Wir entführen euch dieses Mal in ein ganz anderes Singapur. Fernab von den Sehenswürdigkeiten, die diese Metropole so berühmt machen, gibt es ein ganz anderes Singapur. Unverkennbar sind die muslimisch und auch asiatischen Wurzeln gerade in den Tempeln dieser Großstadt, eingeklemmt zwischen Wolkenkratzern, zu finden.

Der Tag fing nicht sonderlich erfolgreich an. Eine kurze Mail auf die malayische Insel Tioman zu den Riverside Bungalows am Juara-Beach, wurde innerhalb von 15 min mit einer Absage beantwortet: Alles ausgebucht.

Um nicht komplett ohne Plan und Unterkunft auf der Insel anzukommen, buchten wir noch schnell zwei Zimmer auf der Westseite über Agoda. Da man auf Tioman von Bucht zu Bucht nur mit dem Boot weiterkommt oder 20 min bzw. länger durch den Dschungel laufen muss, verzichteten wir darauf uns was vor Ort zu suchen.

Es ist zwar schön sich einfach von Ort zu Ort treiben zu lassen, aber manchmal muss man dann doch etwas in die Planung investieren.

Prunkvolle Sultan Masjid Moschee

In der Nähe der Arab Street, bei der große Sultan Masjid Moschee, hatte Jürgen letztes Jahr eine gut Möglichkeit zum Essen gesehen. Das Restaurant suchten wir jetzt, um dort zu Frühstücken. Es war eine witzige Kombination aus chinesischem Teehaus und Sammlerstücken aus alten Kolonialzeiten. So richtig prall war das Frühstück jetzt nicht, aber es reichte, um fit für die nächsten Meter zu werden.

Sultan Masjid Moschee, Singapur

Traumhafter Thian Hock Keng Tempel

Es war zwar Sonntag, aber das hält hier keinen davon ab die Shopping-Malls zu öffnen. Svenja musste auch zuerst durch eine wandern, bevor sie gewillt war weiter zu ziehen.

Wir befanden uns nun in Chinatown und schauten uns zu allererst einen taoistischen Tempel in der Nähe vom Telok Ayer Market an. Der Thian Hock Keng Tempel liegt sehr ruhig und wird kaum von Touristen besucht. In den Innenhöfen stehen große Schalen mit Drachen verziert. Die Luft wird geschwängert von den Räucherstäbchen, die in den Schalen stecken und für das Glück und die Wünsche der Gläubigen abgebrannt werden. Auf den Dächern zieren finster dreinblickende Drachen die Giebel und ab und zu klingt eine Glocke. Man hört nur noch das Scheppern der Stäbchen, die die Gläubigen aus den Dosen schütteln. Die zwei bis drei Stäbchen, die rausfallen, werden dann von einem Priester gedeutet und sollen Aussage über das weitere Leben machen.

Thian Hock Keng Tempel, Singapur
Thian Hock Keng Tempel, Singapur
Thian Hock Keng Tempel, Singapur
Thian Hock Keng Tempel, Singapur
Thian Hock Keng Tempel, Singapur
Thian Hock Keng Tempel, Singapur
Thian Hock Keng Tempel, Singapur

Mit dem Minister im Buddha Tooth Relic Tempel

Wir kamen noch an dem hinduistischen Sri Mariamman Tempel vorbei, den wir schon letztes Jahr angeschaut hatten. Diesen ignorierten wir aber und liefen weiter zu dem Buddha Tooth Relic Tempel, der nur wenige Meter daneben liegt. Als wir in die große Halle kamen, las ein Priester gerade eine Predigt aus einem chinesischem Buch vor. In Reihen, wie in der Schule saßen überwiegend ältere Frau und rezitierten gemeinsam mit dem Priester die Texte. Die Wände waren voller kleiner Buddha-Statuen, die mehr oder weniger identisch waren.

 Mit dem Lift konnte man auch in die oberen Stockwerke fahren, die verschiedene Exponate aus unterschiedlichen Ländern ausstellten. Es gab tausende weitere Buddhas und die angeblichen Überreste von Buddha nach seiner Verbrennung. Der Schatz, ein Zahn von Buddha wurde in einem speziellen Raum ausgestellt. Just in dem Augenblick wo wir ihn erreichten, wurde ein dicker Vorhang runtergelassen. Wie uns gesagt wurde, war gerade ein Minister eingetroffen, um dieses Heiligtum zu besichtigen. Wir schauten uns dafür noch den Dachgarten an, der in der Mitte eine riesige Gebetsmühle beherbergte. Man hält sich an einer Reling fest und umrundet einige Male im Uhrzeigersinn, die Mühle und dreht sie dabei mit.

Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur
Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur
Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur
Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur
Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur
Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur
Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur
Buddha Tooth Relic Tempel, Singapur

Zu viele Touris in der Chinatown Foodstreet

Direkt neben dem Tempel befindet sich ein Übergang zu der Foodstreet von Chinatown. Die Kids mussten natürlich die berühmten Hongkong Eggs mal probieren. Das ist aus einem Waffelteig hergestellte, miteinander verbundene Eier.

Hongkong Eggs

Nette alte Kolonialbauten und die Straßen dekoriert mit Lampions, zierten die Foodstreet. Das Ganze war aber sehr touristisch und total überteuert. Ein Grund für uns erstmal etwas Authentischeres in einer der Nebenstraßen zu suchen. Wir fanden ein Restaurant, was sich auf chinesisches Huhn spezialisiert hatte. Wir waren die einzigen Rundaugen weit und breit.

Chinatown Foodstreet, Singapur

Zielstrebig führte Svenja uns in die Orchard Road ins Ion, eine der Mega-Shoppingmalls hier. Sie ging 1h Shoppen und wir setzten uns ins Starbucks und vertrieben uns die Zeit mit Café-Trinken. Es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn die Jüngste alleine unterwegs ist, ohne die Möglichkeit, mit uns in Kontakt zu treten. Aber pünktlich nach einer Stunde hatte sie den Weg zurück ins Starbucks gefunden.

Marina Bay Sands Hotel von innen begutachtet

Dummerweise blieb uns jetzt nicht mehr viel Zeit, um die Karten für den Skywalk im Gardens by the Bay zu bekommen. Wir fuhren mit der MRT in die Nähe und liefen das letzte Stück zum Marina Bay Sands. Nur leider kommt man von dort nicht über die vielbefahrenen Straße, die Unterführung hatten wir leider schon hinter uns gelassen. Ein netter Parkplatzanweiser gab uns den Tipp durchs Hotel zu gehen und dort mit dem Lift hochzufahren. Das hätten wir uns wahrscheinlich nie getraut, aber es war schon eindrucksvoll in der Lobby zu stehen und hochzublicken. Die ersten Stockwerke sind wie Balkone angeordnet und verjüngen sich nach oben hin, bis sie in einander übergehen. Die Toiletten sind im dunklem Marmor gehalten und mit goldenem Licht bestrahlt.

Der Lift brachte uns hoch zum Übergang zu den Gardens by the Bay. Leider zu spät, der Supertree Grove war gerade zu Ende und es gab kein Ticket mehr für den Skywalk. Ein ganzes Jahr hatte ich darauf gefreut, das Spektakel mal von oben zu sehen und war todtraurig:-(

Marina Bay Sands Hotel von innen, Singapur
Super Tree Grove, Singapur
Super Tree Grove, Singapur
Super Tree Grove, Singapur

Schön beleuchteter Clarke Quay

Die angebrochene Nacht verbrachten wir beim Clarke Quay. Von der gegenüberliegenden Flussseite hat man einen guten Blick auf die bunt beleuchteten Restaurants und Gebäude, die direkt am Singapore River liegen. In einer Shopping-Mall hatten wir uns noch was zum Essen und Trinken geholt und genossen die Aussicht und das Essen.

Danach sind wir einmal durch den Clarke Quay gelaufen. Nichts, wo man gerne gechillt sitzen oder essen möchte. Mega touristisch. Total laut. Aus jeder Kneipe schallt eine andere Live-Band oder die Übertragung der Fußball WM.

Zeit nach Hause zu fahren und für morgen zu packen, weil wir dann weiter nach Malaysia reisen werden. Wir haben noch keine Ahnung, wie man hier zu Fuß über die Grenze kommt, aber es wird bestimmt spannend.

Clarke Quay, Singapur
Clarke Quay, Singapur
Clarke Quay, Singapur

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