nur noch der Infinity-Pool mit Blick auf die Petronas-Tower. Wir werden auf jeden Fall die Stadt eingehend erkunden, bevor es zurück geht. 

Ankunft in Manado

Singapur U-Bahn

Wenn man erst kurz vor drei Uhr einschläft, dann ist 5:40 Uhr Aufstehen verdammt früh.

Um 6:15 Uhr saßen wir im Bus zur U-Bahn und fuhren anschließend raus zum Changi-Airport. Glücklicherweise konnten wir die MRT-Karten auch am normalen Schalter zurückgeben, den der Touristenkarten-Office machte erst um 8 Uhr auf. Bei 10 $ Pfand pro Karte ist das bei fünf Personen ein nicht unerheblicher Betrag.

Da am Checkin noch nichts los war hatten wir ausreichend Zeit zum Frühstücken. Von einer Anzeigetafel her wussten wir, dass wir 19 Minuten Gehzeit zum Gate einplanen mussten. Der Flughafen ist also riesig. Nach eher laschen Kontrollen, die sich erst direkt vor jedem Gate befinden, hofften wir noch ein paar Minuten im Flieger schlafen zu können.

Jakarta nur ein Katzensprung entfernt

Unser Garuda-Flug war kaum abgehoben, da gab es schon Essen und wir landeten kurz darauf. Mit 1:15 Stunden liegt Jakarta um die Ecke. Da beide Flüge im Terminal 3 abgefertigt wurden, hatten wir Glück und mussten nicht auch noch das Terminal wechseln. Ich war etwas verunsichert, weil wir nicht im Transitbereich bleiben konnten, sondern richtig immigrieren und dann ohne Gepäck hoch zum Abflugsbereich mussten. Das Terminal 3 wurde bei unserem letzten Besuch gerade eröffnet und scheint jetzt schon voll ausgelastet zu sein. Auch hier durften wir eine längere Strecke zum Gate zurücklegen, an Bewegung mangelte es uns heute nicht.

Fast das Bording verpasst

Da die Ansage fast permanent läuft, bekommt man nicht mit, wann das Bording für den eigenen Flug ist. Vor unserem Flug sollten noch zwei weitere Maschinen am gleichen Gate abgehen. Die Abfertigung geht hier im Sekundentakt. Unser Flug wurde auf jeden Fall nicht aufgerufen.

Auf dem Flug nach Manado, der Hauptstadt von Nord-Sulawesi, bekam sogar ich einen Exitseat! Als zwei Damen merkten, dass wir zusammengehörten, boten sie eine Sitzplatzwechsel an. Das war ein guter Deal, da ich den kompletten Flug (3 h) schön ausgestreckt verschlafen habe.

Der Landeanflug auf Manado ist sehr schön, da man an einer Reihe von Vulkanen vorbei schwebt, bevor man mit heftigem Geholper über die Landebahn hüpft.

Hotelbuchung mal anders

Das Domestic-Terminal ist echt putzig. Während die Kinder das Gepäck organisierten, versuchte ich mich um ein Hotel zu kümmern. Die Auswahl in unseren Reiseführern war mäßig und wir suchten was, wo man es länger als eine Nacht aushalten konnte. Ich hatte mir das Minahasa-Hotel im Vorfeld ausgesucht, konnte es aber nicht online buchen, deshalb der Weg über die wirklich nette Frau von der Hotelreservierung.

Das Ganze zog sich und inzwischen vergnügten sich die Kinder mit dem restlichen Flughafenpersonal und tauschten Instagram-Accounts aus und fuhren mit dem Gepäckwagen durch die Gegend.

Manado Flughafen Bekanntschaft

Nach mehreren Telefonaten wegen dem “Kinderzimmer” reduzierte sich der Preis von ursprünglich 505.000 IDR pro Zimmer plötzlich auf 450.000 IDR, ohne dass ich handeln musste. Die Frau von der Vermittlung hatte die Kids wohl in ihr Herz geschlossen und einen Rabatt für uns rausgehandelt. Das sind immer noch fast 35 €, was für Indonesien schon ziemlich teuer ist, aber durch die vielen Taucher, die auf die Bunaken fahren, sind die Preise entsprechen höher. Dafür brachte sie uns auch noch persönlich zu einem Fahrer, der ein genügend großes Auto besaß. Durch den Abendverkehr brauchten eine gute dreiviertel Stunde, da waren wir mit dem Fixpreis von 120.000 IDR echt gut bedient.

Suite am Pool

Das Minahasa-Hotel liegt am Hang und unsere Zimmer waren ziemlich weit unten, also nichts mit Sicht über die Stadt. Außerdem waren sie völlig überteuert, also Superior war das nicht, nicht einmal guter Standard. Als ich meinen Unmut deutlich machte, bekamen wir eine Suite ganz oben am Pool und für den nächsten Tag die Option alle in hochgelegen Räume umziehen zu können. Die Suite hätte es jetzt nicht gebraucht, aber sie war schon recht nobel für indonesische Verhältnisse. Selbstredend, dass wir noch leise schnell in den Pool hüpften, von dem aus man das nächtliche Manado überblicken konnte.

Augen zu und über die Straße

Um zu etwas Essbaren zu kommen, mussten wir eine vierspurige Straße überqueren, wo es nie Lücken im Verkehr gab. Auch Ampeln scheint es keine in der Stadt zu geben. Es blieb uns also nur die Saigon-Technik, um über die Straße zu kommen: Man läuft langsam aber stetig im gleichmäßigen Tempo los und die Auto und Motorräder weichen aus und bremsen gegebenenfalls.
Am Meer gab es eine Ansammlung von kleinen Garküchen und in der Mitte Sitzgelegenheiten auf Mini-Plastikhockern. Die Leute haben uns angestarrt, wie Außerirdische. Das Essen war scharf, aber lecker. Jürgen nutzte die Gelegenheit und bestellte Durian-Juice. Der Geruch und der erste Geschmack war infernalisch, dann ging es einigermaßen.

Manado Essen im Warung

Zweites Bali?

Dass Manado einst die schönste Stadt Südostasien gewesen ein soll ist schwer vorstellbar. In der Gegend wo wir waren, standen nur noch mehr oder minder runtergekommene Häuser. Am “Boulevard” reihten sich einheimische Shopping-Malls auf. Keine Ahnung, wie die Regierung darauf kommt, dass aus Manado angeblich ein zweites Bali werden soll. Sehenswertes fanden wir auf jeden Fall nicht und auch sonst sahen wir keinen einzigen Touristen hier.

Auf dem Weg zurück passierten wir ein islamisches Viertel in einer zu 70% christlichen Stadt und wurden an jedem Haus freundlich gegrüsst und wiedererkannt, da wir zuvor schon die gleiche Straße genommen hatten.

Auch wenn jetzt die Stadt selbst nichts Einladendes hatte, von unserer Pool-Suite war der Blick über das nächtliche Manado einfach gigantisch.

Manado Minahasa Hotel Pool

Manado Minahasa-Hotel Pool

 

Was tun, wenn die Kreditkarte gesperrt wurde?

Manado Hotel Minahasa Pool

Einen Tag mit Nichtstun verbracht. Nach dem Ausschlafen haben die Kids ausgiebig im Pool geplanscht und alle sind in das höchst gelegene Haus gezogen. Dieses Mal haben die Kinder das bessere Zimmer, aber sie mussten sich nach wie vor ein Kingsize-Bett teilen.

Kreditkarte gesperrt

Mein Geldbeutel mit der Kreditkarte, den ich vermeintlich zuhause vergessen hatte, war auf getaucht. Die Freude darüber war aber nur von kurzer Dauer, da die Karte nach zwei Fehlversuchen gesperrt wurde, da ich Jürgen die falsche PIN gegeben hatte.

Am Abend waren wir in einem relativ teuren Seafood-Restaurant Essen, in dem gerade zwei große Feiern stattfanden. Ständig wurden riesige Krebse und kleine Lobster an uns vorbeigetragen, lange Tischgebete gesprochen und in der Ecke spiele eine Band amerikanische Fahrstuhlmusik untermalt mit Gesang.

Karaoke wird vom Muezin abgelöst

Was für eine Nacht! Im Hotel neben uns war die ganze Nacht Karaoke und Disco. Als dort endlich Ruhe war, legten sich drei Muezine voll ins Zeugs und schrien 30 – 45 Minuten vom Minaret.

Mit Wasserdurchfall ausgeknockt

Irgendwas war am Essen gestern nicht OK. Kiara und Jürgen hat es völlig ausgeknockt: Wasserdurchfall. Die beiden verbrachten den Tag entweder auf der Toilette oder schlafend im Bett.
Wir sind zwar immer ganz gut ausgestattet mit Loperamid, Kohletabletten, Elotrans und auch Antibiotika, kaufen aber meistens vor Ort in der Apotheke die Medikamente, da sie in der Regel besser helfen und nur ein paar Cent kosten. Mit den Zwillis im Schlepptau zog ich los zur nächsten Apotheke, aber auch um etwas Essbares zu finden.

Manado ist essenstechnisch eine Herausforderung

Essen gestaltet sich zunehmend komplizierter. Entweder sieht es schmuddelig aus oder es ist Fastfood in einer Mall. Die Warungs sehen auch alle nicht so vertrauens erweckend aus. Normale Restaurants, so wie wir sie sonst in Asien kennen, gibt es nur ganz wenige.

Eine wirklich nette Bekanntschaft

Anscheinend sahen wir etwas verloren aus, denn ein junges Mädchen sprach uns an und bot ihre Hilfe an. Sie sprach fließend Englisch mit amerikanischen Akzent. Als erstes klapperten wir zusammen ein paar große Bankfilialen ab, nur um herauszufinden, dass die Kerditkarte anscheinend wirklich gesperrt worden war.

Im Supermarkt suchten wir noch nach magenverträglichen Keksen und Suppen, die wir mit heißem Wasser zubereiten konnten.

Es kann auch billiger gehen

Unsere nette Begleitung hieß Michelle und stammte aus einer recht wohlhabenden Familie. Sie bot uns an, eine Tour in die Minahasa-Highlands zu organisieren. Das Angebot nahmen wir dankend an, denn im Hotel wollten sie 500.000 IDR pro Person, was 35€ sind. Sie hingegen wollte uns ein Auto für 850.000 IDR plus Fahrer für 250.000 IDR besorgen.

Den restlichen Tag verbrachten wir auf Suppen- und Keksdiät – meist schlafend.

Skype ist die bessere Alternative zum Telefon

Abends kaufte ich mir noch ein Skype-Guthaben um die DKB-Bank anrufen zu können. Telefonieren mit dem Handy nach Deutschland kostet 2€/min, Skpen nur 0,02€/min. Leider war das Internet mies und alle alle Berater besetzt, sodass ich nach 9 min aus der Warteschleife flog.

In der Nacht rumorte auch mein Gedärm, aber wahrscheinlich mehr wegen der gesperrten Karte.

Skypen mit der Bank

Ich habe mich morgens um 8 Uhr an den Pool gesetzt, denn dort war das Internet am Besten und habe die Bank angeskypt. Das war 2 Uhr nachts deutscher Zeit, so dass ich sofort eine Kundenberaterin an der Strippe hatte. Sie konnte mir die Karte leider nicht entsperren, hatte mich aber sofort an einen Visa-Berater weitervermittelt. Hier musste ich als erstes jede gescheiterte Transaktion bestätigen, danach wurde mein Fehlversuchzähler auf 0 gesetzt und meine Karte wieder entsperrt. Öffzzz…

 Manado Minahasa-Hotel Pool

Es geht Berg auf!

Jürgen und Kiara ging es heute schon besser, so dass zumindest Kiara wieder an Essen denken konnte. Jürgen wollte sich noch nicht so mit der Nahrungsaufnahme anfreunden.

Wir haben es ja sonst nicht so mit Pools, aber hier war er Gold wert, da man so wenigsten in netter Umgebung mit schöner Aussicht war und man sich zwischendurch abkühlen konnte. 

Soto Ayam in aller Munde

Zum Abendessen konnten wir sogar etwas Leckeres zum Essen über Google Maps finden. Kiara und Jürgen schlürften Soto Ayam (Hühnersuppe) – das indonesische Standardgericht.

Inzwischen sind wir so geübt im Straße überqueren, dass wir keine Angst mehr haben müssen, überfahren zu werden.

Ausflug in die Minahasa-Highlands mit abenteuerlichem Ende

Pünktlich um 7:30 Uhr stand der Fahrer vor der Tür und auch Michelle in ihrer Position als Tourguide. Sie hat das schon zwei Mal gemacht und vertreibt sich so ihre Zeit bis die Uni im Oktober anfängt. Geld will sie keines dafür haben – mal sehen…

An Erntedank ist die Hölle los

Wir mussten so früh los weil Erntedankfest war und alle aus Manado nach Tomohon oder Tondano fahren, um mit ihren Familien zu feiern. Das merkte man auch, da sich massig an Autos die kurvige Straße nach Tomohon den Berg hoch quälten. Sobald man die Stadtgrenzen hinter sich gelassen hat, ist alles grün mit dichten Dschungelpflanzen, hohen Bäumen und Palmen bewachsen.

In einem Blumengarten hielten wir für einen Frühstücks-Kaffee an. Ein wirklich lauschiges Plätzchen, da man gute Sicht auf den Vulkan Empung hatte. Er hat zwei Bergspitzen und der Krater befindet sich zwischen beiden Gipfeln in einer leuchtend grünen Senke.

Minahasa Tomohon Blumengarten

Minahasa Vulkan Empung

Mit dem Auto hoch auf den Vulkan

Wir fuhren mit dem Auto durch sehr fruchtbares Land, wo viel Gemüse angebaut wurde hoch auf den Vulkan Mahawu. Der Aufstieg dauerte nicht lange und war gut ausgebaut. Von oben konnte man gut in den Krater schauen. Man hatte ebenso einen schönen Ausblick auf den gegenüber liegenden Vulkan Empung und das Umland. Die Sicht reicht sogar bis zum See nach Tondano.

Minahasa Vulkankrater Mahawu mit Blick auf Vulkan Empung

Als wir durch Tomohon fuhren, bekamen wir einen Eindruck, warum Michelle letztes Jahr vier Stunden für die 25 km benötigt hatte und für den Rückweg sogar sechs. Uns kamen auf unserer Spur ganze Schwärme von Motorrollern entgegen.

Erntedank in Tomohon

Den Stopp an einem buddhistischen Tempel Vihara Buddhayana mit chinesischen Pagode Ekayana, den hätten wir uns sparen können, denn das ganze Gelände war mega kitschig.

Tomohon chinesische Pagode

Minahasa Tomohon Vihara Buddhayana Tempel

Einen weiteren Stopp hatten wir am Linow See, der etwas südlich von Tomohon liegt. Dieser See soll je nach Lichteinfall seine Farbe ändern. Uns präsentierte er sich in türkis-blau. Er ist stark schwefelhaltig und am Ufer sieht man heiße Quellen aus dem Boden blubbern, was aber zahlreiche Enten nicht davon abhält sich hier aufzuhalten.

Minahasa Linow-See

Zum Essen fuhren wir zurück nach Manado. Wir landeten in einer Mall im Pizza Hut. Nicht unsere Wahl, aber uns war es egal, weil wir schrecklichen Hunger hatten. Der Fahrer wollte sich zu erst an einen anderen Tisch setzen, weil er sich an den Kopf des Tisches hätte setzen müssen, wo sonst das Familienoberhaupt sitzt. Mit etwas Überredung nahm er dann doch noch Platz.

Wunderschöner Wasserfall im dichten Dschungel

Unsere letzte Station sollte der Tunan Wasserfall nördlich von Manado sein. Nach einigen Kilometern durch den Dschungel wurde die Straße so schlecht, dass wir vor einer Brücke aussteigen und den restlichen Kilometer zum Parkplatz laufen mussten. Gerade als wir dort ankamen, kam auch unser dort an. Keine Ahnung, warum er das Auto nicht stehen gelassen hat.

Die ganze Szenerie hatte was von Jurassic Park II. Durch den dichten Dschungel wurde vor einigen ein höher gelegter Weg zum Wasserfall angefertigt. Auch die dazugehörigen Toiletten und Rastflächen existieren. Danach hat man das Areal der Natur überlassen und einen Parkwächter an den Eingang gesetzt, der Eintritt abkassiert. Sowas findet man recht häufig in Indonesien.

Der Wasserfall hingegen hat von seiner Schönheit nichts eingebüst. Über 40m tief stürzte das Wasser in die Tiefe, so dass alles in feinen Sprühnebel gehüllt wurde. Sehr beeindruckend.

Manado Wasserfall

Endstation Brücke

Mit dem Auto fuhren wir bis zur Brücke zurück, dann mussten alle raus bis auf Svenja und ich. Wir blieben als Achslast zurück. Das Auto rollte runter zur Brücke und versuchte auf der anderen Seite den Berg hoch zukommen. Die Hinterreifen drehten durch und das Auto schaffte es einfach nicht vom Feldweg über die Abbruchkante mit den Hinterreifen auf den Asphalt zu kommen. Beim dritten Versuch rutschte der linke Vorderreifen von der Brücke und der Wagen neigte sich bedenklich zur Seite. Vorsichtig stiegen wir aus, aber der Wagen rutschte zum Glück nicht weiter ab. Die Situation war ziemlich aussichtslos, denn dass Auto hatte keinen Wagenheber und es waren auch nicht genügend Leute da, um das Auto irgendwie auf die Brücke zu heben.

Manado Auto von der Brücke gerutscht

Mit Steinen haben wir eine Mauer für den Reifen zurück auf die Brücke gebaut, aber dem Fahrer war das zu suspekt und er hätte auch nur einen einzigen Versuch gehabt. Irgendwann, als es dunkel wurde, haben wir uns Michelle geschnappt und sind die Straße durch den Dschungel in Richtung Dorf gelaufen. Vom Hinweg wussten wir, dass mindestens vier bis für Kilometer Fußmarsch vor uns lagen. Uns tat der Fahrer etwas leid, da wir ihn zurücklassen mussten, aber wir mussten unbedingt morgen früh unsere Reise nach Gorontalo fortsetzen, da am Dienstagabend das Boot auf die Togians abfuhr.

Michelle war überglücklich, als uns ein Auto entgegen kam um, uns nach Manado zurückzubringen. Der Spaß kostete uns zwar 200.000 IDR, aber auch wir waren froh den blutsaugenden Moskitos entfliehen zu können.

Glück im Unglück

Wie schon mehrfach in diesem Urlaub eröffneten sich plötzlich in einer Miesere ungeahnte Möglichkeiten. Die Firma unseres neuen Fahrers bot nach kurzer Verhandlung an, uns die 400 km nach Gorontalo zu bringen.

Zuvor hätten wir die Möglichkeit gehabt für 200.000 – 300.000 IDR pro Nase einen Platz in einem Fahrzeug zu bekommen, das hätte aber auch gehießen, dass wir so lange durch Manado gegurkt wären, bis das Auto voll geworden wäre und dann noch 10 h Fahrzeit.

Um ein Flug zu buchen war es wahrscheinlich schon zu spät. Auf jeden Fall sieht man so nichts vom Land, ist aber in 40 min am Ziel. Mal abgesehen von der zusätzlichen Fahrt an den Flughafen und wieder in die Stadt rein (ca. 300.000 IDR), ist es mit mehr als 330.000 IDR pro Nase auch nicht viel teurer.

Um ein komplettes Auto zu mieten wollten sie 2.000.000 IDR haben, weil der Fahrer leer wieder zurück müsste, was aber Blödsinn ist, da hier keiner leer durch die Gegend fährt.

Das Angebot, für 1.175.000 IDR unser eigenes Auto zu bekommen klang so verlockend, dass wir sofort zusagten.

Hauptsache, die Kinder haben ihren Spaß

Obwohl es zapfen duster war mussten wir noch mal schnell in unseren Pool hüpfen, bevor wir uns mit Michelle zum Essen trafen. Das Nachtmahl zögerte sich noch weiter raus, weil die Kids unbedingt noch Io-Hawk-Board fahren mussten. Nach ein paar Minuten hatten sie den Dreh raus, pesten durch die Gegend und drehten Pirouette damit. Weil es schon 22 Uhr war hatte vieles schon zu und wegen Sonntag und Erntedank sowieso.

Das Essen war gruselig schlecht, aber da unser Magen zurzeit eh nicht so viel benötigte, war es gut zu verschmerzen.

Michelle organisierte uns noch unsere Zimmer in Gorontalo und lehnte es ab Geld für die wundervolle Tour zu nehmen. Wie werden sie auf jeden Fall im Laufe unserer Tour wärmstens weiterempfehlen.

Lange Fahrt von Manado nach Gorontalo

Fahrt von Manado nach Gorontalo

Die Indonesier auf Sulawesi scheinen alle überpünktlich zu sein. Obwohl 8 Uhr Abfahrt vereinbart war, wollte der Fahrer schon um 7:30 Uhr los. Schließlich sein es 400 km auf einer Landstraße von Manado nach Gorontalo, die vor uns lagen.

Achterbahn im Regenwald

Sobald man mal die Stadt hinter sich gelassen hat, ist man in einer anderen Welt. Alles ist so grün und dichter Regenwald verteilt sich über die steilen Bergen. Die Autofahrt erinnert mehr an eine Achterbahnfahrt: extrem kurvig und ein ständiges Auf und Ab, aber die Straße war gut. 

Fahrt nach Gorontalo kurvige Straße

Unterwegs sichteten wir lustige Fahrzeuge. Besonders die Bentors hatten es uns angetan, es ist eine Mischung aus Motorrad und Rikscha.

Fahrt nach Gorontalo Bentor

Mit der Zeit änderte sich das Landschaftsbild ein wenig und die Anzahl an Palmen nahm zu. Palmöl-Bäume sind hier eher selten, dafür setzt man hier mehr auf die Kokosnuss. So hohe Palmen wie hier, haben wir noch nie gesehen. Die Anzahl der Kirchen nahm dafür ab und die Moscheen wurden präsenter.

Hungern muss hier keiner

Der klare Vorteil eines eigenen Wagens ist, dass er anhält, wenn man mal auf die Toilette muss. Auf halber Strecke stoppten wir dann zum Mittagessen. Man konnte sich einfach aus einer Vielzahl von Schüsseln seinen Teller vollladen und bezahlte dann den Betrag, der auf dem Taschenrechner eingetippt wurde. Super schmackhaft und nicht all zu scharf.

Hier hier auf die Toilette muss, darf nicht zimperlich sein. In Sulawesi gibt es überwiegend die Stehtoiletten, da sie am hygienischsten sind. Man kann sie leicht putzen und sie verschmutzen nicht so wie unsere Sitztoiletten. Das hier war aber die schlimmste Toilette, die wir auf unserer bisherigen Fahrt hatten und mit Blitz sieht sie eigentlich schon ganz passabel aus. Für Svenja aber immer wieder eine Herausforderung.

Sulawesi Toiletten im Warung

Entlang der Küste nach Westen waren immer wieder schöne Buchten mit vorgelagerten Inseln zu sehen. Traumstrände gibt wahrscheinlich nicht all zu viele und Hotels schon gar keine. Die Straße von Popalo, der letzten Stadt an der Küste, bevor man durch das Landesinnere an die Küste nach Gorontalo fährt, ist flach und lässt sich schneller bewältigen, obwohl es das ein oder andere Schlagloch gibt.

Nach 9 Stunden endlich in Gorontalo

Es war schon fünf, als wir das New Melati Hotel in Gorontalo erreichten. Es hatte einen schönen Garten mit großem Baum und die Zimmer hatten Sitzgelegenheiten vor der Tür. Das war auch gut so, weil im Erdgeschoss alles stark nach Moskitospray stank. Bei 200.000 IDR inkl. Frühstück pro Zimmer kann man nicht mehr erwarten. Aber die Kinder hatten alle ein eigenes Bett, was mal wieder notwendig war. 

Gorontalo New Melati Hotel

Mandi-Dusche gab es zwar noch keine, aber die manuelle Toilettenspülung wurde der neue Standard auf der Reise. Funktioniert auch gut und benötigt deutlich weniger Wasser. Es versteht sich, dass Klopapier so auch nicht mehr zum Einsatz kommen kann. Alles eine Frage der Gewohnheit, aber die manuelle Form der Bidets ist bestimmt nicht unhygienischer.

Mit dem Bentor, einer Motorrad-Rickscha, fuhren wir in eine Mall, um uns mit Bargeld zu versorgen. Auf den Togians gibt es nämlich keine Geldautomaten.

Gorontalo fahrt mit dem Bentor

Planung unseres Togian-Trips

Wir wollten etwas mehr von den Togians sehen, aber es ist schwierig von Europa aus etwas zu buchen, da die meisten der ca. 20 Unterkünfte keine Email haben und meist auch keine Internetseite über die man buchen könnte. Es bleibt also nur noch die Möglichkeit über Skype anzurufen und zu hoffen, dass man jemanden an der Strippe hat, der auch Englisch versteht.

Es ist dringend anzuraten, sich im Vorfeld um eine Unterkunft zu bemühen, denn die Unterkünfte sind tatsächlich ausgebucht in der Hauptsaison von Juni bis September. Vereinzelt findet man noch ein Zimmer oder wenn jemand tatsächlich irgendwo strandet, dann findet sich bestimmt auch noch eine Hängematte.

Ich hatte in der Facebook-Gruppe von Indojunkies nach schönen Unterkünften auf den Togians gefragt und war sehr überrascht, dass ich eine Personal Message von David und Angie von Poki-Poki erhalten hatte. Nach einigen netten Emails hin und her hatten wir nicht nur eine Unterkunft, sondern auch gleich einen kompletten Trip über die Togians von ihnen organisiert bekommen.

Eine Woche als Seenomade über die Togians

Mit unserem eigenen Boot sollten wir erst die Insel Kadidiri und später Malenge erkunden. Die Bungalows von Poki-Poki liegen auf der südlichsten Insel Batudaka und sollten der Abschluss unseres Togian-Trips werden. 

Ein klarer Vorteil war, dass wir schon in Deutschland den Aufenthalt bezahlen konnten. Weil sie unsere Unterkünfte in Kadidiri und Malenge schon buchen und bezahlen mussten, machten wir eine Anzahlung auf ein deutsches Konto bei der DKB-Bank* und kurz vor Abreise bezahlten wir den restlichen Betrag.

Wie wir auf die Togians gekommen sind und was wir dort alles erlebt haben, erfahrt ihr, sobald wir wieder Internet haben, denn auf den Togians gibt es nur zeitweise Strom mit dem Generator.

Mit der Tuna Tomini Fähre von Gorontalo nach Wakai

Gorontalo Frühstück

Wir gammelten in den Tag hinein und lernten Lindsay den Australier kennen. Ein 57 jähriger Rentner, der sein Haus verkauft hat, um im australischen Winter immer auf Reisen gehen zu können. 

Auf Schnäppchenjagd 

Mit dem Bentor fuhren wir in den Supermarkt und deckten wir uns mit Fressalien für die nächsten Tage ein. Gar nicht so einfach, da alles völlig überzuckert ist. In einer Schreibwarenhandlung schwelgte Kiara im siebten Himmel und kaufte jede Menge verschiedene Stifte und eine Fototasche für ihre große Kamera – ein echtes Schnäppchen. Markenprodukte sind hier genauso teuer wie bei uns, aber Sachen zum Malen und Zeichnen sind davon ausgenommen, so dass Farber-Castel wohl mitziehen musste.

Gorontalo Fahrt mit dem Bentor

Mit dem Bentor zum Hafen

Die Kinder lieben die Fahrten mit dem Bentor, so dass wir uns auch damit gegen 16:30 Uhr zur Fähre bringen ließen. Die Fahrt war relativ lange und ging am linken Ufer entlang, nichts was man hätte laufen können. Anscheinend ist es erst so weit draußen tief genug oder man will das Gewusel bewusst aus der Stadt verbannen. Mattis war auf jeden Fall über jede Minute dankbar, denn er durft hinter dem Fahrer sitzen und genoss die Fahrt.

Gorontalo Fahrt zur Fähre mit dem Bentor

Mit der Tuna Tomini von Gorontalo nach Wakai

Auf der Fähre kann man verschiedene Komfort-Klassen buchen. Eine Kabine mit zwei Stockbeten, in der normalerweise die Crew schläft, für ca. 400.000 IDR komplett.  

Ekonomi für 65.000 IDR, Tatami für 75.000 IDR und Bisnis für 89.000 IDR. Zu allen Klassen kommen noch 15.000 IDR Togian-Gebühr.

Gorontalo Fähre Toma Tomini

Gorotalo Tuna Tomini

Business-Class für unsere Rucksäcke

Wir dachten, wir tun uns was Gutes und buchen Business-Class, weil es dort Aircon gibt. Weit gefehlt! Es gab zwei Reihen Flugzeugsitze neueren Datums. Der Rest waren alte und ausgelutschte Sitze, die beachtlich schaukelten. Aircon gab es zwar, aber davon kam vorn nichts an. 

Gorontalo Tuna Tomini Bisnis Class Alt

Gorontalo Tuna Tomini Bisnis Class

Da wäre die Tatami-Klasse die bessere Wahl gewesen, denn dort gab es Natural Aircon, da die Seiten des Schiffs offen waren. Dort konnte man sich für 10.000 IDR eine dünne Matte mieten und auf eine Liegefläche legen. Man kann sich die Liegefläche wie ein ewig breites Stockbett vorstellen. Die oberen Betten sind luftiger, die unteren sind nachts etwas dunkler, weil das Licht durchgehend brennt.  

Gorontalo Tuna Tomini Tatami Class

Economy-Class ist dann der restliche Boden des Schiffs. Wenn man in der Business-Class einen guten Platz will, muss man kurz nach 16:00 Uhr da sein. Die Tatamis haben Nummern, also keine frei Platzwahl. Das nächste Mal würden wir uns das billigste Ticket holen und eine Matte besorgen und die Nacht auf dem Deck verbringen. 

Auf der ganze Fähre waren vielleicht fünfzig Touris, die Fähre fährt nur zwei Mal die Woche (Dienstag und Freitag) von Gorontalo nach Wakai. Von Marisa geht auch noch eine Tagesfähre nach Dolong, die nur halb so lange braucht, weil es direkt nördlich der Togians liegt. Von Ampana aus gib es die meisten Verbindungen auf die Togians, da es südlich liegt und die kürzeste Entfernung aufweist. 

Stürmische Überfahrt

Abfahrt ist um 18 Uhr, irgendwann nach 19 Uhr legte das Schiff ab. Es war schon stockdunkel und wir saßen mit Lindsay auf dem Deck zwischen den beiden Schornsteine. Der Sonnenuntergang war einfach spektakulär.

Gorontalo Tuna Tomini Sonnenuntergang

Gorontalo Tuna Tomini Sonnenuntergang

Da der Wind sehr stark war, war der Wellengang entsprechend. Das Schiff rollte heftig und die Kinder entschlossen sich nach einer reingewürgten Nudelsuppe, die Nacht auf dem Deck zu verbringen. Jürgen organisierte uns noch zwei Tatamis und wir beobachteten noch lange die unheimlich vielen Sterne, die sich sehr unruhig von einer auf die andere Seite bewegten. Kiara und Mattis knackten auf einer Liege, Svenja und ich lagen auf dem Deck und sahen immer mehr Sternbilder. 

In den frühen Morgenstunden fing es zum Regnen an und wir flüchteten unter die Überdachung. Die war aber so hell beleuchtet, dass ich mit Svenja runter zu Jürgen ging. Die anderen beiden ließen wir mit dem Stapeln von Bargeld im Rucksack an Deck zurück.

Hier fühlt man sich willkommen und sehr sicher

Wenn es ein Land gibt, wo man sich absolut sicher fühlen kann, dann ist es Sulawesi. Nie mussten wir Angst um irgendwas hier haben. Die Leute sind nicht aufdringlich, außer wenn sie wollen, dass du auf ein Selfie mitdrauf sollst.  

Große Hektig und Geschrei gibt es nicht, egal ob Christ oder Moslem, man wird sehr höflich behandelt. Das liegt viel daran, dass es fast keinen Tourismus hier gibt und Bule (Ausländer) selten sind.

Unser erster Tag als Seenomade auf den Togian Inseln

Nach einem epischen Sonnenaufgang zogen die ersten Inseln der Togians an uns vorbei und wir bekamen schon mal einen Eindruck von paradiesischen Palmenstränden, welche auf uns warteten.

Gorotalo Tuna Tomini Sonnenaufgang

Gorotalo Tuna Tomini Sonnenaufgang

Gorotalo Tuna Tomini Sonnenaufgang

Gorotalo Tuna Tomini Sonnenaufgang

Gorotalo Tuna Tomini Sonnenaufgang

Gorotalo Tuna Tomini Sonnenaufgang

Togian Kadidiri Lestari

Wakai ist ein sehr beschauliches Fischerdorf

Die Fähre legt in Wakai um 6 Uhr an und die unzähligen Kisten, Hühner und sogar Kühlschränke wurden an Land geschleppt. In der Menge von schwarzköpfigen Menschen entdeckt ich zwei Jungs mit einem Pappschild auf dem Family Sefrin stand. Ein bisschen erleichtert war ich schon. So gleich schnappten sie sich ein paar Gepäckstücke und brachten uns ins Hafenbüro, wo wir uns registrieren mussten.

Wakai darf man sich jetzt nicht als Stadt vorstellen, eher wie eine kleine Straße mit ein paar Hütten links und rechts. Das eigentliche Dorf ist im Wasser auf Stelzen gebaut.

Togians Wakai

Togians Wakai

Unser neues Seenomaden-Zuhause

Danach ging es direkt zu unserem Boot, dass uns die nächsten Tage treu von Bucht zu Bucht und Insel zu Insel schippern sollte. Unser Kapitän hieß Uja und sprach recht gut Englisch. Seine rechte Hand, mit dem Namen Manto, der ihm den Weg durch die Korallen wies, ist eher wortkarg, aber ebenso nett. Beide waren unglaublich um unser Wohlergehen bemüht.

Uja überreichte uns noch eine handgezeichnete Karte der Togians von Angie und David von Poki-Poki, wo unsere Reiseroute eingezeichnet war und die einzelnen Aktionen, die sie für uns vor Ort geplant hatten. Dazu gab es noch ein total nettes persönliches Anschreiben. Da steckte viel Arbeit und Liebe drin, wir waren echt beeindruckt.

Togian unser Boot

Alle Inseln, an denen wir vorbeikamen, bestanden aus scharfkantigem Gestein und waren mit dichten Dschungelpflanzen bewachsen. An der Küste sah man hier und dort einen traumhaften weißen Strand mit Kokospalmen und anderen großen schattenspendenden Bäumen.

Togians Harmony Bay

Ankunft in Pondok Lestari auf Kadidiri

In einer Bucht mit ein paar James Bond-Felsen lag Pondok Lestari Kadidiri. Gekonnt legte das Boot an und wir konnten zwei Bungalows beziehen, deren Veranda direkt an der Hafenmauer lag.

Gleich darauf gab es das leckerste Frühstück, dass wir bisher hatten: Frittierte Teigbällchen und kleine leckere Bananen. Kaffee oder Tee bereitet man sich selbst zu.

Togian Kadidiri Lestari

Togian Kadidiri Lestari

Togian Kadidiri Lestari

In unserer Bucht gab es noch weiter Unterkünfte: Für die Taucher Black Marlin und Paradise Resort. Mit Pondok Lestari hatten wir es ganz gut getroffen, weil das Publikum überwiegend aus Rucksacktouristen bestand und bunt gemischt war. Witzigerweise trafen wir Linday wieder, der wohl die letzte verfügbare Hütte auf Kadidiri ergattert hatte.

Schnorchelausrüstung ist ein Muss für die Togians

Es macht auf jeden Fall Sinn, die eigenen Schnorchelausrüstung einzupacken. Die Ausrüstung, die wir in der Tauchschule ausgeliehen hatten war schweineteuer und taugte nichts. Nichts desto trotz tauchten wir in unserer Buch herum. Es gab ziemlich gut intakte Korallengärten und die unterschiedlichsten Fische. Leider gab es aber auch eine ganz ordentliche Strömung, was bei Ebbe blöd ist, da man den Korallen schon bedenklich nahe kam. Das Wasser war pisswarm, an Unterkühlung wird Mattis hier nie leiden.

Nachdem Mittagessen – es gab Fisch – ging es raus auf eine kleine Insel zum Schnorcheln. Taipi ist ein wunderschönes Eiland! Warum die Bungalows dort aufgegeben wurden ist uns ein Rätsel.

Togians Insel Taipi

Togians Insel Taipi

Togians Insel Taipi

Togians Insel Taipi

Togians Insel Taipi

So schnell sind wir noch nie an eine Kokosnuss gekommen

Uja holte schnell mal fünf Kokosnüsse vom Baum. Flink wie ein Affe kletterte er mit der Machete den steilen Stamm hoch und hackte ein paar Nüsse ab. Am Boden der Nuss wurde ein Stück abgeschlagen, damit sie nicht umkippte. Der Deckel wurde soweit reduziert, bis eine Öffnung entstand, aus der man gut trinken konnte. Schon lecker, wenn sie direkt vom Baum kommt.

Togians Insel Taipi Uja öffnet Kokosnuss

Schnorcheln zwischen Seesternen, Fischen und Korallen

Nach frischem Tee/Kaffee und Kokoskeksen, schwammen wir durch einen Kanal raus an die Riffkante. Die Insel fiel steil ab und ging auf ca. 15m in Sandboden über. Das Wasser war glasklar. An den Hängen waren überall die unterschiedlichsten Korallen, sowohl harte, als auch weiche. Manche waren gelblila andere rosa oder blau. Auch die Fische waren recht artenreich und knall bunt. Am meisten stachen die großen blauen Seesterne ins Auge, die aber wohl die Korallen fressen.

Tagesablauf einer Bajo-Familie

Das Nette an unseren Cottages war, dass man mit einer Bajo-Familie zusammenlebte und deren Tagesablauf mitbekam. Alleine das Prozedere, um das Frischwasser vom Boot ans Land zu bekommen, war sehenswert und ließ einen mehrfach überlegen, ob man ein oder zwei Kellen Wasser mehr zum Duschen nahm. À propos Duschen – auf den Togians gab es nur noch Mandi-Duschen im Bad. Man hat einen großen Pott mit Salzwasser für die Toilettenspülung und einen Pott Süßwasser zum Duschen. Man schöpfte sich eine Kelle Wasser über und seifte sich ein und mit der nächsten Kelle duscht man sich ab.

Das morgendliche Holzhacken vom Bajo-Opa war genauso notwendig, wie das abendliche musizieren der Familie am Lagerfeuer. Sie konnten richtig gut Gitarre spielen und singen.

Togian Kadidiri Pondok Lestari

Togian Kadidiri Pondok Lestari

Togians Kadidiri Lestari Sonnenuntergang

Plastikmüll ist ein echtes Problem auf den Inseln

Und wenn der letzte Touri ins Bett gegangen war, wurde der Zivilisationmüll im Lagerfeuer verbrannt. Die einzige Möglichkeit das ganze Plastik loszuwerden.

Jellyfish Lake: Schnorcheln mit tausenden von Quallen

Heute stand der Jellyfish Lake auf unserem Plan. Uja war sehr flexibel und ermöglichte uns alle Sonderwünsche, so dass unsere Tour auf uns maßgeschneidert war.

Togians unser Bootscrew

Togians Kadidiri Lestari

Gestern Abend ist Uja extra für uns zwei Stunden nach Poki-Poki gefahren, um für Kiara und Svenja Schnorchel und Taucherbrillen zu holen. Außerdem brachte er noch Flossen für alle mit. Keine Ahnung, wann er morgens dort losgefahren war, aber er war schon zurück, bevor wir mit dem Frühstück fertig waren und wir haben früh angefangen, weil der blöde Hahn sich direkt vor unseren Bungalow gestellt hat.

Jellyfish Lake

Von Lestari aus erreichte man den Quallensee in ca. einer Stunde. Er befand sich direkt hinter den Felsen, wo man an Land ging. Von einem Ponton aus konnte man in den Jellyfish Lake hüpfen, der aber ein Salzwassersee war. Sobald man mit dem Kopf unterwasser tauchte, war man in einer anderen Welt. Direkt um einen herum waren hunderte von Quallen, die sich pumpend in alle möglichen Richtungen bewegten. Die meisten waren nicht größer als ein Handteller und schwebten anmutig an einem vorbei. Manchmal wurde man auch von den glibberigen Wesen angerammt. Weiter draußen gab es auch noch größere Exemplare (20 cm), die fast durchsichtig waren.

Togians Jellyfish Lake

Togians Jellyfish Lake

Kiara und Jürgen waren so begeistert, dass sie durch den kompletten See schwammen, was sein Folgen hatte. Um die Quallen nicht noch mehr zu belasten, darf man nicht mit Sonnencreme und Flossen in den See. Dementsprechend rot waren wir alle an den Rückseiten der Beine und Oberarme.

Inzwischen war die Ebbe so weit fortgeschritten, dass wir nicht mehr über den windschiefen Steg aufs Boot konnten. Vorsichtig waddeten wir über die toten Korallenbänke raus zum Boot.

Togians Jellyfish Lake Bucht

Karina-Beach

Direkt neben dem Quallensee befand sich der Karina-Beach. Ein weiterer schöner Strand mit einer tollen Unterwasserwelt. Viele Korallen, die noch gut intakt waren. Super schön zum Schnorcheln, da wirkliche Prachtexemplare dabei waren.

Togians Karina-Beach

Togians Karina-Beach

Togians Karina-Beach

Baracuda-Beach

Nach dem Mittagessen – es gab Fisch – fuhren wir noch an den Baracuda-Beach. Es genzte schon an Zufall, aber wir trafen Lindsay wieder. Die Kinder spielten am Strand während wir Schnorcheln gingen.

Baracudas sind lange schmale Fische mit langen Nasen, die direkt unter der Wasseroberfläche lauerten. Wir sahen unheimlich viele verschiedene Fischschwärme. Beim Umrunden einer Insel trieben 50 cm große Fische an uns vorbei, die an Koffer erinnerten. Im Uferbereich gründelte ein 5 cm dicker und bestimmt 1 m langer Wurm, vielleicht war es auch Wasserschlange, so genau möchte ich das gar nicht wissen.

Togians Baracuda-Beach

Ein Viel-Nationenmix

Nach dem Abendessen – es gab Fisch – saßen wir noch mit den anderen Reisenden zusammen. Die Kinder spielten mit den Hunden, einem deutsch-indonesischen Mädchen, einem rumänischen Jungen und dem Hahn. Wir schnackten mit Belgiern, Schweizern, Franzosen, Rumänen, einem Engländer und einer Irin, ein bunter Nationenmix.

Togians Kadidiri Lestari

Togians Kadidiri Lestari

Episch schön in Malenge Indah

Nach dem Frühstück stachen wir wieder in See. Das Boot ist unser zweites Zuhause geworden. Selbst bei recht deftigen Wellengang wird man nicht seekrank, weil es mit seinen Auslegern schön austariert auf dem Wasser liegt.

Togians Auslegerboot

California-Riff

Auf dem Weg von Kadidiri nach Malenge machten wir am California-Riff fest. Außer einer Hütte mit Steg mitten im Wasser sieht man erstmal nicht viel. Die wahre Pracht zeigt sich ein paar Meter unter Wasser: Wahnsinnig schöne Korallen und Fische! An den bis zu 20 m abfallenden Hängen tummelten sich viele unterschiedliche Arten in fast allen Farben. Die Seesterne haben einen Durchmesser von fast 40 cm und sind glatt, aber manchmal auch stachelig.

Episch schön in Malenge Indah

Wir kamen an total vielen kleineren und größeren Inseln vorbei. Alle satt bewachsen. Hier und dort ein kleiner Traumstrand mit ein paar Palmen und unterschiedliches türkisblaues Wasser davor. Entspannt zogen die Inseln vorbei, bis wir nach insgesamt 3 h Fahrtzeit den Strand Malenge Indah ansteuerten. Ein traumhaft schönes Fleckchen Erde! Wie aus dem Bilderbuch, nur noch viel schöner. Unser neues Zuhause für die nächsten zwei Nächte waren ein paar Bungalows unter Palmen mit Blick aufs Meer.

Die Belegschaft war auch super freundlich und sprach sehr gut Englisch. Kaum hatten wir das Boot entladen, schon wurde das Mittagessen serviert – es gab KEINEN Fisch! Dafür gab es ein super leckeres Eiergericht mit schmackhaften Gemüse und Früchten zum Nachtisch. Den Nachmittag chillten wir in unseren Bungalows in der Hängematte.

Togians Malenge IndahTogians Malenge Indah

Togians Malenge Indah

Pulau Papan

Als es etwas kühler wurde, fuhren wir mit dem Boot nach Pulau Papan. Das ist eine kleine Insel mit einem Dorf oben drauf, welche über einen sehr langen Holzsteg vom Festland aus erreichbar ist. Viele Kinder saßen auf dem Steg und angelten. Hier lernt man schon mit vier, wie man Fische auf die Bohlen klatschen lässt, um sie zu töten. Teilweise durften wir nur passieren, wenn wir ein Foto von ihnen gemacht hatten und es ihnen auf der Kamera gezeigt hatten. Sie freuten sich immer riesig darüber. Ein guter Teil des Dorfes steht auf Pfählen im Wasser. Neben einer Mosche gibt es noch eine Tischtennisplatte und ein Badmintonfeld. Hier leben Bajos, die Seenomaden der Togians.

Togians Pulau Papan

Togians Pulau Papan Steg

Togians Pulau Papan Steg

Togians Pulau Papan

Togians Malenge Kinder

Während wir entlang der Küste in den Sonnenuntergang liefen, holte Manto der Skipper das Boot und gabelte uns an einem Pier auf. Riesengroß und rot-orange versank die Sonne im Meer.

Togians Malenge Pfahlbau

Togians Malenge Abendstimmung

Togians Malenge Sonnenuntergang

Togians Malenge Sonnenuntergang

Riff Nr. 5

Nach dem Frühstück fuhren wir raus zum Riff Nr. 5. Das war leider nicht so schön, da es nicht so gut erhalten war. Das Dynamitfischen hat seine Spuren hinterlassen und es dauert manchmal Jahrzehnte, bis sich die Korallen wieder davon erholen.

Fünf Delfine als Begleitung

Auf dem Rückweg nach Malenge Indah begegneten uns fünf Delfine, die wir bestimmt eine dreiviertel Stunde lang verfolgten. Es waren ziemlich große Tiere, die einem Schwarm springender Fische nach jagten. Wenn sie neben oder unter unserem Boot schwammen, konnte man deutliche Kratzspuren am Rücken bei den Tieren erkennen.

Togians Malenge Delfin

Schnorchel vor der Haustür mit Riesenfischen

Unsere Fischdiät wurde fortgesetzt, aber die Soßen waren sehr schmackhaft und die Portionen größer als in Kadidiri. Wir genossen den idyllischen Ausblick über unserer Bucht und machten einen langen Schnorchelausflug durch unsere Bucht, wo wir gleich zu Anfang einen kleinen Manta-Rochen sahen. Immer dann, wenn das Wasser etwas wärmer wurde, sah man mehr tote Korallen. Auch hier war es ganz nett und abwechslungsreich. Als wir einen reisen großen Fisch aufscheuchten, hoffte ich mal, dass wir nicht auf seinem Speiseplan stehen. Von der gleichen Sorte sahen wir später noch eine Gruppe von drei Fischen. Jeder war ca. 2 m lang und sie sahen aus, als wären sie irgendwo dagegen geschwommen, so platt war ihre Stirn. Auf jeden Fall sehr beeindruckend, wenn solche Riesenfische an einem vorbeiziehen.

Togians Malenge Indah

Keine Deutschen

Deutsche trifft man auf den Togians so gut wie keine. Ein Schweizer Familie mit zwei Kindern und Großeltern, eine französisches Pärchen auf Weltreise und ein Belgier, der mit dem Rad unterwegs durch Sulawesi war, hoben sich von einer Gruppe spanischer Seniorinnen ab.

Abends gab es ein wildes Beach-Footballspiel mit unseren Kids und den Angestellten von Malenge Indah, was dann im Wasser endete. Dummerweise inklusive Klamotten und die waren gerade frisch gewechselt worden. Bisher hatten wir noch nicht die Gelegenheit gefunden, um unsere Wäsche waschen zu lassen und mussten etwas sparsam damit umgehen.

Mattis hat sich im Eifer des Gefechts ein Korallenteil in den Fuß gerammt. Es war zwar leicht zu entfernen, aber mitten auf der Lauffläche.

Nach dem Sonnenuntergang wurden wir Zeuge eines Naturspektakels wie wir es noch nie gesehen hatten. Ein einsame Gewitterwolke am Horizont produzierte haufenweise Blitze innerhalb der Wolke.

Den Abend ließen wir am Lagerfeuer ausklingen und mussten den selbst gebrannten Arrak kosten, den ein Angestellter rumreichte. Leckeres Stöffchen, aber es schrie nach Kopfschmerzen. Also ließen wir es bei der Kostprobe.

Togians Gewitter

Poki-Poki

Togians Insel

Leider müssen wir diesen Traumstrand heute schon wieder verlassen, wo man von den Wellen so schön in den Schlaf gerauscht wird.

Kleine Not-OP am Riff Nr. 4

Nach dem Frühstück stachen wir in See. Damit wir nicht die fünf Stunden am Stück absitzen mussten, brachte uns Uja noch zum Riff Nr. 4. Mattis Fuß hatte sich über Nacht entzündet und war dick angeschwollen. Mit einer kleinen Not-OP war erstmal der Eiter und Dreck draußen. Große Lust auf Schnorcheln hatte er danach nicht mehr, da die Wunde inzwischen daumennagelgroß war.

Jürgens Blase am Fuß, die er sich gestern gelaufen hatte, ging es auch nicht viel besser – alles war großflächig gerötet. Jedes Mal das Gleiche in den Tropen: jede Kleinigkeit vereitert total schnell. 

Zurück zum Riff! Mitten im Meer befand sich eine kleine Insel, die komplett aus toten Korallen bestand. Leider war ein Großteil der Korallen um das Riff auch kaputt, aber das hielt einen Steinfisch nicht davon ab dort zu leben. Eine Korallenart war sehr interessant, sie hatte senkrechte Wände, die Taschen bildeten und darin waren unzählige Fische.

Gutes Sitzfleisch gefordert

Die restliche Fahrt zog sich und das Sitzfleisch wurde stark beansprucht. Zahlreiche kleine Inseln glitten an uns vorbei und die Kids verschliefen einen Großteil der Fahrt. Wir passierte Mangrovenwälder, ein kleines Bajo-Dorf und sahen Behausungen auf den noch so kleinsten Inseln.

Togians Bootsfahrt

Togians Bajo-Dorf

Togians Insel

Togians Mangroven

Herzlicher Empfang auf Poki-Poki

Unser Boot legte am Steg von Poki-Poki an, der weit ins Meer reichte. Die Kinder waren inzwischen schon sehr geübt darin, das Boot, wenn es ohne Motor über die Korallenbänke trieb, zum Anlegesteg oder Strand zu staken und machten Manto arbeitslos. Das änderte sich schlagartig, denn als Kiara von Bord ging, rutschte ihr das Handy aus der Tasche. Manto sprang schnell samt Klamotten hinterher und fische es wieder aus dem Meer. 

Togians Poki-Poki

Togian Poki-Poki

Schon der Steg war sehr liebevoll gestaltet, überall verteilt befanden sich kleine Arrangements, die aus Treibholz gebaut oder einfach nur sehr schön bemalt waren. Wir wurden sehr herzlich von Angie und David begrüßt und gleich mit einem leckeren Essen versorgt, da wir total ausgehungert waren. Unsere zwei Bungalows waren mit Abstand die schönste Bleibe auf unserer bisherigen Reise. Treibholz oder Bambus verschönerte die sonst immer so karge Einrichtung.

Togians Poki-Poki Holzbungalow

Togians Poki-Poki Ausblick

Im Einklang mit den Locals

Poki-Poki ist plastikfrei, das fängt bei der Wäscheleine an und geht über den Kokosnuss-Schöpflöffel zum Duschen bis hin zu den Dächern, die alle mit Palmenblättern gedeckt sind, weiter. Ansonsten wird auch stark darauf geachtet ökologisch nachhaltig zu haushalten und die lokale Wirtschaft zu fördern. Handwerker aus dem nahe gelegenen Dorf Bomba werden beschäftigt, um Bungalows zu bauen oder zu renovieren. Älter Dorfbewohnerinnen fertigen Palmdach-Paneelen an, mit denen alle Bungalows und das Restaurant gedeckt sind. Die Belegschaft kommt morgens um 8 Uhr und fährt abends um 22 Uhr mit dem Boot zurück nach Bomba. Aber es ist jetzt nicht so wie bei uns, dass man durcharbeitet, hier ist alles so gemächlich und zwischendrin wird in der Hängematte geschlafen.

In Sulawesi ist das monatliche Einkommen sehr gering. Es wird ca. 60 h/Woche gearbeitet und ein Verkäufer in einer Mall bekommt umgerechnet 140 €/Monat. Ein Viertel des Lohns geht für ein spärliches Zimmer drauf. Auf den Togian verdient man ungefähr halb so viel, ist dafür aber in einer traumhaften Umgebung.

Perfekt um die Seele baumeln zu lassen

Ein riesiger umgekippter Baum, der schon ganz gegerbt war vom Salzwasser, liegt am Palmenstrand und ragte ins Wasser rein. Auf ihm verlief ein Steg zu einer Plattform, die sich zum Genießen von Sonnenuntergänge eignete. Überall am Strand, auf dem Steg oder im Restaurant waren Hängematten verteilt, perfekt also, um die Seele baumeln zu lassen. 

Überhaupt war dieser Trip über die Togians mit Abstand das Entspannendste, was wir auf all unseren Reisen bisher erlebt haben. Nicht nur weil es hier kein Internet und Fernsehen gibt, sondern weil die Umgebung und Menschen einfach traumhaft waren und man sich um nichts kümmern musste, da David und Angie dies, wie schon erwähnt, für uns erledigt hatten.

Togians Poki-Poki Chillout

Rückkehr der Hornbills

Wir hingegen sprangen nochmal ins Boot und fuhren zu einem kleinen Bajo-Dorf in den Magrovenwäldern, um uns die abendliche Rückkehr der Hornbills (Nashornvögel) anzuschauen. Als wir den Steg durch den Sumpf hinter uns gelassen hatten und durchs Dorf liefen, hatten wir im Nu eine Traube von etwa 20 Kindern um uns. Sie wollten unbedingt fotografiert werden und spuckten wie Lamas ständig auf den Boden.

Die Hornbill fliegen zum Sonnenuntergang über den Sumpf und schlafen im angrenzenden Dschungel in den Bäumen. Vielleicht lag es an der lärmenden Kinderschar, denn es kamen immer nur zwei bis vier Vögel. Insgesamt waren es vielleicht zwanzig oder ein paar mehr.

Im Dunkeln fuhren wir nach Poki-Poki zurück. Es ist schon gut, dass Uja hier geboren wurde und jeden Stein oder Koralle persönlich kennt.

Togians Auslegerboot

Togians Bajo-Kindern am Steg

Togians Bajo-Dorf mit Kindern

Togians Bajo-Dorf mit Kindern

Togians Hornbill

Ein letztes Mal Schnorcheln auf Pulau Taupan

Sehr relaxt zog der Vormittag an uns vorbei, bis wir am frühen Nachmittag zu einer Schnorcheltour starteten. Der Weg war länger als gedacht, aber er hat sich gelohnt. Nachdem Uja das Boot vorsichtig unterwasser festgemacht hatte, konnte man am Riff reinspringen. Es war wie eine Mauer, die senkrecht ca. 50 m abfiel. Als wir um ein Ecke schnorchelten, befanden sich vor uns Unmengen von unterschiedlichen Fischen. Man kam sich vor wie in einem riesigen Aquarium. Im Norden des Riffs war keine Strömung, dafür umso mehr an der Ostseite des Riffs. Zum Glück hat Uja eine Dive Master-Ausbildung und kennt die Gegend gut genug, um alles richtig einschätzen zu können. Während wir uns am Riff vorbeitreiben ließen, trieb auch das Boot mit uns mit.

Die Kinder hatten ein neues Lieblingsspiel gefunden, Bounce-Off*: Eine Art 5-Gewinnt, aber mit Plastikbällen, die man aufdotzen muss, bevor sie auf einem Spielbrett landeten. Mit David lieferten sie sich harte Kämpfe, so dass uns das Geklacker in den Abend rein verfolgte.

Wir genossen mal wieder einen melodramatischen Sonnenuntergang

Togians Poki-Poki Sonnenuntergang

Togians Poki-Poki Hängematte

Togians Poki-Poki Sonnenuntergang

Togians Poki-Poki Sonnenuntergang

Vulkanausbruch?

Mitten in der Nacht tat es einen ohrenbetäubenden 15 sekündigen Knall. Noch nie hatte ich ein so lautes Geräusch gehört. Mein erster Gedanke war, dass der Vulkan Colo auf Una-Una ausgebrochen war, den man am Horizont sieht. Als es dann nochmal krachte, war klar dass es ein Gewitter sein musste, was direkt über uns war. Danach setzte ein heftiger Regenschauer ein.

Tentena am Danau Poso

Tentena Danau Poso

Abschied von den Togians

Schweren Herzens mussten wir die Togians hinter uns lassen. Kurz nach 9 Uhr fuhr uns Uja an den Pier der Bomba Divers. Um das Speedboot nach Ampana abzufangen, fuhr Uja mit dem Boot raus aufs Meer. Zum Glück war es noch nicht komplett gefüllt, so dass wir gerade noch reinpassten. Das Speedboot ist mit 130.000 IDR/Person zwar erheblich teurer als das Public Boat, fährt aber zwei Mal täglich und braucht nur 40 Minute bis Ampana. Damit erspart man sich eine Nacht in Ampana und kann gleich weiterreisen.

Togians Inseln

So schnell kann es gehen

Da wir im Boot ganz vorne saßen, gingen wir auch als erstes von Bord, als wir im Hafen anlegten. Dann ging alles ganz schnell: Ein Mann fragte uns, wohin wir wollten und schon hatten wir für 800.000 IDR unseren Toyota Avanza für uns alleine nach Tentena am Danau Poso. Der Fahrer war flott unterwegs, aber nicht halsbrecherisch und hatte einen ausgefallenen Geschmack, was die Innenausstattung seines Autos betraf.

Tentena Fahrt im Auto

Tentena Fahrt Tankstelle

So kann man Restaurantbesitzer schocken

Als er nach 1,5 h zum Mittagessen hielt und uns in die Küche eines kleinen Restaurants führte, war der Besitzer ganz schockiert, dass wir heftig den Kopf schüttelten, als er uns die Kiste mit dem Fisch zeigte. Unser Fahrer sprach Null Englisch und holte sich telefonisch Hilfe. Ich erklärte kurz, dass wir eine Woche lang Fisch gegessen hätten und heute halt alles essen würden, nur keinen Fisch. An einiger Fahrtzeit hielten wir an einem Warung und bekamen die gewünschte Soto Ayam (Hühnersuppe) und die vielleicht schlimmste Toilette Sulawesis. Ich erspare euch mal weitere Einzelheiten.

Die fünf Stunden bis Tentena waren teilweise eine holprige Angelegenheit. Durch einen kurzen Regenschauer wurde die Straße in einen kleinen Fluss verwandelt, der jede Menge kleineres Geröll mit sich trug.

Tentena liegt am nördlichen Ufer des riesigen Danau Poso auf 600 m Höhe umgeben von Bergen. Mit 320 km² ist er der drittgrößte See Indonesiens, der an manchen Stellen bis zu 450 m tief ist. Die Gegend ist bekannt für ihre Aale, die der Fluss Poso mit sich führt, welcher vom Poso See in Richtung Norden in den Golf von Tomini abfließt.

Tentena am Danau Poso alte Brücke

Tentena Fluss Poso

So sieht gute Dienstleistung aus!

Das Hotel Victory wurde uns schon von anderen Reisenden empfohlen und hatte noch zwei Zimmer frei, eines sogar mit zwei Doppelbetten. Das Mädel an der Rezeption (Nomi) sprach nicht nur super Englisch, sie erklärte uns auch genau, was wir in der Umgebung von Tentena am Danau Poso alles anschauen können und sie organisierte uns auch alles. Im Nu hatten wir ein Fahrer für den nächsten Tag, den wir auch gleich für die Fahrt nach Rantepao fest hatten. Wir hatten mit 1,7 Mio. Rupien gerechnet, er wollte nur 1 Mio. für den Höllentrip. Uns war es recht, da wir ihn ja erstmal auf der kleinen Tour testen konnten, für die er 350.000 IDR von uns haben wollte.

So gewöhnungsbedürftig kann Local Food sein

In den kleinen Warungs um die Ecke gab es eher lokale Produkte zum Abendesse, wie z.B. Fledermaus, Flughunde und ähnliche Köstlichkeiten. Wir zogen normales Indo-Food vor.

Tentena Fledermausflügel

Verschollen am Salopa-Wasserfall bei Tentena

Beim Frühstück tauschte ich mich mit einer Holländerin aus, die super Deutsch sprach. Ich konnte sie mit Tipps für die Togians versorgen, sie mich mit Empfehlungen für Rantepao und Makassar. Unser neuer Fahrer gondelte uns sehr gemütlich zum Salopa-Wasserfall bei Tentena. Er liegt am Nordwestufer des Sees ungefähr 18 km  von Tentena entfernt.

Grusel Markt

Auf dem Weg dorthin hielten wir bei einem einheimischen Markt an. An den etwas weiter vom Eingang entfernten Verkaufsständen wurde es dann schon sehr speziell. Es gab Hinterläufe von ziemlich dunkeln haarigen Schweinen und Fledermaus oder Flughundflügel. Gegrillte Flughunde und andere Dinge, die einen dem Magen umdrehten, lagen schön geröstet und aufgereiht zum Verkauf bzw. Verzehr bereit.

Tentena Markt Gemüse

Tentena Markt Hühner

Tentena Markt Flughunde

Tentena Markt geräucherte Fische

Tentena Markt Fische

Tentena Markt Chilis

Balinesisches Dorf

Es war schon etwas strange, als wir plötzlich durch ein balinesisches Dorf fuhren. Es hätte genauso gut bei den Reisterrassen von Jatiluwih stehen können. Alle Anwesen waren mit Mauern umgeben und innerhalb standen neben dem Wohnhaus auch noch kleinere Tempelchen für die Ahnen. 

Der Weg vom balinesischen Dorf bis zum Wasserfall war unter aller Sau, da er gerade neu gemacht wurde. War ich froh, dass wir uns keine Motorräder ausgeliehen hatten, wir wären im Schlam versunken und wäre umgedreht.

Tentena Reisfelder

Salopa-Wasserfall

Wenn man mal seinen obligatorischen Eintritt für den Salopa-Wasserfall gezahlt hat, muss auf einem betonierten Weg laufen, der in den Dschungel reinführt. Dort wurde es merklich kühler und sehr feucht. Der Salopa-Wasserfall ist riesig und kaskadiert über ewig viele Kalksinter-Terrassen in die Tiefe. Der Aufstieg war feuchter als gedacht, weil immer noch täglich Regen runterkommt, obwohl schon seit mindestens zwei Monaten Trockenzeit sein sollte.

Teilweise waren die betonierten Treppenstufen vom Wasser überspült, so dass man in den Dschungel ausweichen musste, um weiter aufsteigen zu können. Im oberen Teil wurde es sehr steil und man konnte sich nur noch an den Baumwurzeln nach oben ziehen. Aber irgendwann war dann Endstation und es ging nur noch senkrecht über rutschigen Fels aufwärts. 

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall

Tentena Salopa-Wasserfall Baum

Tentena Salopa-Wasserfall Tausendfüssler

Jürgen im Dschungel verschollen

Hoch ist ja noch einfach, runter war es schon eine Herausforderung. Die Zwillis waren schon runtergeklettert, Jürgen noch beim Fotografieren, als er beim Abstieg entschied mal einen Seitenpfad auszuprobieren. Wir warteten 20 min – kein Jürgen. Ich stieg nochmal den ganzen Weg auf bis zur Kreuzung, wo Jürgen verschwand und rief nach ihm. Nichts, da der Wasserfall alle Geräusche übertönte. Für uns sah es so aus, als wollte er quer durch den Dschungel zum Ausgang laufen. Ich hasse solche Alleingänge! Nach weiteren 20 min Wartezeit zogen wir uns ins Warung in der Nähe des Eingangs zurück, weil es uns zu kalt und zu feucht wurde.

Der Besitzer des Warungs und ein Franzose machten sich auf die Suche und kamen bald mit Jürgen zurück. Der hatte einfach einen besseren Pfad zu einer weiteren Stufe des Wasserfalls entdeckt. Wir blieben im Warung noch zu Mittag. Der hilfreiche Besitzer zeigte uns ganz stolz seine unterschenkeldicken Aale, aber wir nahmen letztendlich dann doch lieber das Bio-Huhn, was hier durch den Garten hüpfte.

Baden am Siuri-Beach

Danach quälten wir uns durch den Matsch zurück in Richtung See und fuhren zu einem Strand zum Baden. Die Cottages am Siuri-Beach sahen ja noch ganz gut aus, aber das Restaurant wenig einladend, was für ein Glück , sind wir hier nicht abgestiegen, denn das hatte ich ursprünglich ausgewählt, bevor ich den Tipp mit dem Hotel Victory bekommen hatte.

Tentena Danau Poso am Siuri-Beach

Tentena Wasserfall

Fledermaus Höhlen

In Tentena in der Nähe des Flusses ist ein Höhle, die wir noch erkunden mussten. Ohne Taschenlampe wäre man dort aufgeschmissen gewesen, da man erstmal runter in das Höhlensystem klettern muss. Immer wieder gibt es Lichtblicke, wo Sonnenstrahlen durch die löchrige Decke des Karstgesteins dringt. Sie erleuchtete Ansammlungen von Gebeinen, Fledermäuse gab es aber keine in den Höhlen, wo wir uns reinzwängen konnten.

Tentena Poso Fluss Aalfang

Tentena Poso Fluss

Tentena Fledermaushöhle

Tentena Fledermaushöhle

Tentena alte Brücke

Am Abend trafen wir die Schweizer wieder, die wir in Kadidiri Lestari kennengelernt hatten. Die Welt ist klein!

Höllentrip von Tentena nach Rantepao

Gestern hat unser Fahrer noch hin und her überlegt, welche Strecke er von Tentena nach Rantepao nehmen soll. Die kurze an der Ostseite des Sees, die wegen Erdrutschen häufig gesperrt wird oder lieber die lange Strecke, die am Westufer verläuft, aber sehr schmal und schlecht ist.

Extrem schlechte Strecke

Um 7:15 Uhr starten wir und nahmen – die lange schlechte Route. Und schlecht war wirklich nicht übertrieben! Die schmale kurvige Straße hatte nur selten Asphalt und wenn, dann war er übersät mit Schlaglöchern. Die eh schon schlechten Stoßdämpfer schlugen des Öfteren durch. Verkehr gab es kaum, das war auch gut so, denn die Straße war nicht viel breiter als ein Auto.

Fahrt von Tentena nach Rantepao am Poso See

Für die ersten 60 km brauchten wir fast zwei Stunden. Danach waren wir bei Pendolo wieder auf der regulären Straße, die aber auch nicht wirklich gut war. In der Ebene nach dem See gab es eine kurze Erholung für das Gesäß, danach ging es wieder hoch in die Berge. 

Für manche zu kurvenreich!

In der Provinz Sulawesi Selatan war die Straße dann zwar besser, aber dafür an vielen Stellen matschig oder der Straßenbelag war weggebrochen. Viele Kilometer ging es in Serpentinen hoch ins Gebirge und später wieder runter. Einen LKW, der Flüssigkeit in großen Behältern geladen hatte, war das nicht so gut bekommen. Die Ladung hatte sich aufgeschaukelt und war mit samt dem Laster umgekippt. 

Fahrt Tentena nach Rantepao LKW umgekippt

Gegen 14:00 Uhr hielten wir zum Mittagessen und trafen ein französische Pärchen zum x-ten Mal an diesem Tag wieder. Seit Gorontalo treffen wir uns nun schon. 

Schmetterling

Fahrt von Tentena nach Rantepao Wasserfall

Fahrt von Tentena nach Rantepao Wasserfall

Bisher war kaum Verkehr, das änderte sich nun, da die Straße überwiegen gerade verlief bis Palopo. Unser Fahrer hatte wohl gemerkt, dass wir schon spät dran waren und legte einen Zahn zu. Bei dem Verkehr nicht witzig!

Von Palopo nach Rantepao waren es nochmal 60 km, die extrem kurvig waren und in die Berge hochgingen. Und nochmal legte der Fahrer einen Zahn zu, da es langsam dunkel wurde. Im diffusen Licht sah man schon hier und da die schönen Häuser der Toraja stehen.

Heil in Rantepao angekommen

Als wir Rantepao erreichten, war es stockdunkel. Für die etwas mehr als 300 km haben wir über 12 Stunden gebraucht. Im Vergleich zu anderen Reisenden sind wir also schnell durchgekommen, denn die haben von Rantepao nach Tentena auch schon mal 18 Stunden gebraucht!

Wir wurden zum Duta 88 gebracht und waren hin und weg von unserer neuen Unterkunft. In einem total mit Pflanzen bewachsenen Hinterhof standen mehrere Häuser im Toraja-Stil inklusive Reisspeicherhäuschen. Wir bekamen zwei schnuckelige Bungalows mit Veranda und inkl. Frühstück für 200.000 IDR bzw. 50.000 IDR mehr, für die extra Matratze.

Unser Wirt Nikolas kümmerte sich rührend um uns und brachte Jürgen persönlich zur nächsten ATM und uns später zu einem guten Restaurant. Nach so einem Höllentrip darf man sich was Gutes tun!

Rantepao Duta88 Reisspeicher

Rantepao Duta88 unser 2 Bungalows

Rantepao Duta88 unser Bungalow

Rantepao Duta88 unser Bungalow

 

Zu Gast bei einer Tana Toraja-Beerdigung

Tana Toraja Beeredigung

Unter dem Reisspeicher vor unserem Bungalow saß am Morgen ein Guide und bot seine Dienste an. An die Preise hier muss man sich auch erstmal gewöhnen. Für drei Tage (Beerdigung, Ke’te’ Kesu’, Londa, Lemo) wollte er 365€ haben – geht’s noch?! Ok, dann probierten wir es mit nur einem Tag Tana Toraja-Beerdigung und ein Wanderung und noch ein paar Besichtigungen – 170€, was die Sache nicht viel besser machte. Als ich nach Preisen in Rupien fragte, kamen plötzlich 1.400.000 IDR (90 €) raus. Dafür müssten wir aber die Eintritte und unser Mittagessen übernehmen (machen wir doch gerne, da der Eintritt bei Sehenswürdigkeiten max. 20.000 IDR pro Person kostet und manchmal sind auch ein oder zwei Kinder frei).

Seinen Berechnungen nach sollten 600.000 IDR für das Auto mit Fahrer sein, 550.000 IDR für ihn und 250.000 IDR für das Beerdigungsgeschenk. Wir landeten letztendlich bei 1.300.000 IDR was immer noch völlig überzogen war, aber Jürgen wollte um jeden Preis auf eine Tana Toraja-Beerdigung und diese war angeblich von einer sehr wohlhabenden Persönlichkeit und sehr weit oben in den Bergen.

Gerüche und Eindrücke, die überwältigen

Das Auto machte sich also mit uns auf den Weg in die Berge. Wir verließen kurz hinter Rantepao die Straße. Ab da ging es nur noch auf einem sehr schmalen Feldweg steil bergauf. Zum Glück gab es meist nur Motorräder als Gegenverkehr. Über eine Stunde lang fuhren wir immer höher in die Berge und waren froh, dass wir Vierradantrieb hatten.

Am Ziel angekommen begrüßte uns schon der Gestank und das Gequieke von Schweinen. Diese lagen an mehreren Stellen mehr oder weniger lebendig an Bambusstangen gefesselt im Dreck. Der Weg zum Dorf war gesäumt mit Verkaufsständen und es drängten sich viele Menschen in Richtung Dorf.

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Festlich geschmücktes Toraja-Dorf

Die Beerdigungszeremonie fand in einem traditionellen Toraja-Dorf statt, welches für diesen Anlass etwas umgebaut wurde. Auf der einen Seite befinden sich immer die Reisspeicher (Alang) und gegenüber die nach Norden ausgerichteten Wohnhäuser (Tongkonan) der adeligen Dorfbewohner. Unter allen Wohnhäusern und Reisspeichern waren Sitzflächen installiert worden, wo einige hundert Menschen saßen. Außerdem waren zusätzliche Gebäude errichtet worden, die den Verwandten des Toten Platz zum Sitzen boten. Auf einem dieser provisorischen Gebäude befand sich der Sarg des Verstorbenen.

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Eine Tana Toraja-Beerdigung ist eine teure Angelegenheit

In der Mitte befand sich ein großer Platz auf dem eine handvoll Schweine im Morast lagen und ein Mann mit Mikrofon vor einigen Büffeln stand und verlas, wer diesen stattlichen Wiederkäuer als Geschenk mit gebracht hatte. Danach wurde das Tier abgeführt. Diese Daten wurden genaustens notiert, denn Sterben ist bei den Toraja eine teure Angelegenheit und die Familie, die gerade das Begräbnis ausrichtet, steht somit in der Schuld des Spenders. Das Ganze Leben der Toraja ist auf das Sterben fokussiert. Die Familie des Toten kann die Begräbnisfeier erst ausrichten, wenn sie die Kohle dafür zusammen hat. Der Tote muss in der Zeit im Südzimmer warten und gilt als sehr krank. Er bekommt auch kleinere Speisen vorgesetzt. Damit er nicht bei der Hitze zu müffeln anfängt – so eine Krankenzeit kann auch schon mal zehn Jahre betragen – wird Formalin in den Körper injiziert und der Leichnam mumifiziert.

Dieser Begräbnistourismus mag für uns makaber erscheinen, ist aber für die Familie des Verstorbenen eine Ehre und dezimiert auch ein wenig die Kosten. Denn wenn einer so wichtig war wie unser Toter, dann müssen für den mindestens 22 Büffel und eine Menge Säue im Rahmen der Beerdigung geopfert werden. Er hatte zudem noch Glück, denn er musste nur ein Jahr auf seine Beerdigungszeremonie warten und sogar der Gouverneur war anwesend.

Während wir einen Platz fanden – möglichst weit weg von den riesigen Lautsprechern –  filmte jemand das ewig lange Verlesen der Büffel- und Säuenspender. Wahrscheinlich für die spätere Abrechnung unabdingbar. Wir hingegen bekamen papp-süßen Tee und sehr unterschiedliches, leckeres Gebäck gebracht und durften der Tochter eine Stange Zigaretten als Gastgeschenk überreichen, als sie uns begrüßen kam.

Feines Tuch und viel Blut

Die Kleidung der Gäste war meist schwarz, was auch wir so gut es ging befolgten. Die Angehörigen waren alle in feines Tuch gehüllt: Orange-rot und ein wenig weiß und schwarz sind nicht nur die Farben der Kleidung, sondern auch die der Bemalung der Häuser. Die Tana Toraja weben ihre Stoffe für die traditionellen Gewänder immer noch selbst.

Zum Glück werden die Tiere erst morgen geschlachtet, der Anblick heute hatte schon völlig gereicht. Die Schweine sind wohl intelligent genug, um zu wissen, was ihnen bevorsteht. Dementsprechend wehrten sie sich, als sie über den Platz gezerrt wurden. Das Geschrei war groß und im Matsch wurden die Blutlachen immer größer. 

Mit großem Tamtam hüpften einige Schamanen barfuß durch den Schmodder. Gefolgt von der näheren Verwandschaft. Parallel dazu hatte sich ein Kreis mit Männern formiert, die um ein paar abgetrennte Büffelhörner und Schweine im Kreis händchenhaltend tanzten. Das Gefolge nahm in einem eigens dafür aus Bambus errichteten Haus Platz.

Wir nahmen auch Abschied, denn als einem Schwein gerade mit einem Flammenwerfer die Borsten abgesengt wurden, war das genug, was unsere Kids und auch wir an einem Tag aufnehmen konnten.

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Tana Toraja Beeredigung

Malerische Wanderung durch Reisfelder

Wir juckelten wieder talwärts und hielten in einem Dorf, wo wir in einem Warung der gleichzeitig Tante Emma Laden war, sauscharfe Nudelsuppe aßen. Gut gestärkt konnten wir so zu einer wunderschönen Wanderung durch die Reisfelder starten. Teilweise war es gar nicht so einfach, da man nur einen schmalen Grat hatte auf dem man laufen konnte. Sollte man abrutschen, so versinkt man bis zum Knie im Schlick des Reisfeldes. Genauso, wie die Büffel, die sich demonstrativ in den Weg stellten. Meist liegen sie auch einfach nur im Morast und haben Gesellschaft von einem weißen Reiher, der ihnen die Parasiten aus dem Fell pickt.

Für den besonderen Nervenkitzel gab es zwischendurch immer wieder mal eine “Brücke”. Das waren meist zwei oder drei Bambusstangen die über den Wasserlauf gelegt waren, die sich ganz ordentlich unter unserem Gewicht bogen.

Soto Ayam Nudelsuppe

Reisfelder in Tana Toraja

Büffel im Reisfeld

Reisfelder in Tana Toraja

Büffel im Reisfeld

Wanderung durch die Reisfelder in Tana Toraja

Bambusbrücke in Tana Toraja

Reisanbau ist echte Knochenarbeit

Auf den Reisfeldern arbeiteten sehr viele Menschen Hand in Hand. Die Bauern pflanzen den Reis büschelweise an, deshalb kann er auch genau so wieder mit der Sichel abgeschnitten werden. Diese Büschel liegen erstmal zum Trocknen auf dem Reisfeld. Jeder Reisbauer hat wohl so seine eigene Technik, um die Reisgarben zu trocknen. Entweder werden die Büschel zusammengebunden und stehen wie kleine Wigwams rum oder sie werden zu einem Turm im Kreis aufgeschichtet. Meist zu zweit dreschen die Feldarbeiter die getrockneten Reisbüschel an einen Holzbottich und die Reiskörner landen dadurch in einem Sack.

Keine Ahnung, wie viel so ein Feld abwirft, aber es kann nicht wirklich lukrativ sein, denn für schwarzen Reis haben wir 30.000 IDR gezahlt und der rote war auch nicht teuer. Weißer Reis kostet 10.000 IDR pro Kilo also gerade mal 65 Cent.

Tana Toraja Reisfelder und Reisgarben

Reisernte in Tana Toraja

Reisernte in Tana Toraja

Reisgarben

Reisgarben

Reisgarben

Reisernte in Tana Toraja

Tana Toraja Reisfelder und Reisgarben

Tongkonans eines typischen Toraja-Dorfes

Wir passierten noch das ein oder andere Toraja-Dorf und in allen standen die wunderschönen traditionellen Tongkonan-Häuser mit ihren filigranen Schnitzmustern und aufwendigen Malereien, sowie die dazugehörigen Reisspeicher. Hin und wieder kommt man auch zu einer Baustelle, wo gerade wieder so ein Holzhaus neu errichtet wird. Es ist schön zu sehen, dass diese Tradition hier überall in der Region bewahrt und gelebt wird und es sich nicht darauf beschränkt, ein paar malerische Häuschen für die Touristen stehen zu lassen. Natürlich gibt es neben den traditionellen auch einige “normale” Holz- oder manchmal auch Steinhäuser, die am Rand der Dörfer stehen und zusätzlich zu den traditionellen Behausungen genutzt werden, denn die drei Räume der Holzhäuser sind nicht sehr geräumig und Kochen in so einem Haus ist ja auch ziemlich gefährlich.  

Sobald man sich einem Toraja-Anwesen näherte, schlugen die Hunde an. Sie bellten und knurrten bis man am Haus vorbei war, mehr aber auch nicht.

Tana Toraja Reisfelder

Ein Tongkonan (typische Toraja-Dorf)

Ein Tongkonan (typische Toraja-Dorf)

Reisspeicher in einem Toraja-Dorf

Weberin in einem Toraja-Dorf

Die Megaltihen-Felder in Tana Toraja

Auf dem Rückweg fuhren wir noch an Megalithen vorbei. Nur den Adeligen ist es vorbehalten, sich einen Hinkelstein aufzustellen. Die Steine markieren aber nicht das Grab, sondern werden im Rahmen der Begräbniszeremonie an speziellen Orten (“Rante”) aufgestellt. Da sie meist ohne Inschrift sind, wird von Generation zu Generation weitergegeben, wessen Gedenkstein das ist. 

Megalithen in Tana Toraja

Der legendäre Büffelmarkt Pasar Bolu in Rantepao

Büffel, Pasar Bolu

Auf dem Büffelmarkt Pasar Bolu

Wir hatten das unwahrscheinliche Glück, dass gerade der legendäre Büffelmarkt Pasar Bolu stattfinden sollte. Also enterten wir an der nächsten Straßenecke ein nördlich fahrendes Bemo. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Markt fährt, ist relativ groß und der Fahrer versicherte uns auch, dass wir richtig wären.

Der Pasar Bolu besteht eigentlich aus zwei Märkten, einem täglich stattfinden Markt und einem Büffelmarkt, der alle sechs Tage abgehalten wird.

Büffel soweit das Auge reichtet!

Hier also werden die ganzen Büffel vertickt, die auf den Reisfeldern stehen oder bei Beerdigungen geopfert werden. Büffel soweit das Auge reichtet! Die meisten waren mit Nasenring angeleint, was auch gut so war, denn es waren schöne kraftvolle Tiere mit teilweise beeindruckenden Hörnern. Viel Büffel wechselten den Besitzer, mit kleinen LKWs werden sie an- und abtransportiert. Man kümmert sich rührend um die Tiere, ständig bekommen sie einen Eimer voll Wasser über das Fell geschüttet. Die Büffelbesitzer bürsten sie, bis das Fell majestätisch in der Sonne glänzt.

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Büffel, Pasar Bolu

Der Tagesmarkt Pasar Bolu

Auf dem normalen Markt erhält man die Dinge für den täglichen Bedarf. Dieser Teil des Pasar Bolu ist überwiegend überdacht. An den Ständen findet man frischen Toraja Hochlandkaffee, scharfe Chilis in allen Farben und Formen, Hülsenfrüchte, Tofu, Reis, frisches Obst und Gemüse. Hier gibt es auch das seltsam aussehende Gebäck, welches man bei Toraja-Beerdigungen den Gästen mit Tee reicht. Fleisch, getrockneten Fisch und auch lebende Tiere werden zum Verkauf angeboten, genauso wie Kleidung, Schuhe, Korbwaren und sonstige Haushaltsgegenstände.

Die Gerüche sind intensiv und so viele bunten Farben treffen auf die Netzhaut. Deshalb schreckt man auch nicht zurück, Küken bunt einzufärben, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen! 

Kaffee, Pasar Bolu

Chilis, Pasar Bolu

Bohnen, Pasar Bolu

Getrockneter Fisch, Pasar Bolu

Pasar Bolu

Reis, Pasar Bolu

Hühner, Pasar Bolu

Kücken, Pasar Bolu

Wir hatten erstmal genug und machten uns auf die Suche nach einem geeigneten Transportmittel zu den Felsengräbern von Kete Kesu.

Die Felsengräber von Kete Kesu auf eigene Faust

Da wir keine Lust hatten, uns nochmal von dem Guide abzocken zu lassen, haben wir unsere eigene Tour geplant. Mit unsere Wander-App Komoot erstellten wir eine Tour, die die Felsengräber von Kete Kesu und Londa mit einander verbinden sollte. Wir mussten aber feststellen, dass es keine Offline-Karte für Sulawesi gab. Deshalb behalfen wir uns mit GoogleMaps und luden die Karte für Rantepao runter, bevor wir unseren Ausflug starteten.

Mit dem Bemo nach Kete Kesu

Die meisten Bemos (Sammeltaxi) in Rantepao fahren in die Provinzhauptstadt Makale. Wir wollten aber zu den Felsengräbern von Kete Kesu, die etwa 2,5 km südöstlich dieser Hauptstraße nach Makale liegen. Ein Bemofahrer, der leer rumstand, erbarmte sich und brachte uns für 50.000 IDR direkt zum Eingang von Kete Kesu. 

Das Toraja-Dorf Kete Kesu

Wunderschöne alte Toraja-Häuser und Reisspeicher mit Moosen und Farnen auf den Bambusdächern, kann man bewundern, wenn man den obligatorischen Eintritt von 20.000 IDR pro Nase bezahlt hat. Uns interessierten aber mehr die Felsengräber.

Kete Kesu

Kete Kesu

Kete Kesu

Tau-Taus, die Ebenbilder der Toten

Vor den neueren Gräbern sitzen Tau-Taus, das sind aus Holz gefertigte Ebenbilder der Verstorbenen, die sogar deren Klamotten tragen! Von den älteren Gräbern wurden die Tau-Taus oft gestohlen, da sie sehr wertvoll sind.

Tau-Tau in Kete Kesu

Tau-Tau in Kete Kesu

Tau-Tau in Kete Kesu

Die Felsengräber von Kete Kesu

An den Kalksteinwänden wurden in schwindelerregender Höhe kleine Höhlen für die Särge geklopft, um so die Gebeine und Grabbeigaben vor Raub zu schützen. Manche Särge stehen aber einfach auch nur auf dem Boden, durch das verwitternde Holz fallen langsam die Knochen raus. Hier und da starrten einen leere Schädel an. Teilweise sind die Gräber über 500 Jahre alt, was man ihnen auch ansieht!

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Felsengräber von Kete Kesu

Höhlenwanderung zwischen Totenschädeln und Knochen

Wenn man die an der Felswand entlangführende Treppe bis ganz hoch kletter, hat man die Möglichkeit, die Höhlen zu erkunden. In dem Höhlenlabyrinth waren Holzsärge unterhalb der Decken deponiert und von den Höhlenwänden herab, hingen Fledermäuse. Ohne Taschenlampe ist man aber aufgeschmissen und klitschig ist es obendrein, weil es durch den porösen Kalkstein tropft.

Felsengräber in Kete Kesu

Felsengräber in Kete Kesu

Felsengräber in Kete Kesu

Auf jeden Fall ist diese Aufbewahrung der Toten stark gewöhnungsbedürftig. Wer ein Problem hat, sich Gebeine und Totenschädel anzuschauen, der sollte die Felsengräber von Kete Kesu vielleicht nicht besuchen. Wir fanden etwas zwar etwas befremdlich, aber trotzdem sehr spannend. Gerade weil es eine uns total unbekannte Art der Bestattung darstellte.

Wertvoller Albino-Büffel

Während wir vor unserer großen Wanderung zu den Felsengräbern von Londa, nochmal schnell eine Toilette heimsuchten, fanden wir diesen sehr seltenen Albino-Büffel in einem Stall.

Albino-Büffel, Kete Kesu

Die Felsengräber von Londa auf eigene Faust erwandert

Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Von Kete Kesu aus gingen wir ein kleines Stück in Richtung Hauptstraße zurück und bogen dann links in Richtung Süden auf einen schmalen Weg ab. Irgendwie hatte uns Jürgen verschwiegen, dass wir erstmal einige Höhenmeter zu bewältigen hatten, bevor es mit gemäßigter Steigung weiterging. Ausgerechnet heute hatten wir mal blauen Himmel. Glücklicherweise hat jede Häuseransammlung auch einen Kiosk, wo wir uns ständig mit Wasser eindeckten. An jedem Haus wurden wir mit einem freundlichen Hello gegrüßt und wir setzten die wunderschöne Wanderung durch die Berge fort. Überall werden neue Häuser im Toraja-Stil gebaut oder alte restauriert. 

Die Holzwände sind meist geschnitzt und aufwendig bemalt. Ursprünglich werden die Häuser nur mit Bambus gedeckt. Heutzutage kommt aber noch eine Schicht rotes Wellblech oben drauf, damit es etwas länger hält. Denn durch die starken Regenfälle und die Luftfeuchtigkeit, verwittert der Bambus sehr schnell.

Wir dachten immer, dass es nur ein paar gut erhaltene Toraja-Häuser für Touristen gibt, aber die Menschen leben tatsächlich in diesen Häusern und es gibt viele dieser kleinen Toraja-Dörfer. Dass die Torajas Christen sind konnte man bei unserer Wanderung auch mehrfach feststellen, den hier und da sieht man Kirchen.

Toraja-Haus, Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Kirche Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Querfeldein durch Reisfelder

Landschaftlich war die Wanderung traumhaft. Nachdem wir die Steigungen überwunden hatten, kamen wir in ein weites Tal mit Reisfeldern, das von hohen Karstbergen eingefasst war.

Bisher war die GoogleMaps-Karte immer recht gut, aber dann standen wir an einer Kreuzung, wo rechts hätte eine Straße sein sollen, wir aber nur Reisfelder vorfanden. Wir suchten uns unseren eigenen Weg durch die Reisfelder und hofften, dass wir nicht auf einen Büffel oder Schlangen treffen würden. Bewässerungskanäle und ungünstig abgestelltes landwirtschaftliches Gerät, erschwerten unsere Tour, aber letztendlich schafften wir es wieder auf eine anständige Straße zu kommen, die uns direkt ans Ziel brachte: Die Felsengräber von Londa.

Wanderung von Kete Kesu nach Londa

Wanderung durch Reisfelder von Kete Kesu nach Londa

Wanderung durch Reisfelder von Kete Kesu nach Londa

Die Felsengräber von Londa

Auch hier durften wir wieder einen Eintritt von 20.000 IDR pro Nase entrichten. Es ist sehr angenehm, wenn man als Familie nicht ständig Unsummen an Eintrittsgeldern zahlen muss. In der Regel ist Mattis sogar kostenlos, Svenja zahlt nur manchmal, weil nach der Körpergröße beurteilt wird. Inzwischen war es später Nachmittag und wir hatten das Areal für uns ganz alleine.

In Londa hat man auch eine Felswand mit Gräbern und einen Balkon, der voll mit Tau-Taus war. Sie sahen so echt aus, dass man den Eindruck hatte von oben herab beobachtet zu werden. Dass es sich um adelige Verstorbene handelt, sieht man schon an der würdevollen Kleidung und Haltung der Tau-Taus. Je höher der gesellschaftliche Status, desto höher liegt der Sarg in der Felswand.

Auch hier gab es ein Höhlensystem, wo Särge abgestellt wurden. Schon ein wenig gruselig, da nicht mehr alle Särge geschlossen waren und man Einblick auf Gebeine und Mengen an Zigaretten hatte. 

Tau-Taus, Felsengräber von Londa

Särge, Felsengräber von Londa

Tau-Taus, Felsengräber von Londa

Särge, Felsengräber von Londa

Särge und Tau-Taus, Felsengräber von Londa

Totenköpfe, Felsengräber von Londa

Felsengräber von Londa

Als wir die 2 km zurück zur Hauptstraße gewandert waren, hatten wir eindeutig genug vom Laufen. Eigentlich hätten wir uns noch gerne die Felsengräber von Lemo angeschaut, aber das verschoben wir auf morgen und hielten uns ein Bemo an. Wir quetschten uns zu den anderen Mitfahrern und ließen uns nach Rantepao zurückbringen. 

Mit dem Bemo zu den Felsengräbern in Lemo

Heute ließen wir es langsam angehen und starteten erst nachdem Mittagessen. Wir suchten uns ein Bemo das in Richtung Makale unterwegs war (10.000 IDR/Person), was uns in das 10 km entfernte Londa bringen sollte. Der Fahrer wusste den Platz optimal zu nutzen, so dass wir auf den beiden Rückbänken jeweils zu viert (plus Kleinkind) saßen. Wohl gemerkt, die Autos hier sind relativ schmal! Wir waren froh den Kilometer von der Hauptstraße nach Lemo laufen zu können.

Bei den Felsengräbern in Lemo

Die Felsengräber von Lemo lagen landschaftlich sehr schön in den Reisfeldern und haben mehrere Balkone mit Tau-Taus. Dafür gab es aber keine Höhlen und auch keine Gräber der einfachen Leute am Fusse des Felsens. Der Name kommt von der Limone, weil der Felsen so geformt ist. Die meisten Tau-Taus stammen aus dem 20. Jahrhundert.

Dafür, dass gerade Hauptsaison ist, war hier so gut wie gar nichts los, also genauso wie schon in Londa, hatten wir diese Grabstätte für uns alleine. Selbst in Rantepao wir ja auch nicht sehr viele Touristen gesehen.

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Der Tau-Tau-Macher

Wenn man an der Felswand links vorbei läuft, landet man bei einer Ansammlung von Hütten, wo Tau-Taus zum Verkauf angeboten werden. In den Werkstätten sieht man aber auch, wie die Tau-Taus aus dem Holz geschlagen und die Gliedmaßen angesteckt werden. Anschließen werden sie bemalt und erhalten ihre Kleidung.

Der Beruf des Tau-Tau-Machers darf nicht von Jedermann ausgeübt werden, sondern das Recht wird vererbt. Früher dienten die Tau-Tau-Hersteller einem Adeligen, heute sind es freischaffende Handwerker. Tau-Taus sind nicht billig, man zahlt oft mehrere Büffel für das Ebenbild des Toten, welche die Besitztümer mit ins Reich der Toten nehmen sollen.

Tau-Tau, Lemo

Tau-Tau, Lemo

Reisspeicher, Lemo

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Felsengräber von Lemo

Genau wie schon auf dem Hinweg, hielten wir uns einfach ein Bemo an der Hauptstraße an, welches uns nach Rantepao zurückbrachte.

Für den nächsten Tag hatte Jürgen ein Trekkingtour für uns geplant. Um nicht wieder nur auf Navigation mit Google Maps angewiesen zu sein, hatte er eine weitere App gekauft. Diese verfügte über Offlinekarten von Sulawesi und man konnte dort die GPX-Datei von komoot reinladen.

Schöne Wanderung von Batutumonga nach Rantepao

Sulawesi Rantepao Pasar Bolu

Heute war früh Aufstehen angesagt, Jürgen hat uns eine schöne Wandertour geplant. Sie sollte uns von Lempo, Batutumonga nach Tariku bringen und von dort aus zurück nach Rantepao.

Wie schön, dass man hier nie lange auf ein Bemo warten muss, denn es nieselte etwas. Als wir den Pasar Bolu erreichten, schüttete es allerdings bereits aus Kannen und so schlenderten wir noch ein wenig über den überdachten Markt.

Das Busterminal, ein großer Matschparkplatz, liegt direkt neben dem Markt. Von hier aus fahren Busse oder Autos zu den Orten in den Bergen. Ein Fahrer war schnell gefunden und die 20.000 IDR pro Person – geschenkt. Eine Oma stieg noch dazu und schon ging es los durch die Reisfelder, die sich direkt an Rantepao anschlossen. Danach nahmen wir Kurs auf die Berge.

Extreme Steigungen

Es ist schon erstaunlich, dass man auf so wenigen Metern so viele Höhenmeter überwinden kann. Hauptsache, wir müssen sie nicht hochlaufen. Wir baten den Fahrer, uns an der Kirche in Lempo rauszulassen, wo wir uns als erstes gleich wieder unterstellen mussten.

Nur drei von uns hatte eine Jacke bzw. Hoodie dabei, keiner eine Regenjacke, denn eigentlich war gutes Wetter angekündigt. Auf 1200 m ist es erstaunlich frisch, was durch den Wind nicht besser wurde. Am nächsten Kiosk kauften wir den gesamten Vorrat an Regencapes, es gab aber leider nur drei.

Wir liefen die Straße in Richtung Batutumonga, die normalerweise fantastische Ausblicke ins Tal über die Reisfelder bieten sollte. Wir sahen nur Wolken.

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Batutumonga mit wunderbarer Aussicht

Als wir zum Mentirotiku Homestay kamen, beschlossen wir, schon um 11 Uhr Mittag zu essen. Hier kann man in richtigen Toraja-Häusern übernachten. Ein wunderschönes Fleckchen mit einer fantastischen Aussicht über die ganze Ebene von Rantepao. Wie wir erst später feststellten, als der Regen aufhörte und die Wolkendecke aufriss.

Sobald die Sonne da war, wurde es schnell heiß, zum Glück ging unser sehr schlechter und steiler Weg durch Bambuswälder, die Schatten spendeten. Die Reisfelder kaskadieren bis runter nach Rantepao, die Bergflanken waren mit dichtem Dschungel oder Bambus bewachsen. In den Reisfeldern liegen riesige Findlinge, manche haben ein Grab im Stein.

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Mitten im Wohnzimmer gelandet

Als es nochmal anfing zu regnen, wollten wir uns wieder in eine Kirche flüchten und wurden auch von einer Dame freundlich heran gewunken. Die vermeintliche Kirche stellte sich aber als Wohnzimmer einer Familie heraus. Wir wurden sogleich mit zuckersüßem Tee bewirtet. Die nette Gastgeberin hatte alle Mühe, ihren neugierigen Hahn ständig wieder aus dem Wohnzimmer zu werfen, der auf der Suche nach Futter war. Abgesehen von ein wenig Zeichensprache war leider keine große Verständigung mit der Familie möglich, nur die scheuen Kinder freuten sich über unsere Süßigkeiten-Vorräte.

Keine Ahnung, wie oft wir heute schon Hello sagen durften, aber überall wird man freudig empfangen. Teilweise sitzen regungslose alte Leute vor der Hütte und man ist sich nicht sicher, ob sie echt sind oder ein Tao-Tao.

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Sulawesi Batutumonga

Rutsch in die Kloschüssel

Unten in Tariku angekommen, fragten wir in einem Kiosk, ob wir mal auf Toilette durften. Das war wohl das stille Örtchen mit dem schönsten Ausblick, über den Fluss, die Reisfelder und die Berge, den man sich vorstellen kann.

Noch nie war ich über ein kalte Dose Cola so dankbar! Auf der Toilette war ich mit dem Fuß in die Schüssel gerutscht und mit dem Schienbein auf eine Kante und dem Knie auf den Boden geknallt. Die große dunkel verfärbte Beule ließ sich mit der Cola-Dose perfekt wegkühlen, so dass wir unsere Wanderung zu Fuß fortsetzen konnten.

Die Wanderung führte uns im weiteren Verlauf zu den Felsengräbern von Rantepao, mit ganz besonderen Ausblicken über das Karstgebirge und die Reisfelder.

Die Felsengräber von Rantepao am Ende einer Trekkingtour

Wanderung durch die Reisfelder

Als ich mich von dem Schock erholt hatte, setzten wir unsere Trekking fort.

Nach einem kurzen Stück, entlang der viel befahrenen Straße, führte unser Weg über eine morsche Hängebrücke. Sie schwankte beim Überqueren deutlich, leitete uns aber wieder direkt in die satt grün leuchtenden Reisfelder. Hinter einem Dorf mit zahlreichen Toraja-Häusern erreichten wir die Felsengräber von Rantepao, die zumindest in unseren Reiseführern gar nicht erwähnt waren, aber unbedingt einen Besuch wert sind.

Sulawesi Rantepao

Sulawesi Rantepao

Sulawesi Rantepao

Sulawesi Rantepao

Sulawesi Rantepao

Sulawesi Rantepao

Sulawesi Rantepao

Die Felsengräber von Rantepao

Die Gräber an sich sind zwar nicht so sehenswert, wie die in

aber wenn man den Stufen, die rund um den Berg führen, folgt, dann kommt man auf den Gipfel des Karstfelsens. Von dort hat man einen genialen 360° Rundumblick über die Reisfelder, die Bergmassive und Rantepao. 

Sulawesi Felsengräber von Rantepao

Sulawesi Felsengräber von Rantepao

Sulawesi Felsengräber von Rantepao

Rantepao Reisfelder

Rantepao Rundumblick

Alles in allem ist es eine wunderschöne Wanderung von Batutumonga nach Rantepao, vielleicht bei feuchter Witterung etwas anspruchsvoller, da die steilen Passagen die Berge runter sehr rutschig sein können, ansonsten ist es aber nicht sehr anstrengend und auch nicht zu lang.

Sleeper Bus nach Makassar


Gestern Abend sind wir die Hauptstraße von Rantepao hoch und runter gelaufen, um unsere Weiterfahrt nach Makassar zu organisieren. Wir hatten gehört, dass es sehr bequeme Nachtbusse geben soll. Viele der Busgesellschaften zeigen den Sitzplan und Bilder ihrer Busse. Bei einer Gesellschaft stand gerade ein Bus vor der Tür,  den wir gleich mal Probe saßen. Das Ergebnis war ernüchternd, Jürgen hatte nicht wirklich Beinfreiheit im größten VIP-Bus. 

Um so angenehmer waren wir von der Busgesellschaft Bintang Prima überrascht, die hatte nämlich einen Sleeper Bus, wo es im hinteren Teil acht Betten gab. Die Fahrt ist mit 210.000 IDR zwar etwas teurer, aber was ist das schon, wenn man ausgeruht ans Ziel kommt? Der Bus fuhr auch noch den Flughafen nach Makassar, wo durch wir uns auch noch die Fahrt vom Busbahnhof zum Flughafen sparen und einen weiteren Tag in Rantepao verbringen konnten.

Babygräber von Kambira

Da wir Dank des Nachtbusses fast noch einen ganzen Tag in Rantepao hatten, packten wir nach dem Frühstück unsere sieben Sachen und deponierten sie im Büro unseres Wirts. Entlang der Hauptstraße gingen wir wieder auf die Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Wir mussten zum Glück gar nicht so lange suchen und konnten einen Fahrer finden, der uns den Nachmittag über zu den Königsgräbern von Suaya und den Grabhöhlen von Tampangallo bringen sollte.

Babygräber von Kambira

Obwohl wir eigentlich gar nicht an den Babygräbern von Kambira interessiert waren, nötigte uns der Fahrer dorthin zu fahren. Da sie eh auf dem Weg nach Suaya lagen, sprach auch nicht wirklich was dagegen. Ein paar Kilometer vor Makale biegt man links ein auf eine Seitenstraße. Nach wenigen Kilometern wurde sie immer schmäler und als wir dann nochmal in Richtung Süden abbogen, passte gerade noch unser Auto drauf. 

In Kambira fand gerade eine traditionelle Hochzeitszeremonie statt, so dass niemand an unserem Eintrittsgeld interessiert war. Das kleine Toraja-Dorf war festlich geschmückt und man sah deutlich den Unterschied des Standes. Die etwas niedergestellten Einwohner des Dorfes saßen mehr Abseits mit Bastmatten am Boden, die wohlhabenderen unter den Tongkonans.

Im kleinen Bambuswald befand sich der Babygrabbaum (baby grave tree oder Liang Pia). Wenn ein Kind noch als Säugling verstirbt und noch keine Zähne hat, dann begraben die Toraja ihn in speziellen sehr harzreichen Bäumen. Jeder Säugling erhält dort eine kleine Höhle, die mit einer kleinen Abdeckung aus Naturfasern verschlossen wird und nach einigen Jahren ist das Loch dann wieder zugewachsen. Das Harz der Bäume soll die Säuglinge nähren und sie sollen zusammen mit dem Baum wachsen. Eigentlich ein sehr schöner Brauch und ein tröstlicher Gedanke. Leider geraten diese Bräuche auch hier langsam in Vergessenheit, da viele Torajas in die Städte ziehen. 

Babygrabbäume von Kambira

Babygräber von Kambira

Die Königsgräber von Suaya

Königsgräber von Suaya

Von den Babygrabbäumen von Kambira war es nicht mehr all zu weit bis zu den Königsgräbern von Suaya. Hier wurden früher die Könige der Sangalla-Dynastie bestattet. Auch der letzte Puang von Sangalla (ranghöchste Adeliger der Torajas) fand 1972 im Grabfelsen seine Ruhe. Die Beerdigung wurde damals vom National Geographic dokumentiert und auch in Europa übertragen, was zu einem wahren Touristenboom in Tana Toraja führte und der Beginn des Beerdigungstourismusses war.

Die Sangalla-Dynastie verblasst

Die Zeiten, wo hier hunderte Touristen vorbeikamen,  sind schon lange vorbei. Der Glanz, der einst stolzen Sangalla-Dynastie, verblasst langsam, genauso wie die Tau-Taus, die wettergegerbt auf ihren Balkonen stehen. Aber immer noch ehrwürdig blicken die Könige auf die Besucher ihrer Grabstätte herunter. Auch wenn inzwischen die Farben des feinen Tuchs ausbleichen, in das sie gehüllt sind, sind sie dennoch sehr sehenswert. Wahrscheinlich sind es noch die originalen Tau-Taus, die an die Verblichenen erinnern sollen.

Als wir vor den Königsgräbern von Suaya standen, die nur wenige Meter von dem gleichnamigen Ort entfernt liegen, war keine Menschenseele hier zu sehen. Noch nicht einmal jemand der Eintritt verlangte. Den haben wir später im lokalen Kiosk bezahlt und wurden zugleich eingeladen zum Teetrinken.

Leider kümmert sich hier auch keinen mehr um die Gebäude, wo die einst prachtvollen Särge der Könige stehen. Der Zahn der Zeit nagt und der Dschungel holt sich wieder zurück, was ihm genommen wurde. Nichts desto Trotz strahlt dieser Ort eine besondere Stille aus und so können die sterblichen Überreste in Ruhe, ihre Reise in Jenseits vollenden.

Königsgräber von Suaya

Königsgräber von Suaya

Königsgräber von Suaya

Aufstieg in den Dschungel

Wir wissen ja inzwischen, dass auf solchen Grabfelsen meist wunderbare Aussichten oder erforschenswerte Höhlen zu finden sind. Auch bei den Königen von Sangalla probierten wir unser Glück.

Der lange Aufstieg auf einer asphaltierten Straße, so wie er im Loose* beschrieben wurde, entpuppte sich als eine arge Kraxelei an der Felswand entlang. Als wir schweißgebadet den Gipfel erreichten, fanden wir leider nur meterhohe Dschungelpflanzen um uns herum. Ein sehr schmalen Pfad, der sich aber alsbald im Dickicht verlor, konnte nur mit Machete begangen werden. Schade eigentlich, denn es wäre bestimmt ein schönen Weitblick über das Sangalla-Tal gewesen.

Königsgräber von Suaya

Da unser Fahrer noch nie was von den hängenden Gräbern von Tampangallo gehört hatte, wo wir als nächstes hinwollten, fragten wir im Dorf nach. Fehlanzeige – dort hatte man auch noch nie was davon gehört. Wir erfuhren aber zumindest, dass Tampangallo rechts an den Königsgräbern vorbei liegen sollte. 

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Die Grabhöhlen von Tampangallo

Reisfelder von Tampangallo

In Indonesien ist das ja nicht so, dass am Ortseingang ein Schild steht und verkündet, wo Du gerade bist. Deshalb fragten wir eine Oma, wo es nach Tampangallo gehen würde. Die grinste, weil wir schon unser Ziel erreicht hatten. Hätten wir gewusst, dass es so nah neben den Königsgräbern von Suaya liegt, wären wir die paar Meter auch gelaufen.

Außer einer schmalen Straße gesäumt von ein paar Hütten war nicht viel zu sehen. Bauern arbeiteten auf den Reisfeldern und die Kinder spielten auf der Straße und trieben mit einem Stöckchen einen schmalen Reifen vor sich her. Die Szenerie erinnerte mehr an die Bilderbücher meiner Großeltern. 

Die Kinder brachten uns zur den hängenden Gräbern, wie auch die Grabhöhlen von Tampangallo genannt werden. Witzigerweise waren wir daran gerade vorbeigefahren, ohne sie wahrgenommen zu haben. Kein Wunder, denn sie liegen in einem Reisfeld und sehen von außen aus wie ein ganz normaler überwachsener Felsen. Den Zugang erreichte man über eine schmale Brücke, die genauso gut auch aus einem Indiana Jones Film stammen könnte. Ebenso behutsam setzten wir Fuß für Fuß auf die Steinplatten auf, in der Hoffnung, dass sie auch noch ein paar Jahre länger halten würden.

Grabhöhlen von Tampangallo

Die hängenden Gräber von Tampangallo

Wir haben ja jetzt schon die Grabhöhlen in Kete Kesu und in Londa gesehen, aber diese hier ist kein Vergleich! Dadurch dass sie teils aus überhängenden Fels mit Stalaktiten und Höhle besteht, kann man das Innenleben sehr gut erkennen. Leben ist etwas übertrieben ausgedrückt, bei den vielen, vielen Totenköpfen, die an allen Ecken und Winkeln in der Höhle aufgestapelt waren. 

Am Beeindruckensten waren aber die bemalten und angezogenen Tau-Taus. Man hatte sie auf hölzernen Balkonen an den Felswänden befestigt oder in größeren Felsvorsprüngen untergebracht. Die Särge müssen schon sehr alt sein, denn einige waren schon am Verfallen, bei anderen konnte man immer noch die kunstvoll geschnitzten Toraja-Muster gut erkennen.

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Grabhöhlen von Tampangallo

Wir folgten dem schmalen Gang durch die Höhle und erreichten wieder die Straße. Auch an diesem Eingang sind wir zuvor vorbeigeschlendert, ohne ihn wahrgenommen zu haben. Auf dem Rückweg bezahlten wir bei der Oma noch unseren Eintritt, in der Hoffnung, dass er dem Allgemeinwohl der Dorfgemeinschaft zu Gute kommt. 

Wir wissen nicht genau, ob es an der besonderen Stimmung lag oder dass die Gräber touristisch überhaupt nicht erschlossen waren und man beim Erforschen somit das Gefühl bekam als Erste sie zu entdecken, auf jeden Fallen haben uns diese Grabhöhlen am Besten gefallen.

Wir für unseren Teil hatten heute schon alles gesehen, was wir uns vorgenommen hatten. Aber unserer Taxifahrer hatte noch eine Überraschung für uns.

Die größte Christus-Statue der Welt auf dem Buntu Burake

Christus-Statue auf dem Buntu Burake

Von den Grabhöhlen von Tampangallo aus kommend schlängelten wir uns auf schmalen Sträßchen durch die hügelige Landschaft in Richtung Makale. Unser Taxifahrer fragte uns, ob wir wüssten, wo die größte Christus-Statue der Welt stehe. Natürlich fiel uns da sofort der 30 m hohe Christo Rendentor in Rio de Janairo ein. Als wir vor ein paar Wochen von den Minahasa Highlands zurück nach Manado gefahren waren, hatten wir den segnenden Christus von Manado im Vorbeifahren gesehen. Die Statue in Manado ist mit 30 m ohne Podest also genauso riesig, wie die in Rio. Die in Rio hat einen 8 m hohen Podest und die in Manado einen mit 20 m. 

Wista Religi Buntu Burake

Ich glaube es lag den Erbauern sehr viel daran die Statue in Rio zu übertrumpfen, denn nicht umsonst haben sie der in Makale einen mehrstufigen Podest noch dazu gespendet. Damit erreicht der Christus auf dem Buntu Burake ganze 40 m. Auf Wikipedia wird man vergeblich nach Christus von Makale suchen, wahrscheinlich, weil sie erst 2015 eingeweiht wurde. Mit 75% der Bevölkerung bilden die Katholiken und Protestanten die größte Glaubensgruppe. Das zeigen sie auch deutlich, denn der Christus auf dem Berg Burake überthront die ganze Stadt. Sie ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel unter den Einheimischen und im Augenblick wird gerade die asphaltierte Straße bis hoch zur Statue fertiggestellt. Wie üblich zahlt man die 20.000 IDR Eintritt am Fuße des Berges und nochmal 80.000 IDR für das Auto. 

Egal, ob sie jetzt damit die größte Christus-Statue der Welt ist oder nicht, die Aussicht ist einfach grandios. Man kann direkt von oben auf Makale schauen, was nur wenige Kilometer entfernt liegt und die umliegenden Berge laden zu Wanderungen ein.

Christus-Statue auf dem Buntu Burake

Blick auf Makale vom Buntu Burake

Blick vom Buntu Burake

Blick vom Buntu Burake

Für diesen Tag hatten wir genug gesehen und ließen uns zurück nach Rantepao fahren, wo wir uns noch stärkten und im Guesthouse unsere Rucksäcke holten. Wir machten uns auf den Weg zur Busgesellschaft, um unseren Schlafbus in Richtung Makassar zu besteigen.

Im Sleeperbus nach Makassar

So einen komfortablen Bus hatten wir noch nicht einmal in Chile gehabt! Einer von uns musste sich auf den bequemen Ledersesseln mit Beinablage gemütlich machen. Die anderen vier durften sich in ein richtiges Bett begeben. Der Bus verfügte über vier Stockbetten im hinteren Teil des Busses, also acht schöne breite Betten mit Kissen und Decken. Dem Fahrer von Bintang Prima sagten wir noch Bescheid, dass wir gerne am Flughafen in Makassar aussteigen wollten und dann ging die Fahrt in die Nacht schon los.

Sleeper Bus

Sleeper Bus

Während über mir Svenja selig mit offenem Vorhang schlief, lag ich wach im unteren Bett. Nur durch einen schmalen Fensterspalt konnte ich die vorbeiziehende Landschaft erahnen. Der Bus bretterte über die Schlaglöcher, was aber im Gegensatz zum Auto nicht weiter schlimm war. Aber die erste Zeit ist die Strecke ganz schön kurvig und so wird man dann auch irgendwann in den Schlaf gewiegt. Einmal hielt der Bus auch an, wahrscheinlich war das die Pinkelpause, denn trotz dem Komfort hatte er keine Toilette.

Ich hab ja immer Panik, den Flug zu verpassen, wie in Jakarta und ich wusste auch nicht, ob wir am Flughafen geweckt werden. Deshalb war mein Gehirn auch stets im Alarmmodus und verwehrte mir den benötigten Tiefschlaf. Über mein Handy-GPS konnte ich sehen, wie weit es noch bis zum Flughafen war. So konnte ich schon mal meine sieben Sachen zusammenpacken, bevor wir hielten. 

Ankunft in Makassar / Ujung Pandang

Danach ging alles irre schnell. Der Bus hielt, das Licht ging an und keiner weckte uns. Schnell schnappten wir unsere Daypacks, weckten noch Kiara im Vorbeigehen, die den Platz auf dem Liegesitz hatte und verließen den Bus. Der Fahrer öffnete die Klappe zum Stauraum und wir konnten gar nicht so schnell gucken, da hatte sich schon eine Horde Jungs auf unsere Rucksäcke gestürzt und sich diese auf den Rücken gepackt. Dumm gelaufen, denn so mussten wir aufpassen, dass sie nicht in unterschiedliche Richtungen wegliefen und natürlich Trinkgeld für 50 m Tragen bezahlen.

Eigentlich wäre unser Flug ja morgens um 8 Uhr gegangen, aber wir haben zu Hause noch eine Nachricht bekommen, dass er auf mittags verlegt wurde. Während des Urlaubs hatte noch mal das Telefon geklingelt und irgend ein Call-Center Mitarbeiter von Air Asia hatte uns im grottigem Englisch versucht mitzuteilen, dass unser Flug auf mittags verschoben wurde. Naja, besser doppelt als gar nicht.

Lange Wartezeit am Checkin

Für einen Abflug morgens wäre unsere Ankunftszeit am Flughafen perfekt gewesen, so mussten wir jetzt fast acht Stunden totschlagen. Und das in einen Checkin-Bereich, der ziemlich runtergekommen war. Irgendwann schafften wir es, eine Sitzreihe zu okkupieren. Immer vier von uns versuchten etwas Schlaf zu finden, während der andere über das Gepäck wachte oder den Kassierer eines kleinen Geschäftes beim Schlafen auf dem Tresen störte. 

Ein komisches Gefühl hatte ich dennoch, weil auch nach mehrfachem Suchen kein Air Asia-Checkin-Schalter zu finden war. Es war so, als würde die Fluggesellschaft den Flughafen überhaupt nicht anfliegen. WLAN im Checkin Bereich gab es auch keines, so dass man auch nicht im Internet nachschauen konnte. Das Bodenpersonal hatte auch keine Ahnung und deutete aber ein paar Counter aus, wo wir später unser Glück probieren sollten.

Um 9:30 machte dann ein “Air Asia”-Schalter auf. Dazu stellten die Mitarbeiter einfach eine kleine Tafel auf den Counter – so schnell geht das. Endlich konnten wir unser Gepäck loswerden und durch die Security gehen. 

Flughafen Makassar

Der internationale Flughafen Sultan Hasanuddin

Der Wartebereich im restlichen Flughafen ist hypermodern und bietet auch bequeme Liegesessel. Zum Schlafen kommt man aber dennoch nicht mehr, weil unterbrochen die Durchsagen laufen. Aber man findet alle Annehmlichkeiten eines internationalen Flughafens vor und hat auch wieder WLAN. Das brauchten wir auch, um zu checken, ob wir alle notwendigen Informationen unseres geilen Airbnbs in Kuala Lumpurs erhalten hatten.

Immer wieder musste einer von uns mal los, um nachzuschauen, ob wir schon in den Wartebereich des Gates können. Die Schalter dort waren aber noch nicht besetzt. Unser Abflug verschob sich auch noch weiter nach hinten, sprich unser Flug erschien auf keiner Anzeige und wurde auch nie aufgerufen. Inzwischen konnten wir schon die Zahlen in Indonesisch (Bahasa Indonesia), da ja ständig die Flugnummern durchgegeben wurden. 

Einreiseabwicklung vor Abflug

Plötzlich kam Bewegung in die Menschenmenge, die sich um die zwei Counter gebildet hatte. Mehrere ernst blickende Beamte hatten Platz genommen und begannen mit der Abfertigung.

Um aus Indonesien ausreisen zu können, mussten wir die Imigrasi (Ausreisekontrolle mit Visa-Prüfung) noch hinter uns bringen und das Handgepäck wurde auch gleich nochmal extrem gefilzt. Viele Behälter und Tiegelchen mit Flüssigkeiten von anderen Fluggästen, wanderten unter Tränen in den Mülleimer. Wir aber kamen problemlos durch. Alle überflüssigen Dosen und Flaschen hatten wir schon im Checkin-Bereich entsorgt, auch wenn sie noch ungeöffnet waren.

Flug nach Kuala Lumpur

Etwas mehr als drei Stunden beträgt die Flugzeit von Makassar (ehemals Ujung Pandang, deshalb auch der Flughafencode UPG) nach Kuala Lumpur (KUL) in Malaysia mit einer A320. Air Asia fliegt die Strecke jeden zweiten Tag der Woche (Mo, Mi, Fr, So) nonstop an. Flüge findet ihr z.B. hier*.

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Wie plane ich den perfekten Togian-Trip?

Togians Baracuda-Beach

Als Seenomade über die Togians

Wir waren sieben Tage auf den Togians und sind mit unserem eigenen Boot von Insel zu Insel geschippert. Die Inselgruppe findet man direkt am Äquator in Sulawesi (Indonesien).
Es war eine unglaublich schöne Woche mit wunderbaren Eindrücken über und unter Wasser.

Togians Malenge Indah, eine Station auf dem Togian-Trip

Keine einfache Planung

Da die Planung eine Togian-Trips nicht ganz so einfach ist, habe ich sie hier mal dokumentiert. Dabei wird auch erkenntlich, was man für einen Togian-Trip im Voraus planen muss und wie die An-/Abreise dorthin ist.

Togians Pulau Papan Steg

Welche der zahlreichen Inseln?

Wir haben auf verschiedenen Inseln übernachtet:

  • Kadidiri
  • Malenge 
  • Batudaka

Des Weiteren viele schöne Strände und kleinere Inseln besucht. Dabei haben wir auch viele Riffe beschnorchelt und die geniale Unterwasserwelt der Togians bewundern können.

Togians Jellyfish Lake

Viel Spaß auf unserem Togian-Trip:

Die Planung des Togian-Trips
Die Fahrt auf die Togians
Als unser erster Seenomaden-Tag auf den Togians
Kadidiri: Jellyfish Lake und andere schöne Strände
Malenge: Ausflug nach Pulau Papan und episch schön in Malenge Indah
Batudaka: Seele baumeln lassen in Poki-Poki
Die Fahrt ans Festland

2 Kommentare

  1. Margret Martini

    Hallo Alexandra und Familie.

    Ein ganz toller Bericht mit all den tollen Eindrücken.Vielen Dank dafür.Wir wollen im nächsten Jahr ach so eine Tour machen nur umgekehrt.von Makassar nach Manado.
    Vielen vielen Dank für die Infos.Es ist schon schwierig etwas über solch eine Reise zu finden wo alles drin ist was auch Transport enthält.Auch die Seereise ist äußerst attraktiv …die hatte ich so noch nicht geplant.
    Lieben Gruß
    Margret Martini

    Antworten
    • AlexSefrin

      Liebe Margret,

      zu Rantepao wird es noch ein paar Artikel in den nächsten zwei Wochen geben.

      Geplant hatten wir die Reise genauso so wie ihr, nur hatten wir mit der Flugbuchung etwas Stress https://scenic-world.net/was-bei-einer-flugbuchung-schiefgehen-kann/ und haben die Reise einfach auf den Kopf gestellt.

      Sowohl Rantepao und Umgebung, als auch die Togians waren unser absolutes Highlight! Wir sind ja viel in Asien unterwegs, aber so erholsame Tage, wie auf den Togians hatten wir noch nie auf einen Trip. Die Landschaft Über- und Unterwasser hat uns total verzaubert.

      Solltest Du noch Fragen haben, dann kannst Du Dich jederzeit bei uns melden. Gerne teilen wir unser Reisewissen.

      Liebe Grüße

      Alex

      Antworten

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