In 10min Gehentfernung befindet sich eine RER-Station. Zum Glück hatten wir uns schon im Internet schlau gemacht, denn die Tagestickets waren gar nicht so einfch zu finden. Das Zauberwort heißt Mobiles.

Besonders erwähnenswert ist das geniale Wetter. Es ist schon lange her, dass man in diesem Sommer mit kurzen Hosen und ohne dicke Fleece-Jacke rausgehen konnte.

Paris

Leider war unsere Strecke in Paris gesperrt, was uns den ein oder anderen Umweg mit der Metro bescherte. Wir schlenderten als erstes zu Notre Dame, die Schlange sah endlos aus, aber es ging recht fix, um in mitten eines sonntägigen Gottesdienstes zu landen. Mit absolut klarem Live-Gesang, die haben sich für uns mächtig ins Zeug gelegt. Generell sind vor den Sehenswürdigkeiten, immer lange Schlangen und die Eintrittspreise fangen bei 8€ pro Nase an. Da wir ja nur diesen Tag hatten, konnten wir uns die meisten Sachen noch von außen anschauen.

An der Seine entlang durch das Quartier Latin zu schlendern, macht richtig Laune. Wenn man sieht, was es für eine Vielzahl von originellen Geschäften und Kneipen es hier überall gibt, merkt man plötzlich, wie arm und dezimiert das Leben in Lindenfels doch ist.

Paris

Durch den Louvre wanderten wir zum Place de la Concorde. Hier war dann auch für die nächsten Stunden Endstation. Die Kleinen waren partout nicht mehr weiter zu bekommen, als sie merkten, dass sie von hier aus den Tour de France-Strecke perfekt einsehen konnten. Zum einen den Champs Élysées hoch zum Arc de Triumph, wo man gerade noch das Ziel erkennen konnte und zum anderen die selbige wieder runter, wo es nach einigen Kurven wieder die Seine runter ging. Gerade fuhr die Karavane mit ihren Werbefahrzeugen die Strecke entlang, danach konnten wir auf einer großen Videowand die Übertragung verfolgen. Die restliche Zeit wurden wir in der Sonne langsam knusprig gebraten.

Paris

Paris

So spektakulär war dann die Einfahrt der Radler doch nicht und es dauerte doch einige Zeit, bis sie noch sieben Mal ihre Runden gedreht hatten. Unser Plätzchen stellte sich nun als Mausefalle heraus, weil die Strecke perfekt abgeriegelt war. Nach mehreren Fehlversuchen schleiften wir uns zum Louver zurück, wo wir dann die Metro in Richtung Montmatre bestiegen. Gerade beim Umsteigen bekommt man das Gefühl, dass man mehr Kilometer in dem Tunnelsystem zu Fuß zurücklegt, als man letztendlich mit der Metro fährt. Als uns die Oberwelt zurück hatte, erhob sich Sacré-Cœur vor uns am blauen Himmel. Überall saßen Leute im Gras und genossen den Blick über die Stadt. Und schon wieder platzten wir in eine Messe, die mit einem recht dissonanten Orgelkonzert endete.

Paris

Nach dem Abstieg landeten wir in Pigalle, hier bereitet man sich schon auf die nächtliche Kundschaft vor. Unser letztes Ziel war natürlich der Eifelturm. Auf der Wiese davor, dem Champs du Mars, hatten sich viele Leute zum Picknick mit Baguettes, Käse und Salamis niedergelassen. Wer sich den Wein oder Champus nicht selbst mit gebracht hatte, der wurde von fliegenden Händlern bedient. Wenn man den Eifelturm von einer anderen Stelle in Paris sieht, dann sieht er irgendwie klein und popelig aus. Steht man aber davor, dann erhebt er sich doch sehr majestätisch und eindrucksvoll vor einem. Leider auch hier wieder ewig lange Schlangen, so dass eine Liftfahrt zeitlich nicht mehr drin war. Es ist bestimmt imposant in einem der Füße empor zu fahren. Gerade als wir das andere Seineufer erreichten, um ihn besser fotografieren zu können, wurde die stündliche Beleuchtung eingeschaltet. Zum Abschluss erstrahlter er für uns im Blitzfeuerwerk, krönender hätten wir unseren Heimweg nicht einleiten können.

Paris

Übertage fuhr uns die Metro durchs nächtliche Paris zur Bibliothèque François Mitterrand (echt riesiges futuristische Gebäude), wo der RER-Bahnhof in der Nähe lag. Wir mussten die Treppe hochrennen, um den Zug noch zu bekommen, der vorletzte an diesem Tag, wie sich herausstellte. Etwas mulmig wurde es uns dann doch, als er ohne anzuhalten durch die Vororte heizte. Aber ab der Zone 4 hielt er dann doch wieder und wir erreichten unseren Bahnhof, wo wir witzigerweise wieder die netten Belgier trafen, die uns schon am Vormittag die Baustellenansage des Bahnhofsansagers übersetzten. So war dann der Weg zurück zum WoWa recht unterhaltsam.

Hier geht es weiter mit dem Bretagne-Reisebericht…