Wer ist eigentlich auf die blöde Idee gekommen um 7 Uhr aufzustehen und dann auch noch ein dreiviertel Stunden zu brauchen, um Abfahrt bereit zu sein? Unser Fahrer wartete geduldig, bis auch der letzte fertig war. Dann fuhren wir mit dem Pickup-Taxi über eine Stunde in Richtung Nordwesten zu den Erawan-Wasserfällen. Die Kinder schliefen sich aus und wir ließen uns den Wind um die Ohren blasen. Die Straßen hier sind gut, meist vierspurig oder so breit, dass locker drei Autos nebeneinander fahren könnten und es auch meist tun. Im Gegensatz zur Gegend rund um Bangkok, wo es absolut platt ist, hat es hier viele Berge, die neben den vielen Flüsschen fast senkrecht emporwachsen.

Erawan National Park

Wir zahlten brav die 730 Baht Eintrittsgebühr und verabredeten uns in drei Stunden mit unserem Fahrer.

Der Weg zum ersten Wasserfall war noch asphaltiert und eine Affenfamilie turnte durch die Bäume.

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Riesiger Bambus spross aus dem Boden und es gab Bäume deren Blätter größer als Pizza-Teller waren. Das Wasser leuchtet türkisblau und bildet kleine Pools, die sich zu Kalk-Sinter-Terrassen über die Jahre aufgebaut haben. Bis zum dritten Wasserfall war der Weg noch recht gemütlich, danach mussten wir die Wasserflaschen registrieren lassen und ein Pfand dafür hinterlegen. Kein Wunder, denn ab hier ging es richtig zur Sache, zwar noch mit Betonstufen, aber dennoch sehr steil nach oben.

Von mal zu mal wurden die Wasserfälle schöner und nach dem vierten Wasserfall ging es nur noch über Stock und Stein. Luftwurzeln boten Halt auf dem glitschigen Untergrund und am fünften Wasserfall legten wir eine kleine Erfrischungspause ein. Dieser hat uns besonders gut gefallen. Die Fische in den Pools, die teilweise 50 cm lang waren und warteten nur darauf, dass ein Fuß in den Pool gesteckt wurde, um ihn anzuknabbern. In Bangkok werden die Mini-Exemplare als Fish-Spa eingesetzt, um einem die Hornhaut abzufressen, hier bleiben dann entsprechend auch durchaus größere Stücke hängen.

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Am sechsten Wasserfall sprangen wir samt T-Shirt rein, das war eh schon nass geschwitzt. Und auch hier: Sobald man sich nicht mehr bewegte, knabberten die Fische einen an. Der siebte Wasserfall war jetzt nicht ganz so spektakulär. Der Teil, wo sich normalerweise das Wasser über viele Meter senkrecht in die Tiefe stürzte, lag trocken. Der Weg runter ging ziemlich flott und wir badeten nochmal am Fünften, nur nicht im Pool mit den ganz großen Fischen, die waren uns zu hungrig.

Geisterbäume

Erawan Nationalpark, Kanchanaburi

Wir kamen an einem mit bunten Tüchern umhüllten Baum vorbei. In diesem alten Banyan-Baum lebt also ein Baumgeist, den man verehrt, um ihn so wohltätig stimmt. Von diesen Geisterbäumen sieht man einige in Thailand und sie dürfen nicht gefällt werden. Fast jedes Haus besitzt ein kleines Geisterhaus, wo der Schutzgeist mit seiner Familie lebt. Durch Opfergaben wird er besänftig, damit sich keine Unglücke im Haus ereignen. Dieser animistische Glauben ist tief verwurzelt und wird täglich praktiziert.

Als wir auf die Uhr schauten, war es schon 13:30 Uhr und wir mussten uns sputen. Mit einer Stunde Verspätung erreichten wir unser Auto wieder.