Da wir Dank des Nachtbusses fast noch einen ganzen Tag in Rantepao hatten, packten wir nach dem Frühstück unsere sieben Sachen und deponierten sie im Büro unseres Wirts. Entlang der Hauptstraße gingen wir wieder auf die Suche nach einem fahrbaren Untersatz. Wir mussten zum Glück gar nicht so lange suchen und konnten einen Fahrer finden, der uns den Nachmittag über zu den Königsgräbern von Suaya und den Grabhöhlen von Tampangallo bringen sollte.

Babygräber von Kambira

Obwohl wir eigentlich gar nicht an den Babygräbern von Kambira interessiert waren, nötigte uns der Fahrer dorthin zu fahren. Da sie eh auf dem Weg nach Suaya lagen, sprach auch nicht wirklich was dagegen. Ein paar Kilometer vor Makale biegt man links ein auf eine Seitenstraße. Nach wenigen Kilometern wurde sie immer schmäler und als wir dann nochmal in Richtung Süden abbogen, passte gerade noch unser Auto drauf. 

In Kambira fand gerade eine traditionelle Hochzeitszeremonie statt, so dass niemand an unserem Eintrittsgeld interessiert war. Das kleine Toraja-Dorf war festlich geschmückt und man sah deutlich den Unterschied des Standes. Die etwas niedergestellten Einwohner des Dorfes saßen mehr Abseits mit Bastmatten am Boden, die wohlhabenderen unter den Tongkonans.

Im kleinen Bambuswald befand sich der Babygrabbaum (baby grave tree oder Liang Pia). Wenn ein Kind noch als Säugling verstirbt und noch keine Zähne hat, dann begraben die Toraja ihn in speziellen sehr harzreichen Bäumen. Jeder Säugling erhält dort eine kleine Höhle, die mit einer kleinen Abdeckung aus Naturfasern verschlossen wird und nach einigen Jahren ist das Loch dann wieder zugewachsen. Das Harz der Bäume soll die Säuglinge nähren und sie sollen zusammen mit dem Baum wachsen. Eigentlich ein sehr schöner Brauch und ein tröstlicher Gedanke. Leider geraten diese Bräuche auch hier langsam in Vergessenheit, da viele Torajas in die Städte ziehen. 

Babygrabbäume von Kambira

Babygräber von Kambira