Yogjakarta das letzte Sultanat

AirCon ist eine ekelhafte Erfindung, sie bläst einem eiskalt auf die Stirn, schaltet man sie aber aus, so zerfließt man schon nach wenigen Minuten. Da schätzen wir den guten alten Ventilator mehr.

Kakophonie im Kraton

Unser Hotel in Yogjakarta liegt in der Seitenstraße der Malioboro, das ist die Haupteinkaufsstraße für Touristen (auch einheimische). Diese Straße führt direkt vom Bahnhof zum Kraton, dem Sultanspalast. Yogjakarta ist das letzte existierende Sultanat innerhalb Indonesiens, ob der Sultan tatsächlich hier lebt scheint aber fragwürdig.

Das Areal besteht aus einer hohen Stadtmauer an der sich viele Gebäude anschmiegen, die mit Exponaten aus dem täglichen Leben der verblichenen Sultane ausgestattet sind. Leider schlecht präsentiert und nicht in Englisch gekennzeichnet. In den Höfen stehen viele kleinere Pavilions und meist ein größerer, in dem dann z.B. die marmorgeflieste Empfangshalle oder ein komplettes Gamelan-Orchester untergebracht sind. In so einem Orchester sitzen die weiblichen und männlichen Sänger von einander getrennt, einer singt und im Hintergrund bedienen alte Männer seltsame Instrumente, die noch seltsamere Töne von sich geben. Für westliche Ohren ein sehr dissonantes Erlebnis. Überall auf dem Gelände laufen alte Männer in traditioneller Kleidung rum, die mit einem großen Dolch bewaffnet sind, sonst aber arbeitslos erscheinen.

Yogjakarta - Gamelanorchester

Abkühlung im Wasserpalast?

Rund um dem Kraton liegen noch andere Paläste, die man über ein Gewirr von schmalen Gassen zwischen kleinen Häusern erreicht. Selbstredend, dass dort Batiken oder Schattenpuppen hergestellt werden, die man käuflich erwerben kann. Ganz nett ist noch der Wasserpalast, leider darf man zur Erfrischung nicht in die Pools springen, was bei den Temperaturen durchaus wünschenswert wäre.

Yogjakarta - Wasserpalast

Der Zweck eines Gebäudes hat sich uns nicht erschlossen. Man erreicht es über einen unterirdischen Gang, gebaut ist es wie ein Turm in deren Mitte man über Treppen ein kleines Platteau unter freiem Himmel erreicht. Es war erstaunlich kühl und luftig auf diesem winzigen Platteau, vielleicht eine antike Klimaanlage? Ups, das war wohl eine unterirdische Mosche, wenn man Jürgen glauben darf.

Yogjakarta - Unterirdische Mosche

Viel Trash

Auf dem Rückweg arbeiteten wir uns einmal die Malioboro hoch. Noch nie haben wir so viele Stapel mit T-Shirts gesehen, alle Läden und auch die davorbefindlichen Stände haben exakt den selben Trash, entweder Batik-Klamotten oder Yogja-T-Shirts. Für den westlichen Geschmack ist da nicht wirklich was dabei, was es sich lohnt, mitzunehmen.

Yogjakarta - Essstand auf dem Markt

Yokjakarta - Malioboro

Yogjakarta - Fahrradrikschas

Anscheinend erfreuen sich in Yogjakarta traditionelle Fortbewegungsmittel noch allgemeiner Beliebtheit, denn die vielen Pferdekutschen und Fahrradrikschas sind aus dem Stadtbild einfach nicht wegzudenken.

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