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Felsengräber von Lemo

Sulawesi von Norden nach Süden zu durchqueren ist eine Herausvorderung, da die Entfernungen groß und die Straßen mehr oder weniger gut ausgebaut sind. Aber mit Bus, Auto, Fähre, Boot oder Taxi kommt man schon irgenwie ans Ziel

Lange Fahrt von Manado nach Gorontalo

Fahrt von Manado nach Gorontalo

Die Indonesier auf Sulawesi scheinen alle überpünktlich zu sein. Obwohl 8 Uhr Abfahrt vereinbart war, wollte der Fahrer schon um 7:30 Uhr los. Schließlich sein es 400 km auf einer Landstraße von Manado nach Gorontalo, die vor uns lagen.

Achterbahn im Regenwald

Sobald man mal die Stadt hinter sich gelassen hat, ist man in einer anderen Welt. Alles ist so grün und dichter Regenwald verteilt sich über die steilen Bergen. Die Autofahrt erinnert mehr an eine Achterbahnfahrt: extrem kurvig und ein ständiges Auf und Ab, aber die Straße war gut. 

Fahrt nach Gorontalo kurvige Straße

Unterwegs sichteten wir lustige Fahrzeuge. Besonders die Bentors hatten es uns angetan, es ist eine Mischung aus Motorrad und Rikscha.

Fahrt nach Gorontalo Bentor

Mit der Zeit änderte sich das Landschaftsbild ein wenig und die Anzahl an Palmen nahm zu. Palmöl-Bäume sind hier eher selten, dafür setzt man hier mehr auf die Kokosnuss. So hohe Palmen wie hier, haben wir noch nie gesehen. Die Anzahl der Kirchen nahm dafür ab und die Moscheen wurden präsenter.

Hungern muss hier keiner

Der klare Vorteil eines eigenen Wagens ist, dass er anhält, wenn man mal auf die Toilette muss. Auf halber Strecke stoppten wir dann zum Mittagessen. Man konnte sich einfach aus einer Vielzahl von Schüsseln seinen Teller vollladen und bezahlte dann den Betrag, der auf dem Taschenrechner eingetippt wurde. Super schmackhaft und nicht all zu scharf.

Hier hier auf die Toilette muss, darf nicht zimperlich sein. In Sulawesi gibt es überwiegend die Stehtoiletten, da sie am hygienischsten sind. Man kann sie leicht putzen und sie verschmutzen nicht so wie unsere Sitztoiletten. Das hier war aber die schlimmste Toilette, die wir auf unserer bisherigen Fahrt hatten und mit Blitz sieht sie eigentlich schon ganz passabel aus. Für Svenja aber immer wieder eine Herausforderung.

Sulawesi Toiletten im Warung

Entlang der Küste nach Westen waren immer wieder schöne Buchten mit vorgelagerten Inseln zu sehen. Traumstrände gibt wahrscheinlich nicht all zu viele und Hotels schon gar keine. Die Straße von Popalo, der letzten Stadt an der Küste, bevor man durch das Landesinnere an die Küste nach Gorontalo fährt, ist flach und lässt sich schneller bewältigen, obwohl es das ein oder andere Schlagloch gibt.

Nach 9 Stunden endlich in Gorontalo

Es war schon fünf, als wir das New Melati Hotel in Gorontalo erreichten. Es hatte einen schönen Garten mit großem Baum und die Zimmer hatten Sitzgelegenheiten vor der Tür. Das war auch gut so, weil im Erdgeschoss alles stark nach Moskitospray stank. Bei 200.000 IDR inkl. Frühstück pro Zimmer kann man nicht mehr erwarten. Aber die Kinder hatten alle ein eigenes Bett, was mal wieder notwendig war. 

Gorontalo New Melati Hotel

Mandi-Dusche gab es zwar noch keine, aber die manuelle Toilettenspülung wurde der neue Standard auf der Reise. Funktioniert auch gut und benötigt deutlich weniger Wasser. Es versteht sich, dass Klopapier so auch nicht mehr zum Einsatz kommen kann. Alles eine Frage der Gewohnheit, aber die manuelle Form der Bidets ist bestimmt nicht unhygienischer.

Mit dem Bentor, einer Motorrad-Rickscha, fuhren wir in eine Mall, um uns mit Bargeld zu versorgen. Auf den Togians gibt es nämlich keine Geldautomaten.

Gorontalo fahrt mit dem Bentor

Planung unseres Togian-Trips

Wir wollten etwas mehr von den Togians sehen, aber es ist schwierig von Europa aus etwas zu buchen, da die meisten der ca. 20 Unterkünfte keine Email haben und meist auch keine Internetseite über die man buchen könnte. Es bleibt also nur noch die Möglichkeit über Skype anzurufen und zu hoffen, dass man jemanden an der Strippe hat, der auch Englisch versteht.

Es ist dringend anzuraten, sich im Vorfeld um eine Unterkunft zu bemühen, denn die Unterkünfte sind tatsächlich ausgebucht in der Hauptsaison von Juni bis September. Vereinzelt findet man noch ein Zimmer oder wenn jemand tatsächlich irgendwo strandet, dann findet sich bestimmt auch noch eine Hängematte.

Ich hatte in der Facebook-Gruppe von Indojunkies nach schönen Unterkünften auf den Togians gefragt und war sehr überrascht, dass ich eine Personal Message von David und Angie von Poki-Poki erhalten hatte. Nach einigen netten Emails hin und her hatten wir nicht nur eine Unterkunft, sondern auch gleich einen kompletten Trip über die Togians von ihnen organisiert bekommen.

Eine Woche als Seenomade über die Togians

Mit unserem eigenen Boot sollten wir erst die Insel Kadidiri und später Malenge erkunden. Die Bungalows von Poki-Poki liegen auf der südlichsten Insel Batudaka und sollten der Abschluss unseres Togian-Trips werden. 

Ein klarer Vorteil war, dass wir schon in Deutschland den Aufenthalt bezahlen konnten. Weil sie unsere Unterkünfte in Kadidiri und Malenge schon buchen und bezahlen mussten, machten wir eine Anzahlung auf ein deutsches Konto bei der DKB-Bank* und kurz vor Abreise bezahlten wir den restlichen Betrag.

Wie wir auf die Togians gekommen sind und was wir dort alles erlebt haben, erfahrt ihr, sobald wir wieder Internet haben, denn auf den Togians gibt es nur zeitweise Strom mit dem Generator.

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Ausflug in die Minahasa-Highlands mit abenteuerlichem Ende

Pünktlich um 7:30 Uhr stand der Fahrer vor der Tür und auch Michelle in ihrer Position als Tourguide. Sie hat das schon zwei Mal gemacht und vertreibt sich so ihre Zeit bis die Uni im Oktober anfängt. Geld will sie keines dafür haben – mal sehen…

An Erntedank ist die Hölle los

Wir mussten so früh los weil Erntedankfest war und alle aus Manado nach Tomohon oder Tondano fahren, um mit ihren Familien zu feiern. Das merkte man auch, da sich massig an Autos die kurvige Straße nach Tomohon den Berg hoch quälten. Sobald man die Stadtgrenzen hinter sich gelassen hat, ist alles grün mit dichten Dschungelpflanzen, hohen Bäumen und Palmen bewachsen.

In einem Blumengarten hielten wir für einen Frühstücks-Kaffee an. Ein wirklich lauschiges Plätzchen, da man gute Sicht auf den Vulkan Empung hatte. Er hat zwei Bergspitzen und der Krater befindet sich zwischen beiden Gipfeln in einer leuchtend grünen Senke.

Minahasa Tomohon Blumengarten

Minahasa Vulkan Empung

Mit dem Auto hoch auf den Vulkan

Wir fuhren mit dem Auto durch sehr fruchtbares Land, wo viel Gemüse angebaut wurde hoch auf den Vulkan Mahawu. Der Aufstieg dauerte nicht lange und war gut ausgebaut. Von oben konnte man gut in den Krater schauen. Man hatte ebenso einen schönen Ausblick auf den gegenüber liegenden Vulkan Empung und das Umland. Die Sicht reicht sogar bis zum See nach Tondano.

Minahasa Vulkankrater Mahawu mit Blick auf Vulkan Empung

Als wir durch Tomohon fuhren, bekamen wir einen Eindruck, warum Michelle letztes Jahr vier Stunden für die 25 km benötigt hatte und für den Rückweg sogar sechs. Uns kamen auf unserer Spur ganze Schwärme von Motorrollern entgegen.

Erntedank in Tomohon

Den Stopp an einem buddhistischen Tempel Vihara Buddhayana mit chinesischen Pagode Ekayana, den hätten wir uns sparen können, denn das ganze Gelände war mega kitschig.

Tomohon chinesische Pagode

Minahasa Tomohon Vihara Buddhayana Tempel

Einen weiteren Stopp hatten wir am Linow See, der etwas südlich von Tomohon liegt. Dieser See soll je nach Lichteinfall seine Farbe ändern. Uns präsentierte er sich in türkis-blau. Er ist stark schwefelhaltig und am Ufer sieht man heiße Quellen aus dem Boden blubbern, was aber zahlreiche Enten nicht davon abhält sich hier aufzuhalten.

Minahasa Linow-See

Zum Essen fuhren wir zurück nach Manado. Wir landeten in einer Mall im Pizza Hut. Nicht unsere Wahl, aber uns war es egal, weil wir schrecklichen Hunger hatten. Der Fahrer wollte sich zu erst an einen anderen Tisch setzen, weil er sich an den Kopf des Tisches hätte setzen müssen, wo sonst das Familienoberhaupt sitzt. Mit etwas Überredung nahm er dann doch noch Platz.

Wunderschöner Wasserfall im dichten Dschungel

Unsere letzte Station sollte der Tunan Wasserfall nördlich von Manado sein. Nach einigen Kilometern durch den Dschungel wurde die Straße so schlecht, dass wir vor einer Brücke aussteigen und den restlichen Kilometer zum Parkplatz laufen mussten. Gerade als wir dort ankamen, kam auch unser dort an. Keine Ahnung, warum er das Auto nicht stehen gelassen hat.

Die ganze Szenerie hatte was von Jurassic Park II. Durch den dichten Dschungel wurde vor einigen ein höher gelegter Weg zum Wasserfall angefertigt. Auch die dazugehörigen Toiletten und Rastflächen existieren. Danach hat man das Areal der Natur überlassen und einen Parkwächter an den Eingang gesetzt, der Eintritt abkassiert. Sowas findet man recht häufig in Indonesien.

Der Wasserfall hingegen hat von seiner Schönheit nichts eingebüst. Über 40m tief stürzte das Wasser in die Tiefe, so dass alles in feinen Sprühnebel gehüllt wurde. Sehr beeindruckend.

Manado Wasserfall

Endstation Brücke

Mit dem Auto fuhren wir bis zur Brücke zurück, dann mussten alle raus bis auf Svenja und ich. Wir blieben als Achslast zurück. Das Auto rollte runter zur Brücke und versuchte auf der anderen Seite den Berg hoch zukommen. Die Hinterreifen drehten durch und das Auto schaffte es einfach nicht vom Feldweg über die Abbruchkante mit den Hinterreifen auf den Asphalt zu kommen. Beim dritten Versuch rutschte der linke Vorderreifen von der Brücke und der Wagen neigte sich bedenklich zur Seite. Vorsichtig stiegen wir aus, aber der Wagen rutschte zum Glück nicht weiter ab. Die Situation war ziemlich aussichtslos, denn dass Auto hatte keinen Wagenheber und es waren auch nicht genügend Leute da, um das Auto irgendwie auf die Brücke zu heben.

Manado Auto von der Brücke gerutscht

Mit Steinen haben wir eine Mauer für den Reifen zurück auf die Brücke gebaut, aber dem Fahrer war das zu suspekt und er hätte auch nur einen einzigen Versuch gehabt. Irgendwann, als es dunkel wurde, haben wir uns Michelle geschnappt und sind die Straße durch den Dschungel in Richtung Dorf gelaufen. Vom Hinweg wussten wir, dass mindestens vier bis für Kilometer Fußmarsch vor uns lagen. Uns tat der Fahrer etwas leid, da wir ihn zurücklassen mussten, aber wir mussten unbedingt morgen früh unsere Reise nach Gorontalo fortsetzen, da am Dienstagabend das Boot auf die Togians abfuhr.

Michelle war überglücklich, als uns ein Auto entgegen kam um, uns nach Manado zurückzubringen. Der Spaß kostete uns zwar 200.000 IDR, aber auch wir waren froh den blutsaugenden Moskitos entfliehen zu können.

Glück im Unglück

Wie schon mehrfach in diesem Urlaub eröffneten sich plötzlich in einer Miesere ungeahnte Möglichkeiten. Die Firma unseres neuen Fahrers bot nach kurzer Verhandlung an, uns die 400 km nach Gorontalo zu bringen.

Zuvor hätten wir die Möglichkeit gehabt für 200.000 – 300.000 IDR pro Nase einen Platz in einem Fahrzeug zu bekommen, das hätte aber auch gehießen, dass wir so lange durch Manado gegurkt wären, bis das Auto voll geworden wäre und dann noch 10 h Fahrzeit.

Um ein Flug zu buchen war es wahrscheinlich schon zu spät. Auf jeden Fall sieht man so nichts vom Land, ist aber in 40 min am Ziel. Mal abgesehen von der zusätzlichen Fahrt an den Flughafen und wieder in die Stadt rein (ca. 300.000 IDR), ist es mit mehr als 330.000 IDR pro Nase auch nicht viel teurer.

Um ein komplettes Auto zu mieten wollten sie 2.000.000 IDR haben, weil der Fahrer leer wieder zurück müsste, was aber Blödsinn ist, da hier keiner leer durch die Gegend fährt.

Das Angebot, für 1.175.000 IDR unser eigenes Auto zu bekommen klang so verlockend, dass wir sofort zusagten.

Hauptsache, die Kinder haben ihren Spaß

Obwohl es zapfen duster war mussten wir noch mal schnell in unseren Pool hüpfen, bevor wir uns mit Michelle zum Essen trafen. Das Nachtmahl zögerte sich noch weiter raus, weil die Kids unbedingt noch Io-Hawk-Board fahren mussten. Nach ein paar Minuten hatten sie den Dreh raus, pesten durch die Gegend und drehten Pirouette damit. Weil es schon 22 Uhr war hatte vieles schon zu und wegen Sonntag und Erntedank sowieso.

Das Essen war gruselig schlecht, aber da unser Magen zurzeit eh nicht so viel benötigte, war es gut zu verschmerzen.

Michelle organisierte uns noch unsere Zimmer in Gorontalo und lehnte es ab Geld für die wundervolle Tour zu nehmen. Wie werden sie auf jeden Fall im Laufe unserer Tour wärmstens weiterempfehlen.

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Was tun, wenn die Kreditkarte gesperrt wurde?

Manado Hotel Minahasa Pool

Einen Tag mit Nichtstun verbracht. Nach dem Ausschlafen haben die Kids ausgiebig im Pool geplanscht und alle sind in das höchst gelegene Haus gezogen. Dieses Mal haben die Kinder das bessere Zimmer, aber sie mussten sich nach wie vor ein Kingsize-Bett teilen.

Kreditkarte gesperrt

Mein Geldbeutel mit der Kreditkarte, den ich vermeintlich zuhause vergessen hatte, war auf getaucht. Die Freude darüber war aber nur von kurzer Dauer, da die Karte nach zwei Fehlversuchen gesperrt wurde, da ich Jürgen die falsche PIN gegeben hatte.

Am Abend waren wir in einem relativ teuren Seafood-Restaurant Essen, in dem gerade zwei große Feiern stattfanden. Ständig wurden riesige Krebse und kleine Lobster an uns vorbeigetragen, lange Tischgebete gesprochen und in der Ecke spiele eine Band amerikanische Fahrstuhlmusik untermalt mit Gesang.

Karaoke wird vom Muezin abgelöst

Was für eine Nacht! Im Hotel neben uns war die ganze Nacht Karaoke und Disco. Als dort endlich Ruhe war, legten sich drei Muezine voll ins Zeugs und schrien 30 – 45 Minuten vom Minaret.

Mit Wasserdurchfall ausgeknockt

Irgendwas war am Essen gestern nicht OK. Kiara und Jürgen hat es völlig ausgeknockt: Wasserdurchfall. Die beiden verbrachten den Tag entweder auf der Toilette oder schlafend im Bett.
Wir sind zwar immer ganz gut ausgestattet mit Loperamid, Kohletabletten, Elotrans und auch Antibiotika, kaufen aber meistens vor Ort in der Apotheke die Medikamente, da sie in der Regel besser helfen und nur ein paar Cent kosten. Mit den Zwillis im Schlepptau zog ich los zur nächsten Apotheke, aber auch um etwas Essbares zu finden.

Manado ist essenstechnisch eine Herausforderung

Essen gestaltet sich zunehmend komplizierter. Entweder sieht es schmuddelig aus oder es ist Fastfood in einer Mall. Die Warungs sehen auch alle nicht so vertrauens erweckend aus. Normale Restaurants, so wie wir sie sonst in Asien kennen, gibt es nur ganz wenige.

Eine wirklich nette Bekanntschaft

Anscheinend sahen wir etwas verloren aus, denn ein junges Mädchen sprach uns an und bot ihre Hilfe an. Sie sprach fließend Englisch mit amerikanischen Akzent. Als erstes klapperten wir zusammen ein paar große Bankfilialen ab, nur um herauszufinden, dass die Kerditkarte anscheinend wirklich gesperrt worden war.

Im Supermarkt suchten wir noch nach magenverträglichen Keksen und Suppen, die wir mit heißem Wasser zubereiten konnten.

Es kann auch billiger gehen

Unsere nette Begleitung hieß Michelle und stammte aus einer recht wohlhabenden Familie. Sie bot uns an, eine Tour in die Minahasa-Highlands zu organisieren. Das Angebot nahmen wir dankend an, denn im Hotel wollten sie 500.000 IDR pro Person, was 35€ sind. Sie hingegen wollte uns ein Auto für 850.000 IDR plus Fahrer für 250.000 IDR besorgen.

Den restlichen Tag verbrachten wir auf Suppen- und Keksdiät – meist schlafend.

Skype ist die bessere Alternative zum Telefon

Abends kaufte ich mir noch ein Skype-Guthaben um die DKB-Bank anrufen zu können. Telefonieren mit dem Handy nach Deutschland kostet 2€/min, Skpen nur 0,02€/min. Leider war das Internet mies und alle alle Berater besetzt, sodass ich nach 9 min aus der Warteschleife flog.

In der Nacht rumorte auch mein Gedärm, aber wahrscheinlich mehr wegen der gesperrten Karte.

Skypen mit der Bank

Ich habe mich morgens um 8 Uhr an den Pool gesetzt, denn dort war das Internet am Besten und habe die Bank angeskypt. Das war 2 Uhr nachts deutscher Zeit, so dass ich sofort eine Kundenberaterin an der Strippe hatte. Sie konnte mir die Karte leider nicht entsperren, hatte mich aber sofort an einen Visa-Berater weitervermittelt. Hier musste ich als erstes jede gescheiterte Transaktion bestätigen, danach wurde mein Fehlversuchzähler auf 0 gesetzt und meine Karte wieder entsperrt. Öffzzz…

 Manado Minahasa-Hotel Pool

Es geht Berg auf!

Jürgen und Kiara ging es heute schon besser, so dass zumindest Kiara wieder an Essen denken konnte. Jürgen wollte sich noch nicht so mit der Nahrungsaufnahme anfreunden.

Wir haben es ja sonst nicht so mit Pools, aber hier war er Gold wert, da man so wenigsten in netter Umgebung mit schöner Aussicht war und man sich zwischendurch abkühlen konnte. 

Soto Ayam in aller Munde

Zum Abendessen konnten wir sogar etwas Leckeres zum Essen über Google Maps finden. Kiara und Jürgen schlürften Soto Ayam (Hühnersuppe) – das indonesische Standardgericht.

Inzwischen sind wir so geübt im Straße überqueren, dass wir keine Angst mehr haben müssen, überfahren zu werden.

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Ankunft in Manado

Singapur U-Bahn

Wenn man erst kurz vor drei Uhr einschläft, dann ist 5:40 Uhr Aufstehen verdammt früh.

Um 6:15 Uhr saßen wir im Bus zur U-Bahn und fuhren anschließend raus zum Changi-Airport. Glücklicherweise konnten wir die MRT-Karten auch am normalen Schalter zurückgeben, den der Touristenkarten-Office machte erst um 8 Uhr auf. Bei 10 $ Pfand pro Karte ist das bei fünf Personen ein nicht unerheblicher Betrag.

Da am Checkin noch nichts los war hatten wir ausreichend Zeit zum Frühstücken. Von einer Anzeigetafel her wussten wir, dass wir 19 Minuten Gehzeit zum Gate einplanen mussten. Der Flughafen ist also riesig. Nach eher laschen Kontrollen, die sich erst direkt vor jedem Gate befinden, hofften wir noch ein paar Minuten im Flieger schlafen zu können.

Jakarta nur ein Katzensprung entfernt

Unser Garuda-Flug war kaum abgehoben, da gab es schon Essen und wir landeten kurz darauf. Mit 1:15 Stunden liegt Jakarta um die Ecke. Da beide Flüge im Terminal 3 abgefertigt wurden, hatten wir Glück und mussten nicht auch noch das Terminal wechseln. Ich war etwas verunsichert, weil wir nicht im Transitbereich bleiben konnten, sondern richtig immigrieren und dann ohne Gepäck hoch zum Abflugsbereich mussten. Das Terminal 3 wurde bei unserem letzten Besuch gerade eröffnet und scheint jetzt schon voll ausgelastet zu sein. Auch hier durften wir eine längere Strecke zum Gate zurücklegen, an Bewegung mangelte es uns heute nicht.

Fast das Bording verpasst

Da die Ansage fast permanent läuft, bekommt man nicht mit, wann das Bording für den eigenen Flug ist. Vor unserem Flug sollten noch zwei weitere Maschinen am gleichen Gate abgehen. Die Abfertigung geht hier im Sekundentakt. Unser Flug wurde auf jeden Fall nicht aufgerufen.

Auf dem Flug nach Manado, der Hauptstadt von Nord-Sulawesi, bekam sogar ich einen Exitseat! Als zwei Damen merkten, dass wir zusammengehörten, boten sie eine Sitzplatzwechsel an. Das war ein guter Deal, da ich den kompletten Flug (3 h) schön ausgestreckt verschlafen habe.

Der Landeanflug auf Manado ist sehr schön, da man an einer Reihe von Vulkanen vorbei schwebt, bevor man mit heftigem Geholper über die Landebahn hüpft.

Hotelbuchung mal anders

Das Domestic-Terminal ist echt putzig. Während die Kinder das Gepäck organisierten, versuchte ich mich um ein Hotel zu kümmern. Die Auswahl in unseren Reiseführern war mäßig und wir suchten was, wo man es länger als eine Nacht aushalten konnte. Ich hatte mir das Minahasa-Hotel im Vorfeld ausgesucht, konnte es aber nicht online buchen, deshalb der Weg über die wirklich nette Frau von der Hotelreservierung.

Das Ganze zog sich und inzwischen vergnügten sich die Kinder mit dem restlichen Flughafenpersonal und tauschten Instagram-Accounts aus und fuhren mit dem Gepäckwagen durch die Gegend.

Manado Flughafen Bekanntschaft

Nach mehreren Telefonaten wegen dem “Kinderzimmer” reduzierte sich der Preis von ursprünglich 505.000 IDR pro Zimmer plötzlich auf 450.000 IDR, ohne dass ich handeln musste. Die Frau von der Vermittlung hatte die Kids wohl in ihr Herz geschlossen und einen Rabatt für uns rausgehandelt. Das sind immer noch fast 35 €, was für Indonesien schon ziemlich teuer ist, aber durch die vielen Taucher, die auf die Bunaken fahren, sind die Preise entsprechen höher. Dafür brachte sie uns auch noch persönlich zu einem Fahrer, der ein genügend großes Auto besaß. Durch den Abendverkehr brauchten eine gute dreiviertel Stunde, da waren wir mit dem Fixpreis von 120.000 IDR echt gut bedient.

Suite am Pool

Das Minahasa-Hotel liegt am Hang und unsere Zimmer waren ziemlich weit unten, also nichts mit Sicht über die Stadt. Außerdem waren sie völlig überteuert, also Superior war das nicht, nicht einmal guter Standard. Als ich meinen Unmut deutlich machte, bekamen wir eine Suite ganz oben am Pool und für den nächsten Tag die Option alle in hochgelegen Räume umziehen zu können. Die Suite hätte es jetzt nicht gebraucht, aber sie war schon recht nobel für indonesische Verhältnisse. Selbstredend, dass wir noch leise schnell in den Pool hüpften, von dem aus man das nächtliche Manado überblicken konnte.

Augen zu und über die Straße

Um zu etwas Essbaren zu kommen, mussten wir eine vierspurige Straße überqueren, wo es nie Lücken im Verkehr gab. Auch Ampeln scheint es keine in der Stadt zu geben. Es blieb uns also nur die Saigon-Technik, um über die Straße zu kommen: Man läuft langsam aber stetig im gleichmäßigen Tempo los und die Auto und Motorräder weichen aus und bremsen gegebenenfalls.
Am Meer gab es eine Ansammlung von kleinen Garküchen und in der Mitte Sitzgelegenheiten auf Mini-Plastikhockern. Die Leute haben uns angestarrt, wie Außerirdische. Das Essen war scharf, aber lecker. Jürgen nutzte die Gelegenheit und bestellte Durian-Juice. Der Geruch und der erste Geschmack war infernalisch, dann ging es einigermaßen.

Manado Essen im Warung

Zweites Bali?

Dass Manado einst die schönste Stadt Südostasien gewesen ein soll ist schwer vorstellbar. In der Gegend wo wir waren, standen nur noch mehr oder minder runtergekommene Häuser. Am “Boulevard” reihten sich einheimische Shopping-Malls auf. Keine Ahnung, wie die Regierung darauf kommt, dass aus Manado angeblich ein zweites Bali werden soll. Sehenswertes fanden wir auf jeden Fall nicht und auch sonst sahen wir keinen einzigen Touristen hier.

Auf dem Weg zurück passierten wir ein islamisches Viertel in einer zu 70% christlichen Stadt und wurden an jedem Haus freundlich gegrüsst und wiedererkannt, da wir zuvor schon die gleiche Straße genommen hatten.

Auch wenn jetzt die Stadt selbst nichts Einladendes hatte, von unserer Pool-Suite war der Blick über das nächtliche Manado einfach gigantisch.

Manado Minahasa Hotel Pool

Manado Minahasa-Hotel Pool

 

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Reiseplanung – Einmal Sulawesi von Nord nach Süd

Bindenwaran

Die nächsten Wochen werden richtig spannend für uns werden, denn wir wollen die indonesische Insel Sulawesi von Norden nach Süden durchqueren. Wir werden Euch jetzt in unsere grobe Planung einweihen, denn auf einige Punkte mussten wir uns schon im Voraus festlegen, da wir zur Hochsaison (unseren Sommerferien) dort sein werden.

Singapur

Da es keine gute Verbindung direkt nach Sulawesi gibt, fliegen wir über Singapur. Damit der Urlaub nicht in Stress ausartet, schauen wir uns ein paar Tage lang Singapur an. Alles werden wir nicht abklappern können, aber für Marina Bay und den Gardens by the Bay wird auf jeden Fall Zeit sein. Little India, Chinatown und mal in das ein oder andere futuristische Shopping-Center werden wir bestimmt reinschauen. 

Manado

Unser nächster Flug bringt uns nach Manado im Norden von Sulawesi. Die Stadt selbst ist jetzt nicht besonders reizvoll, aber von dort aus kommt man auf die Bunaken oder ins Minahasa Hochland.

Bunaken

Eines der schönsten Tauchparadiese Indonesiens befindet sich auf den Bunaken, einer Inselgruppe nordwestlich von Manado. Ob wir es schaffen einen Tagesausflug oder eine Übernachtung auf den Bunaken zu organisieren, wird sich vor Ort entscheiden.

Minahasa Hochland

Eigentlich hatten wir geplant ein paar Tage länger im Hochland südlich von Manado zu verbringen und um dort Vulkan-Touren oder Dschungel-Trekking zu machen. Leider waren die wenigen Unterkünfte in Tomohon, welches zwischen den Vulkanen Gunung Empung und Kentur Mahawu liegt, schon ausgebucht. Aber vielleicht machen wir jetzt von Manado aus Touren in die Minahasa Highlands.

Gorontalo

Unser nächster Stopp wird die Hafenstadt Gorontalo sein, welches 400 km von Manado entfernt liegt. Von dort aus werden wir die Nachtfähre auf die Togians nehmen.

Togians

Die Togians sind eine Inselgruppe in der Molukkensee, die noch ziemlich unberührt sind. Perfekt zum Tauchen, Schnorcheln oder einfach nur Palmen und Strand zu genießen. Wir haben uns dort ein Boot organisiert, was uns zu verschiedenen Inseln (Kadidiri, Malenge und Batudaka) bringen wird, so dass wir so viel wie möglich von diesem Inselparadies mitbekommen werden. Eine der Inseln hat einen Salzwassersee mit Quallen, die nicht nesseln. 

Ampana

Von den Togians geht es dann wieder ans Festland nach Ampana. Die wahrscheinlich auch nicht weiter erwähnenswert sein wird.

Danau Poso

Von Ampana werden wir entlang der Küste nach Poso fahren, um dann ins Landesinnere nach Tentena am Danau Poso zu reisen (200 km). Das ist ein ziemlich großer Bergsee, von wo aus man Dschungel-Trekking zu Wasserfällen unternehmen kann.

Rantepao

Die nächste 300 km Etappe geht durch eine kurvige Bergregion nach Rantepao. Hier gibt es in den Bergen idyllische gelegene Reisfelder und seltsam anmutende Häuser in Ke’te’ Kesu’. Das Volk der Tana Toraja hat ganz besonderen Beerdigungs- und Totenkult, bei der viele Büffel und Schweine ihr Leben lassen müssen. Der Verstorbene muss solange auf seine Beerdigung warten, bis die Familie das Geld für die Beerdigung zusammen hat. Die Gräber befinden sich oft in Felswänden und davor stehen Tao-Taos, die dem Verstorbenen ähneln.

Makassar

Weitere 300 km südlich liegt die Großstadt Makassar, einst niederländische Kolonialregierungssitz . Von Makassar werden wir weiter nach Kuala Lumpur fliegen.

Kuala Lumpur

In Kuala Lumpur verbringen wir noch einige Tage in einem genialen Airbnb im 50. Stock. Über uns nur noch der Infinity-Pool mit Blick auf die Petronas-Tower. Wir werden auf jeden Fall die Stadt eingehend erkunden, bevor es zurück geht. 

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