Bretagne – Reisebericht

Bretagne-Bildergalerie

 

Retour à la maison

Pünklich um 12 Uhr haben wir den Campingplatz verlassen und unsere Rückreise angetreten. Es stand noch nicht fest, ob wir nochmal irgendwo übernachten oder einfach durchfahren würden.

Außer zwei Mal Tanken und Füße vertreten, ist Jürgen am Ende dann doch die fast 1300 km von der Bretagn bis nach Hause durchgefahren. Genau nach 12 h haben wir unser trautes Heim wieder wohlbehalten erreicht.

Île de Brehat ist für die Füße

 

Le Mont St. Michel

Ca. 1,5h in Richtung Osten liegt die Île de Brehat vor der Küste. Parkplätze sind rar in l’Arcouest, werden aber gegen eine Tagesgebühr vermietet. Die Anlegestelle ist so gestaltet, dass das Schiff auch bei Ebbe anlegen kann. Auf der Insel hingegen gibt es mehrere verschiedene Anlegestellen, bei Ebbe muss man ziemlich weit laufen.

Phare du Paon

Da es leider keine Kinderräder mehr gab, mussten wir uns die Insel zu Fuß erschließen. Ich weiß auch nicht, ob das gut gegangen wäre, da es zwar keine Autos, aber ziemlich viele Fußgänger und Fahrradfahrer gab. Die Sonne brannt uns ganz schön auf’s Haupt, als wir uns zum äußersten Norden der Insel aufmachten, um den Phare du Paon anzuschauen. Da das ganze Wasser verschwunden war, sah die Küste nicht sehr malerisch aus, da überall das Geröll vom Meeresboden rumlag.

Le Mont St. Michel

Einen etwas anderen Weg gingen wir zurück zum Südteil der Insel und hatten am Ende mehr als 10km zurückgelegt, ohne dass wir etwas nennenswertes gesehen hätten. Fazit: Lohnt sich nicht, wenn man nicht schon direkt vor Ort ist.

Île de Brehat

Fauler Strandnachmittag

Plomanac’h

Von Tag zu Tag wurde es wärmer und wir beschlossen mal einen Strandnachmittag einzulegen. Es war gar nicht so einfach einen Strand zu finden, wo man trotz Ebbe noch gut Baden konnte. Die Kinder wagten sich ins Wasser, Jürgen machte lieber einen Klettertour, ohne Kamera, weil ich vergessen hatte, die Akku aufzuladen.

Der darauffolgende Tag war genauso faul. Die Temperaturen sind jetzt sehr angenehm und der kalte Wind ist zu einem lauen Lüftchen geworden. So kann man es aushalten und hat viel Zeit zum Lesen und Schreiben.

Nasse Füße beim Mont St. Michel

St. Malo

St. Malo

Die zwei Stunden Autofahrt bis nach St. Malo, sind es nicht unbedingt wert, um sich die ville close dort anzuschauen. Dinan wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Eine riesige Stadtmauer mit über 5m Breitet umschließt die komplette Stadt. In die Wohnungen, der immer gleichen grauen Häuser, kann man von der Mauer reinblicken – ein Leben auf dem Präsentierteller.

Vor den Stadtmauern befindet sich eine Festung, die nur bei Ebbe erreichbar ist. Bei dieser Gelegenheit kletterten wir einmal rundherum. Zum Essen hatten wir uns auf einer Festungsmauer niedergelassen, als sich, in einem unachtsamen Augenblick, eine Schar Möwen auf Kiara’s Pommes stürzten und sie auch noch vollschissen.

Le Mont St. Michel

Am späten Nachmittag erreichten wir den Parkplatz von Le Mont St. Michel. Von dort aus sind es 40min zu Fuß zum Berg bzw. 10min mit dem Shuttle-Bus. Je näher man kam, desto mehr Details offenbarte dieser wundersame Berg, der aus vielen kleinen Häusern bestand und einer Abtei, die rund um die Bergspitze herum gebaut war, mit einer Kirche auf dem Gipfel. Wenn man nicht den Hauptweg folgt, kann man in aller Ruhe (zumindest am frühen Abend) durch die schmalen Gässchen schlendern und sich den Berg hocharbeiten, aber die Auswahl ist sehr beschränkt. Wenn man die Menschenmassen sieht, die den Berg verlassen, dann kann man sich unschwer ausmalen, was hier heute Vormittag los war. Sobald wir die Abbtei betreten hatten, ging es nur noch einen vorgeschriebenen Weg, der sich langsam emporschraubte. Die Räume wurden unterschiedlich beleuchtet, mit Videoanimation oder anderen Schatten- und Farbspielen bereichert. In manchen Räumen wurden Live-Konzerte gegeben, Solo für Kontrabass, Harfe und Querflöte.

Le Mont St. Michel

Le Mont St. Michel

Le Mont St. Michel

Le Mont St. Michel

Le Mont St. Michel

Die Flucht vor der Flut

Bis zum Sonnenuntergang hatten wir uns wieder auf Meeresebene zurückgearbeitet und schickten uns an, den Berg im Meeresbett zu umrunden. Das Meer lag meilenweit in der Ferne und einzig ein Fluss war Zeugnis, dass hier auch Wasser sein könnte. Als wir im großen Bogen um den Berg waren, wurde es plötzlich schwierig die letzt Stelle trockenen Fußes zu überqueren. Also schickten wir uns an durch das Wasser zu waten. Der Untergrund wurde aber immer nasser und glitschiger. Die Schuhe versanken im Schlick und das Wasser floss in einer wahnsinns Geschwindigkeit zurück in die Bucht. In aller letzter Minute erreichten wir wieder festen Grund. Die Pampe klebte so fest an Schuhen und Füßen, dass die Kind die Socken einfach über die sandigen Füße zogen und so zur Bushaltestelle liefen. Da der Bus überfüllt war, beschlossen wir den Weg zum Parkplatz zurück zulaufen. So konnte Jürgen noch die Zeit nutzen, die Blaue Stunde mit le Mont St. Michel mit dem Fotoapparat einzufangen. Kurz vor Mitternacht erreichten wir das Auto und zwei Stunden später, mit immer noch wachen Kindern, den Campingplatz.

Le Mont St. Michel

Le Mont St. Michel

Le Mont St. Michel

Shoppen in Lannion

Jürgen braucht mal wieder eine neue Speicherkarte. Zum Shoppengehen eignet sich Lannion hervorragend mit seinen vielen kleinen und größeren Geschäften. Auch wir waren bald mit vollbepackten Einkaufstaschen unterwegs, was uns aber nicht hinderte eine echt gute Fotoausstellung zu besuchen.

Mit dem Auto fuhren wir noch den Flusslauf entlang in Richtung Meer. Es waren etliche Höhenmeter runter zum Fluss und die Ebbe hatte ihm das ganze Wasser geraubt. Die Flut kam aber mit einer solch beachtlichen Geschwindigkeit, dass sie uns echt überraschte. Was gerade noch ein Berg war ist plötzlich zur Insel geworden und man tat gut daran schnell wieder Richtung Ufer zu wandern.

Auf dem Weg zurück dur Trébeurden haben wir perfekte Buchen zum Windsurfen gesehen, müssen wir uns mal für die Zunkunft merken…

Russisches Roulette in Tréguier

Plougresant

Die Küste in Richtung Osten entlang hinter Perros-Guirec war das Ziel unserer Autowanderung. Hier gibt es zwar einige Sandstrände, aber der rosa Granit ist hier sehr zerklüftet und es gibt nicht mehr diese schönen großen runden Felsen. In Port-Blan verharrten wir kurz mal im Auto bis der Regenguß vorrüber war. Vielleicht sind wir von Trégastel zu verwöhnt, um zu sehren, warum dieser Küstenabschnitt als landschaftlich schöne Strecke auf der Karte markiert wurde.

In Plougresant gibt es eine Kirche mit einem irre schiefen Türmchen und wie immer, einer Kunstausstellung drin.

Le Gouffre

Das Haus, welches zwischen zwei Felsen eingeklemmt steht und so viele Postkarten ziert, war nicht so malerisch, wie wir es uns erhofft hatten, das lag aber wohl auch daran, dass es zugeparkt war und der graue Himmel auch nicht dazu beitrug, das Ganze freundlich erstrahlen zu lassen. Wir wanderten noch weiter bis zum Le Gouffre einer Felsformation und entlang der Küste zum Point de Château, wenn nicht so ein kalter Wind gepfiffen hätte, dann wäre es eine richtig nette Wanderung geworden.

Plougresant

Plougresant

Tréguier

Endstation des Ausflugs war Tréguier, ein schönes Städtchen mit großer Kathedrale und vielen süßen Fachwerkhäuschen. Das Essengehen war mehr Russisches Roulette, als dass wir wirklich gewusst hätten, was wir da gerade bestellt hatten.

Tréguier

Wanderung durch das Vallée des Traouïero

Trégastel

Direkt vom Campinglatz gelangt man entlang des Baches in das Traouïero-Tal mit Felschaos aus rosa Granit. Am Ende der schönen Wanderung hatten wir uns bis nach Trégaste-Bourg hochgearbeitet und versuchten einen Weg zurück zum Campingplatz zu finden. Man wird den Eindruck nicht los, dass die Bretonen, gerade kleinere Kirchen als stimmungsvolle Ausstellungsfläche für Künstler, gegenüber dem Gebet, den Vorzug geben.

Trégastel

Danach schnappten wir uns die Räder und erkundeten die Küstenweg in Richtung Trégastel. Langsam veränderte sich die Farbe und wechselte von rosa in grau. Die ein oder andere nette Badebucht lag auf dem Weg, aber die Kletterfels wurden rarer. Da wir unsere Fahrräder des öfteren über Stock und Stein tragen mussten, bevorzugten wir für den Rückweg den Fußgängerweg entlang der stark befahrenen Straße.

Klettertour durchs Felsenchaos

Heute war perfektes Kletterwetter und wir schauten uns an, wie eine alte Gezeitenmühle funktioniert, die in einer Staumauer vom Hafen in Plomanac’h früher ihre Arbeit leistete. Da gerade Ebbe war, konnten wir einfach zu Fuß durch den Hafen marschieren. Vorbei an vielen Fischerbooten, die auf dem Trockenen lagen und auf die Flut warteten. von hieraus sieht man auch die kleine Insel mit Schlösschen, wo Quo vadis? geschrieben wurde.

Plomanac’h

Plomanac’h

Dieses Mal verzichteten wir auf den sonst immer sehr schönen Zöllnerweg GR34 und kletterten durch das wunderbare Felschaos. Riesige runde Felsen türmten sich hier auf und laden zum Klettern ein. Da sie sehr griffig sind, kommt man gut vorwärts. Leider verursachen die scharfen Kanten auch schnell kleine Schnitt- und Platzwunden. Mit der zurückkehrenden Flut erreichten wir gerade so den Leuchtturm, der viele Besucher anzieht, da man um die Ecke auch gut Parken kann.

Plomanac’h

Plomanac’h

Plomanac’h

Unser Rückweg war dann eher konventionell über Land. Da Mattis schon beim Wandern durchs Hafenbecken den Leuten beim Schneckensuchen geholfen hatte (die mit den Punkten schmecken nicht und die anderen verstecken sich unter den Algenvorhängen), kauften wir Miesmuscheln als Vorspeise und alle möglichen Zutaten für ein Paella (Scampi, Fisch, etc.) ein. Das Schöne ist, dass es hier alles fangfrisch gibt.

Standortwechsel an die Rosa Granitküste

Die frühen Morgenstunden wurden immer wieder durch leichte Regenschauer unterbrochen. Sie reichten aber nicht aus das Vorzelt von den vielzähligen Taubenschissflatschern zu säubern. Dafür war es leicht feucht und konnte nicht so einfach eingepackt werden. Dennoch waren wir innerhalb von 2h startklar.

Mitten im Landesinneren auf dem Weg nach Morlaix fuhren wir an einer beeindruckenden Kathedrale vorbei. Jürgen flitzte mal schnell für ein paar Fotos raus, während wir im Halteverbot warteten. Nach Morlaix ging es an die Küste. Hier konnte man schon sehen, dass die Gezeiten sehr heftigeren Einfluss auf die Landschaft haben. An einem ewig breiten Strand jagden Strandsegler entlang.

Morlaix

Tourany

Auf dem Weg zum Campingplatz konnten wir schon einen Blick auf die schönen rosa Granitfelsen werfen. Er liegt am Fuße der Halbinsel Tourany, also genau zwischen Trégastel und Ploumanac’h. Wir hatten einen Stellplatz direkt neben dem Spielplatz, der aus drei riesigen Felsen und einer Kletterburg bestand und mit uns kamen noch Deutsche, die zwei Kinder in unserer Altersklasse hatten, womit wir plötzlich kinderlos waren. An der Rezeption wurden wir mit reichhaltigem Kartenmaterial ausgestattet und der sehr hilfreiche Besitzer packte auch gleich beim Einparken des WoWas mit an. Es war gut den Platz zu reservieren, weil er komplett belegt war.

Wir wurden noch nicht mal vermisst, als wir einen Spaziergang am Hafenbecken von Ploumanc’h machten.

Plomanac’h

Gibt es hier Seerobben?

Point de la Torche

Heute war das Wetter eher regnerisch, aber es war auch nur ein Ausflug zum Pointe de Penmarc’h geplant, was nicht so weit entfernt liegt.

Zuerst steuerten wir den Point de la Torche an. Hier gibt es einen kilometerlangen Sandstrand mit hohen Dünen und einer tollen Brandung. Man könnte meinen, dass hunderte Seerobben sich im Wasser tummeln, aber es sind Surfer, auf der Suche nach der perfekten Welle.

Point de la Torche

In Penmarc’h stellten wir uns dann brav in die Schlange für die Leuchtturmbesteigung. Über 330 Stufen winden sich in die Höhe und es zieht sich schier endlos hin, bis man endlich die Plattform mit tollem Weitblick erklommen hat.

Pointe de Penmarc’h

Pointe de Penmarc’h

Die Sonne hatte sich inzwischen auch wieder durchgekämpft und so versuchten wir zurück nach Pont-l’Abbé entlang der Küste zu fahren. Das Meer bekommt man aber nicht viel zu sehen.

Visueller Overkill am Pointe de Penhir

Pointe de Penhir

Die Halbinsel Crozon stand heute auf dem Plan und entlang der Nordküste konnte man tatsächlich direkt am Meer entlangfahren. Leider ist der Weitblick etwas durch Brest verschandelt, dass auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht liegt. Immer wieder gibt es wunderschöne Buchten mit Sand- oder Kiesstränden, Befestigungsanlagen und ein Steinbogen, von Wind und Wetter geformt.

Pointe de Penhir

Pointe de Penhir

Der Pointe de Penhir ist der absolute Overkill für die Augen! Auf der Westseite, lila-gelbe stachlige Bodendecker, so weit das Auge reicht, bis es steil ins türkise Meer abfällt. Goldgelb glänzt die Steilküste mit kleinen Sandstränden mal hier mal dort. Die Windseite der Küste fällt fast senkrecht ab und hat einige größere Felsen vorgelagert, die so manchen Seefahrer das Leben erschwerten. Auf jeden Fall ein herrliches Fleckchen Erde!

Pointe de Penhir

Auf dem Rückweg fuhren wir noch auf den Ménez-Hom (330m), von wo aus man einen 360° Blick hatte. Auch die verrückte Hängebrücke, über die wir am Vormittag fuhren, bevor wir das Bienenmuseum besuchten, konnte man von hier noch sehen.

Besuch in der Partnerstadt Moëlan-sur-Mer

Pont Aven

Wenn wir schon mal hier sind, dann darf natürlich ein Besuch in unserer Partnerstadt nicht fehlen. Somit starteten wir am Sonntag in Richtung Pont-Aven.

Da das Meerwasser viele, viele Kilometer ins Inland fließt, ist die Aven im letzten Teil bei Flut noch gut befahrbar und Pont-Aven ein netter kleiner Segelschiffhafen. Mit ein paar verrotteten, aber malerischen Schiffswracks am Ufer und vielen Mühlrädern und ebenso vielen Brückchen, die die vielen Flussläufe verbinden. Was sofort auffällt, sind die unzähligen Galerien mit unterschiedlichsten Stilrichtungen von gruselig bis kitschig.

Pont Aven

Wir entschieden uns für eine kleine Wanderung entlang  des Flußes, der sehr bald nur noch knietief war und durch einen zauberhaften Wald führte, der nicht umsonst Bis d’amour heißt. Die ausgeschilderte Fischfarm war vertrocknet und die Mühlen konnten wir nicht finden, aber schön war’s trotzdem.

Auf dem Weg nach Moëlan-sur-Mer kommt man noch mal an so einem Flusslauf vorbei, der ewigweit inlandig geflutet wird mit Salzwasser. Im Augenblick war er aber ziemlich abgeebbt.

Moëlan-sur-Mer

Sonntags ist hier echt der Hund begraben, aber man sieht, dass die Kernstadt größer als Lindenfels ist und mehr Geschäfte hat. Auch wenn hier auch schon das ein oder andere dicht gemacht hat. Etwas Außerhalb gibt es eine sehr alte Kirche aus dem 16. Jhd. Und, nach dem man hier nirgendwo am Stadtrand die Verschwisterungsschilder entdecken konnte, ein riesiger, gerade neu angelegter place paysan Lindenfels. Dagegen kann unser Moëlan-Platz nicht anstinken. Die Kirche ist schon sehenswert, das Dach wird hier auch von den üblichen Holzgestühl gehalten und ist hübsch geschnitzt. Eine nah gelegene Quelle sprudelte in ein Jahrhunderte altes Becken.

Moëlan-sur-Mer

Moëlan-sur-Mer

Radtour durch das Naturschutzgebiet Polder de Mousterlin

Heute sattelten wir die Fahrräder und bogen direkt neben dem Campingplatz ins Polder de Mousterlin. Eine wunderbare Fahrradwelt aus Wegen über Felder, Mooren und Wiesen eröffnete sich uns. Eine anvisierte Kirche offenbarte sich als Kunstausstellung, die Gemälde konnte man auch gleich kaufen. Leider ziemlich teuer. Irgendwann bogen wir in Richtung Sanddünen ab und kilometerlanger feiner weißer Sandstrand schlängelt sich entlang der Küste. Gut zum Kiten, aber nur mit Windschutz zum Sonnenbaden zu genießen und das Meer präsentierte sich mit atlantischer Frische.

In diesem Gebiet hätten wir noch stundenlang radeln können, aber bei Dämmerung sollte man besser draußen sein, denn bei so vielen Feuchtwiesen und Tümpeln, wimmelt es bestimmt vor Moskitos.

Pointe du Van/Raz bei Windstärke 6

Locronan

Locronan

Heute ging unser Ausflug nach Locronan nördlich von Quimper. Eine mittelalterliche Stadt, die oft in Filmen auftaucht, weil sie noch immer so aussieht, wie damals, keine störenden Leuchtreklame und Telefon/Stromleitungen, einfach nur eine Kirche und eine Hand voll Häuser. Sehr malerisch und fotogen!

Locronan

Danach wollten wir etwas Küste erhaschen. Leider geben die Straßen nur selten einen Blick auf diese frei und sind meist im gehörigen Abstand zur Küste gebaut.

Point du Van

Am Pointe du Van parkten wir und liefen zu einer Kirche, die direkt an die Steilküste gebaut wurde. Hier wehte ein stetiger Wind von mindestens 5 Beauforts und es ist auch kein Wunder, dass sich hier nur farbenprächtiges Heidekraut (in lila) und keine Bäume wohlfühlen. Überall an der Küste stößt man auf den Zöllnerweg (GR34).

Pointe du Van

Pointe du Van

Pointe du Van

Pointe du Raz

Nach einem kurzen Abstecher in die Baie des Trépassés, wo ein paar unerschrockenen Wellenreiter surften, ging es zu später Stunde zum Pointe du Raz. Die 6€/h waren wir nicht gewillt, für den Parkplatz zu zahlen und wir parkten ein paar Kilometer entfernt. Die Kleine marschierten fröhlich die ganze Strecke bis zum Pointe du Raz, ohne zu murren. Bei konstanter Windstärke 6 konnte man die Leuchttürme auf den vorgelagerten Inseln noch gut sehen. Um einen spektakulären Sonnenuntergang noch abzuwarte, war es aber einfach zu kalt und windig.

Baie des Trépassés

Pointe du Raz

Pointe du Raz

Bis wir dann endlich zurück beim Auto waren und die nächste Pizzaria angesteuert hatten, konnten wir nur noch erahnen, was wir gerade verpasst hatten. Kurz vor Mitternacht erreichten wir wieder unser trautes Heim.

Pointe du Raz

Musikfestival Le Cornouaille in Quimper

Wie es der Zufall so will, fand gerade diese Woche in Quimper das Musikfestival Le Cournouaille statt. Ein guter Grund der Stadt einen Besuch abzustatten.

Als erstes fallen einem in der schönen Altstadt auf, dass die Häuserfronten zu Straße hin, in jeder Etage um ein gutes Stück nach vorne versetzt wurden. Überall in der Stadt sind geschmackvolle Blumenarrangements, aber dominiert wird die sie von einer Kathedrale, vor der gerade eine große Gruppe Dudelsackspieler posierte. Daneben war ein großes Festzelt mit poliertem Tanzboden, wo gerade eine Band, die hier typischen Instrumente (Dudelsack, Akkordeon, Saxophon, Klarinette, div. Pfeifen, Bass und Schlagzeug) stimmte.

Quimpere

In der bretonischen Musik ist der Dudelsack und das Akkordeon wohl ein Muss und die Tradition scheint hier auch noch sehr tief verwurzelt zu sein, denn bei einem Tanzlied war die Tanzfläche plötzlich voll mit Jung und Alt. Mit dem kleinen Finger verkettet bildete sich schnell ein großer Kreis und die Füße vollführten eine komplizierte Reihenfolge von Schritten, wohin gegen die Arme nur ein Mal nach vorne und zwei Mal nach hinten einen Kreis vollzogen. Die nächste Gruppe spielte reine Tanzmusik, im Nu war die Tanzfläche wieder voll, je nach Lied tanzten sie in vierer oder größeren Gruppen und wie man merkte hatten sie eine heiden Spaß dabei.

Um 21:30 Uhr wäre dann noch ein Loreena McKennitt-Konzert gewesen, aber das wäre dann wohl der musikalische Overkill für die Kids geworden.

Quimpere

Die ville close von Concarneau

Île de Brehat

Schon wieder so ein Bilderbuchwettertag, wo einem die Butter auf dem Baguette schneller schmilzt, als man es essen kann.

Am späten Nachmittag machten wir uns auf zum kleinen Küstenstädtchen Concarneau. Neben der eigentlichen Stadt befindet sich ein befestigtes separates Städtchen (ville close) im großen Hafenbecken, welches bei Ebbe recht trocken daliegt. Im Vorhof fand gerade ein Gratiskonzert statt und ein ausgesprochen gutes noch dazu. Keltische Musik mit Dudelsack und allem, was dazugehört. Auf der alten Festungsmauer kann man fast das ganze Inselstädtchen umrunden und den armen Bewohnern dabei in die Kochtöpfe schauen. Ganz nett anzuschauen, aber halt sehr touristisch ausgelegt.

Concarneau

Als wir später noch in der restlichen Stadt am Meer entlang geschlendert sind, sprach uns eine Französin auf Deutsch an, um einfach mit uns ein wenig zu plaudern. Langsam muss ich wirklich meine Vorurteile über Bord werfen. Meine, nun doch schon etwas angestaubten Erfahrungen aus St. Malo, scheinen hier, in der Bretagne und auch in Paris, nicht zu zu treffen: Deutsche werden ganz normal behandelt und bisher hat sich keiner sprachlich auf stur gestellt. Das Gegenteil ist der Fall, man spricht uns auch auf Englisch an.

Bretagne_53

Voll faul

Endlich mal so richtig ausschlafen und dann in Ruhe ein Käffchen mit Buch genießen – herrlich! Die Kleinen konnten sich schon mal in der kleinen Pool-Landschaft austoben, bevor wir uns mit den lokalen Spezialitäten, Grundnahrungsmitteln und einer elektrischen Zahnbürste (grrrh, unsere steht noch im Bad) versorgten.

Danach fuhren wir die paar Meter mit dem Rad zum Strand, wo wir bei noch angenehmen 26°C die späte Nachmittagssonne genossen und erstaunt darüber waren, wie schnell sich die Flut 50m Strand einverleiben kann.

Bretagne_86

Ab in die Bretagne nach Mousterlin

Bretagne

Hier geht es zum Anfang des Paris-Reiseberichts…

Von Paris aus fuhren wir direkt in Richtung Bretagne. Die bretonische Landschaft sieht nicht so aus, als würde das Meer um die Ecke sein. Hübsche Steinhäuser mit gigantische Hostentien-Büschen davor und malerische Hügellandschaften führten uns zu unserem Campingplatz Kost-Ar-Moor in Mousterlin. Ein unglaublich netter Besitzer begrüßte uns und zeigte uns einen riesigen ruhigen Platz unter ebenso riesigen Bäumen. Kein Papierkram war notwendig, hat alles Zeit bis Morgen. Er sprach Französisch extra langsam und einfach für mich. Wenn er merkte, dass ich etwas nicht ganz verstanden hatte, wiederholte er es auf Englisch.

6 Kommentare

  1. Josefine

    Wow, ich hätte nicht gedacht, dass man dort so viel erleben und sehen kann! Eure Bilder machen Lust darauf sofort aufzubrechen☺️

    Antworten
    • AlexSefrin

      Liebe Josefine,
      verlege deinen Aufbruch lieber in die Sommermonate, denn Ende Oktober kann dich die Bretagne nur mit rauem Wetter bezaubern.
      Liebe Grüße

      Alex

      Antworten
  2. Michelle | The Road Most Traveled

    Wow, was für ein ausführlicher und schöner Bericht über die Bretagne. Nicht nur die Bildergalerie macht Lust auf mehr, auch euer schöner Trip!
    Habe die Bretagne nie so im Fokus gehabt, aber vielleicht sollte ich das tatsächlich mal ändern:)

    <3
    Michelle

    Antworten
    • AlexSefrin

      Liebe Michelle,
      es gibt so viele schöne Ecken in Europa, die wir alle noch nicht kennen. Das Schöne daran ist, dass wir sie noch entdecken können. Deshalb freuen wir uns auch immer darüber, wenn wir Reiseberichte von anderen sehen, die uns solche Tipps zeigen. Nur dass dadurch die Liste der Gegenden, wo wir unbedingt mal hin wollen, immer länger wird;-)
      Liebe Grüße

      Alex

      Antworten
  3. Charnette

    Liebe Alex,
    herzlichen Dank für diesen tollen Beitrag über die Bretagne! Wir wollen einige Destinationen im August erkunden und da finde ich es sehr hilfreich, wenn ich bei dir die ganzen Tops und Flops nachlesen kann! Die Bilder von St. Michel in der blauen Stunde sind traumhaft! Da weiß ich doch schon, was ich nicht verpassen darf!
    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Charnette

    Antworten
    • AlexSefrin

      Liebe Charnette,
      das wird bestimmt ganz toll! Schaut unbedingt an der rosa Granitküste vorbei, die ist einmalig, aber auch die Steilküste hat unglaublich schöne Ecken. Das wird ein ganz toller Urlaub!
      Liebe Grüße

      Alex

      Antworten

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