Schon um 5:30 Uhr war das ganze Hotel wach, Unmengen von Traveller wollten auch eine Karte für den Zug nach Huigra ergattern. Dabei waren nicht die Plätze im Wagon von Interesse, sondern die auf dem Dach der Güterwagons.

Durch den eiskalten Morgen schnauft die Diesel-Lok und hüllte uns in schwarzen öligen Rauch. Je höher die Sonne stieg, und je tiefer wir kamen, um so heißer wurde es und die Schichten fielen, wie bei einer Zwiebel, von uns ab. In Alausi hielt der Zug und zum Frühstück gab es heiße Maiskolben mit Käse überbacken – lecker! Hinter Alausi ging es eine sehr kurvenreiche Strecke steil runter ins Tal, vorbei an der Teufelsnase. Mit mehreren Spitzkehren ging es mal vorwärts, mal rückwärts hinab. Es war so steil, dass es beim Blick über den Rand des Daches einem ganz flau im Magen werden kann. Es kam uns auch noch ein Schienenbus entgegen, in einer der Spitzkehren konnte der Bus dann an uns vorbei. Kurz vor dem ersten Tunnel gab es einen heftigen Ruck: ein Wagon war aus den Schienen gesprungen. Kein Wunder denn die starken Regenfälle des El Niño hatten an manchen Stellen das Gleisbett unterspült. Nach längerem Hin und Her konnte der Wagon wieder flott gemacht werden. In Huigra endete die Strecke, der Rest war zur Zeit unpassierbar.

Zugfahrt Nariz del Diablo

Zugfahrt Nariz del Diablo

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Die meisten fuhren mit dem Bus wieder zurück in die Berge, wir wollten aber weiter nach Guayaquil. Ein Bus dafür stand bereit, war aber bis auf den letzten Platz ausgefüllt. Zusammen mit einem holländischen Pärchen belaberten wir den Fahrer so lange, bis wir es uns auf dem Dach des Busses bequem machen durften. Es war nämlich der letzte Bus für die nächsten Tage und hier oben gab es weit und breit keine Unterkunft, selbst wenn, wer hätte hier schon Weihnachten verbringen wollen! In den Kurven drehten wir fast runterzufallen, aber die Aussicht war einfach grandios. Dummerweise waren viele Wasser- und Stromleitungen quer über die Straße gespannt und so fädelte ein Tisch ein, der vor uns auf dem Dach lag, und riß sich los und drohte das ganze Gepäck samt uns auf die Straße zu reißen. Unser Geschrei brachte den Bus zum Stillstand.

Zugfahrt Nariz del Diablo

Als wir uns der Zivilisation näherten, mussten auch wir uns in den Bus reinpferchen – 24 Plätze für über 60 Leute! Aber nicht minder lustig ging es weiter. Wir teilten alle unser Essen miteinander und ein Plastikbeutel mit einer klaren Flüssigkeit wurde angepiekst, so dass jeder von dem Strahl trinken konnte (war hochprozentig). Nach 2 1/2h mit abgeknicktem Kopf (Deckenhöhe < 1,6m) waren wir froh in Guayaquil auf einen Komfortbus nach La Libertad zu wechseln.

Um halbelf nachts suchten wir uns das beste Hotel am Platz, die Schlechten wollten wir lieber nicht kennenlernen. Zusammen mit den Holländern gingen wir noch einen Happen Essen. Der Wirt musste alle Zutaten erst nach einkaufen gehen.