Wir haben den Transfer zum Flughafen bei unserem Homestay gebucht, das sollte also nahtlos klappen. Für Ubud typisch war wieder dichter Verkehr und die Fahrt zum Flughafen in Denpasar dauerte über 1,5 h. Ebenso typisch hatte unser Lion Air-Flug wieder Verspätung, nichts was uns hätte beunruhigen können, da wir über 6 h zum Umsteigen dieses Mal hatten. Eines muss man Lion Air zugute halten, Jürgen hat immer einen Platz am Exit bekommen und somit einen entspannten Flug gehabt.

Zur Abwechslung mal gechilltes Umsteigen

Wir durften unser Gepäck im neuen Terminal 3 in Empfang nehmen, das vor 3 Tagen in Betrieb genommen wurde. Danach konnten wir eine halbstündige Flughafenrundfahrt mit dem Shuttle-Bus zu Terminal 1 und 2 machen. Es fühlt sich auf jeden Fall viel beruhigender an, in einem überfüllten kleinen unklimatisierten Bus zu sitzen und zu wissen, dass der Flieger nicht in 40 min abfliegt. Zwar mussten wir jetzt jede Menge Zeit totschlagen, dafür waren wir aber auch als erste Passagiere beim Drop-Off-Schalter. Beim normalen Checkin-Schalter hatte sich schon eine längere Schlange gebildet. Was beim Online-Checkin nicht möglich war, aber vorort ging, war die Änderung Plätze, so dass wir die Reihe direkt hinter der Gally bekommen haben, wo jede Menge Platz für Jürgens lange Gräten war. Sowohl das Boarding als auch der Abflug war auf die Minute genau.

Mitten in der Nacht mussten wir in Doha umsteigen. Der Flughafen beeindruckt immer wieder durch seine Größe und die sündhaft teuren Duty-Free-Shops. Gerade wurde eine neue fahrerlose Bahn in Betrieb genommen, die innerhalb eines Terminals verkehren wird – sehr futuristisch!

Doha - Neue fahrerlose Bahn

Doha - Deckendeco eines Shops

Die Welt ist klein und sauber

Nirgendwo ist uns zuvor ein kostenpflichtiger Gepäcktrolley untergekommen, nur in Frankfurt, wo man die höchsten Flughafenabgaben zahlt. Am Flughafen trafen wir noch Tischtennis-Bekannte, die gerade aus China zurückgekommen waren. Wie klein die Welt doch ist, dass gerade sie zur gleichen Zeit auf den selben Ausgang des Terminals zustrebten.

Wir erreichten perfekt den AirLiner nach Darmstadt, der genauso viel für 2 Erwachsene und 3 Kinder kostet, wie ein Inlandsflug in Indonesien. Der nette Fahrer ließ uns direkt an unserem Büro aussteigen und wunderte sich, dass die restlichen Fahrgäste auch dieses Angebot nutzen – vielleicht sollten sie sich mal Gedanken über ihren Haltestellenplan machen.

Drei Dinge stechen einem direkt ins Auge, wenn man nach 4 Wochen Indonesien wieder deutschen Boden unter den Füßen hat: sauber, leer und leise.

Nach 31 h auf Achse erreichten wir unser trautes Heim kurz vor 9 Uhr morgens wieder. Um in unseren Zeitrhytmus reinzukommen, haben wir uns noch kurz aufs Ohr gehauen. Aber von Osten her kommend ist das meist relativ problemlos und der Jetlag kaum merkbar.

Reisefazit

Das Reisen in Indonesien mit Kindern ist völlig unproblematisch und relativ relaxt. Wir haben Indonesien als sehr sicher empfunden, die Menschen waren uns gegenüber sehr aufgeschlossen, hilfsbereit, nett und zuvorkommend. Da Indonesien der größte moslemisch Staat ist, hatten wir eigentlich mit Problem diesbezüglich gerechnet, aber wir haben weder ein Kopftuch benötigt, noch musste man auf ein Bier am Abend verzichten (abgesehen von Medan, wo es selbst in einem riesigen Supermarkt kein Alk gab). Dass es selten Schweinefleisch gab, war jetzt kein großer Verlust und dass unsere Ernährung sehr obst- und gemüsehaltig war, kam uns eher entgegen.

Was uns nicht so zugesagt hat, war der starke Verkehr und damit einhergehend die imense Luftverschmutzung. An den Fahrstil hatten wir uns schnell gewöhnt, da er aggressionslos war, wenn auch sehr gewöhnungsbedürftig. Da man das Wasser aus dem Wasserhahn nicht trinken sollte, muss man zwangsweise Wasser in Flaschen kaufen, was aber nur in Plastik daherkommt. Die Menge von Plastikflaschen, -tüten und -verpackungen, die so anfällt ist imens, gerade wenn man bedenkt, dass es in kleineren Orten keine Müllabfuhr gibt. Dem entsprechend wird abends dann der Müll verbrannt, was jetzt auch nicht zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt.

Den Abstecher auf Bali hätten wir uns schenken können und wäre besser auf eine entlegenere Insel gefahren. Dafür hat uns aber Sumatra sehr gut gefallen. Auf jeden Fall hatten wir einen spannenden und abwechslungsreichen Urlaub und haben uns gut erholt.