Kathedrale Notre-Dame in Montreal

So hatten wir unseren Urlaubsbeginn nicht vorgestellt! Nach intensiver und beschwerlicher Planung unserer Kuba-Rundreise, begann unser Urlaub mit einem Schreckmoment und einem unverhofften Aufenthalt in Montreal.

Auf der Suche nach Erholung

Die Suche nach einem Reiseziel, wo man in den Sommerferien nicht im Monsunregen aufgeweicht oder von der Hurricane-Season heimgesucht wird, wird immer schwieriger. Die Auswahl der Länder, in denen wir noch nicht waren, wird immer kleiner. Südeuropa im Sommer ist auch nicht wirklich eine Option, weil zu voll ist. Zum Glück wird es wohl das letzte Mal sein, wo wir an die Schulferien gebunden sind. Gerade der Sommer ist ja auch bei uns schön, da will eigentlich keiner freiwillig irgendwohin in die Hitze fahren. Viel schöner wäre es, wenn man unserer grauen Jahreszeit entfliehen könnte, wo man noch im Dunkeln zur Arbeit fährt und zurückkommt, wenn es schon wieder dunkel ist. 

Vielleicht Japan?

Da wir dieses Mal nur noch mit Mattis unterwegs sein werden, weil Kiara noch keine Semesterferien haben wird und Svenja für ein Jahr nach Kanada als Au-pair geht, haben wir es ihm überlassen, ein Reiseziel zu bestimmen. Er votierte für Japan oder Kuba. Nach einigen Stunden groben Planung für Japan, kristallisierte sich heraus, dass dies ein ziemlich Stadt-lastiger Urlaub werden würde. Uns stand aber mehr der Sinn nach einem ausgewogenen Urlaub, wo sich Städte besichtigen, Wandern und Baden abwechseln. Also begannen wir nochmal von vorne und schauten, ob Kuba ein Option wäre. 

Oder doch lieber Kuba?

Dass Kuba ein ziemlich spezielles Reiseziel ist, stellten wir fest, als wir die Flüge nach Kuba buchen wollten. Weil Kuba von den USA immer noch als Schurkenstaat geführt wird, waren Flüge über die USA nicht möglich, da man nach einem Kuba-Aufenthalt kein ESTA-Visum für die USA mehr bekommt. Unsere zukünftige USA-Reise (durchgeplant hatten wir das ja schon, sie war ja nur wegen der Pandemie storniert worden), wird also viel komplizierter und teurer, weil wir uns nun für ein richtiges Visum bei der amerikanischen Botschaft inkl. persönlichem Vorortgespräch bemühen müssen und nicht das elektronisch beantragbare ESTA-Visum nutzen können.

Direktflüge nach Kuba haben wir auch keine gefunden, wo wenigstens ein Gepäckstück enthalten war. Egal welche Airline, alle wollten 300 – 400 € für das Aufgabegepäck. Nicht perfekt, aber akzeptabel war am Ende nur der Flug mit Air Canada von Frankfurt über Montreal und weiter nach Varadero (Kuba) auf dem Hinweg und von Varadero über Toronto und Wien zurück nach Frankfurt. Die 23 kg Aufgabegepäck werden wir nicht annähernd ausreizen, aber sie waren wenigstens im Flugpreis enthalten.

Keine Buchungen in Kuba möglich

Dass die Planung nicht so einfach werden würde wie gedacht, offenbarte sich gleich auf unterschiedliche Art und Weise:

  • alle uns bekannten Buchungsplattformen für Hotels, Mietwagen oder Flüge hatten kein Angebot zu Kuba!
    Also nichts, nada auf booking.com, Agoda, Check24, Triadvisor, Momondo, Swoodoo, GoogleFlights und wie sie alle heißen.
  • Unterkünfte waren nur auf Airbnb oder bei Pauschaltourismusanbietern erhältlich
  • Inlandsflüge konnten nicht von Deutschland aus gebucht werden
  • die Websites von kubanischen Autovermietungen waren für uns nicht aufrufbar. Entweder hat Corona die kubanischen Anbieter in die Pleite getrieben oder der Zugriff auf kubanische Websites wird für uns geblockt.

Wir mussten also mehr Grips in die Vorbereitung dieser Reise stecken, aber man wächst ja an seinen Aufgaben! 

Eine Kombination aus Bus und Inlandsflügen wären eine passable Möglichkeit gewesen, die großen Distanzen zurücklegen zu können, aber die Flüge hätten wir nur im Land buchen können und wie wir feststellen mussten, war der Flugplan alles andere als zuverlässig. Die Busfahrten wären meist über 10 Stunden gewesen und dann hat man halt immer das Problem, dass man ein Taxi braucht, um zur Unterkunft zu kommen. Also suchten wir nach einem Mietwagen.

Da Mietwagen in Kuba Mangelware sind und es ratsam ist, sie im Voraus zu buchen, recherchierten wir nach einer Lösung, da wir ja nicht übers Internet buchen konnten. Wir fanden ein deutsches Reisebüro, was sich auf Kuba-Reisen spezialisiert hatte und buchten dort einen Mietwagen, den wir auch komplett in Deutschland bezahlen konnten. Das Auto wollten wir in Varadero in Empfang nehmen und in Havanna zurückgeben.

Für die restliche Planung legten wir uns wieder ein Trello-Board an und sammelten erstmal Orte und Sehenswürdigkeiten, die uns interessierten. 

Kuba-Trello-Board

Kuba mit dem Mietwagen umrunden

Mit der Zeit entstand der Plan, einmal komplett die Insel zu umrunden. Kein leichtes Unterfangen, weil die Entfernungen groß und die Straßen schlecht sein sollen, aber die mehr als 2000 km sollten in vier Wochen machbar sein. Nachdem wir die Fahrtrichtung festgelegt, die Ort in der richtigen Reihenfolge sortiert und die Distanzen zwischen den Orten ermittelt hatten, muss wir nur noch entscheiden, wie wir die Zeit sinnvoll verteilen wollten.

Erstaunlicherweise hatten wir weniger Zeit übrig, als uns lieb war und der ein oder andere Ort musste gestrichen werden, damit es nicht in eine Hetzerei ausarten würde.

Unsere selbst geplante Kuba-Rundreise mit dem Auto

Den meisten werden diese Orte wahrscheinlich nicht viel sagen, mal abgesehen von Havanna. Außer Guantanamo und vielleicht noch Santiago de Cuba, schafften es bei uns nicht viele kubanische Städte in die Nachrichten und somit auch nicht ins Bewusstsein. Uns war es wichtig ein paar historische Städte zu besuchen und gleichzeitig auch ein wenig Karibik-Feeling aufzusaugen.

Unsere Route sah am Ende wie folgt aus:

Varadero – Cayo Coco – Holguin – Baracoa – Santiago de Cuba – Camagüey – Trinidad – Cienfuegos – Playa Giron – Valle Vinales – Havanna – Varadero.

Die Casa Particulares auf Kuba

Ziemlich aufwändig war die Auswahl der zahlreichen Airbnb-Unterkünfte, die wir auf unserer Reise benötigen würden. Mit einer Ausnahme: Cayo Coco, denn da hatten wir ein All-Inclusive Hotel bei einem deutschen Anbieter gebucht. Ansonsten wollten wir in Casa Particulares nächtigen. Das sind privat geführte Unterkünfte oder Pensionen, d.h. man wohnt im Haus der Familie und bekommt auf Wunsch ein Frühstück. In Kuba sind die meisten Hotels staatlich geführt oder werden von großen internationalen Hotelketten gemanagt. Wir wollten aber mit unserem Geld lieber die lokale Bevölkerung unterstützen und nicht den Staat. Das war uns insofern auch wichtig, weil die Kubaner gleich mehrfach gebeutelt wurden:

  • Trump hat die Reisebeschränkungen, die Obama gelockert hatte, wieder verschärft, so dass Amerikaner gar nicht mehr oder nur noch unter erschwerten Bedingungen nach Kuba reisen können, und Biden hat es dabei belassen.
  • Das Embargo ist dafür verantwortlich, dass in Kuba kaum Waren und Rohstoffe erhältlich sind. Selbst einfache Dinge zum Leben sind nur schwer, teuer oder gar nicht zu bekommen, ebenso sieht es bei den Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kraftstoff und Strom aus.
  • Corona hat die eh schon prekäre Situation weiter verschärft.

So langsam wurde uns klar, dass dies ein spezieller Urlaub werden würde!

Der kubanische Peso (CUP)

Ein weiterer problematischer Faktor war das Geld. Kuba hatte die zweite parallele Währung (die lokale und eine für Touristen CUC) abgeschafft, es gibt jetzt nur noch den kubanischen Peso (CUP). In allen Reiseführern und Websites waren die Angaben immer noch in CUC und somit schwierig abschätzbar, was der heutige Preis sein sollte, zumal Kuba auch mit einer hohen Inflation zu kämpfen hat.

Wir wussten nur, dass der Umtauschkurs bei den Banken unterirdisch sein sollte. Für 1 € erhält man auf der Bank ca. 25 CUP, auf der Straße liegt der Kurs eher bei 180 – 250 CUP. Wir waren froh, dass wir alle Unterkünfte im Voraus bezahlen konnten, somit brauchten wir für diesen Teil kein Geld am Automaten holen.

Ziemlich bald war klar, dass wir alleine schon für das Frühstück 450 € bräuchten, da die Airbnb-Gastgeber dieses mit happigen 5€ pro Nase auswiesen, zahlbar nur vor Ort und in bar. Das heißt, wir müssen stapelweise Geld mit uns führen, um nicht auf dem Trockenen zu sitzen.

Seltsame kubanische Ortsbeschreibungen

Bis auf eine Ausnahme konnten wir alle Unterkünfte problemlos buchen. Bei Airbnb ist es ja so, dass der Gastgeber dem erstmal zustimmen muss, wenn keine Sofort-Buchung angegeben ist. Einer hatte unsere Buchung storniert, was aber nicht dramatisch war, weil es in dieser Stadt sowieso in fast jedem Haus eine Unterkunft gab.

Das Ausfindigmachen der Adressen war hingegen ziemlich aufwendig, weil die Angaben oft nur sehr vage waren. Am einfachsten war es, wenn der Eigentümer die GPS-Koordinaten angegeben hatte. Manchmal gab es so spaßige Anweisungen wie: Calle 14 zwischen Post und Apotheke hinter dem Matratzenlager links. In vielen Fällen gab es aber gar keinen Straßennamen, alte und/oder neue Straßennamen und Hausnummern werden eh überbewertet. Somit war es eine echte Herausforderung, die Unterkünfte auf der Karte zu lokalisieren.

Vorbereitungen Offline zu sein

Da es auf Kuba nur beschränkt Internet geben soll, machten wir uns an eine Planung wie in alten Zeiten. Wir druckten den ganzen Kram aus und luden uns Offline-Karten von Organic Maps runter, wo wir die ganzen Unterkünfte markierten. Laut kubanischen Bestimmungen ist das Verwenden von Navis verboten. Für den Fall, dass das GPS auch geblockt wird, haben wir für den Notfall auch noch eine normale faltbare Karte und auch ein PDF-Straßenkarte auf dem Tablet. Zum Glück gehören wir noch zu der Generation, die es gelernt hat mit Landkarten zurechtzukommen.

Wo bleibt die Urlaubsvorfreude?!

Irgendwie konnten wir uns nicht so richtig auf den Urlaub freuen. Das lag vor allem daran, dass wir unglaublich viele andere Dinge im Kopf hatten. Zum einen war da Svenjas geplanter Aupair-Aufenthalt in Kanada, der mit viel Behördenkram, mitten in die Abiturvorbereitungen fiel. Zum anderen hatten sich schon lange geplante Bauarbeiten an unserem Vorgarten und Parkplatz immer weiter in Richtung Abflugdatum verschoben. Und dann natürlich noch der ganz normale Wahnsinn auf der Arbeit, der ja auch noch da war. All das führte dazu, dass wir immer nur im letzten Augenblick irgendwas machten.

Einreiseformalitäten für Kuba

Wir besorgten uns eine Bestätigung unserer Auslandskrankenversicherung in Spanisch, dass wir gut versichert sind. Die Einreisekarten für Kuba, hat Air Canada versprochen uns kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ich hoffe mal, dass wir sie auf dem Flug nach Varadero erhalten. Normalerweise muss man sie in Deutschland über ein Reisebüro für 20€/Nase erwerben.

Erst 48 Stunden vor Einreise kann man die kubanischen Einreiseformalitäten erledigen. Die Website war gut und alles lief wie am Schnürchen.

Einreiseformalitäten für Kanada

Ca. 18 Stunden vor dem Abflug wollten wir den Online-Check-in bei Air Canada durchführen, als diese uns nach unserer eTA-Visanummer fragten. In diesem Augenblick ist mir echt das Herz stehen geblieben! Sollten wir echt so dämlich gewesen sein und diese übersehen zu haben?! Bei unserem letzten Transit in Kanada, hatten wir auch kein Visum benötigt. Zugegeben, das ist auch schon ein paar Jahrzehnte her. Aber es bestätigte sich, ohne Visum kein Transit!

Einschlägige Visadienst-Website versprachen Express-Visas innerhalb von 24 Stunden, was für uns leider zu spät käme, mal abgesehen von den Kosten, die auch nicht so erbauend waren. Wir nahmen den regulären Weg über die offizielle Seite der kanadischen Regierung, beantworteten viele Fragen und beantragten für nur sieben kanadische Dollar das Visum. Nach einer bangen Minute machte es Bling und das Visum wurde uns genehmigt. Öffzzzz! Schon mit etwas Übung füllten wir noch die verbleibenden zwei Anträge aus, die uns ebenfalls genehmigt wurden.

Nun konnten wir endlich den verbleibenden letzten Tag mit Svenja verbringen, bevor wir uns vielleicht für 13 Monate nicht mehr sehen werden.

Was muss man für Kuba einpacken?

So spät hatten wir noch nie gepackt! Da blieb es dann auch nicht aus, dass etwas Entscheidendes fehlte, nämlich die Trekkingsandalen für Mattis und Jürgen. Die zwei Paar, die bei uns im Schuhregal standen, würden die Reise nicht überstehen, zu heftig waren die Strapazen in Indonesien wohl für das Schuhwerk gewesen. Wir setzten uns kurz ins Auto und fuhren nach Fürth. Kurz bevor der Laden zu machte, fanden beide noch ein paar passende luftige Treter.

Der restliche Packvorgang verlief ohne weitere Vorkommnisse. Wir hatten einige Sachen zusätzlich im Gepäck, die vor Ort rar sind und gerne als Mitbringsel genommen werden. So hatten wir Notizbücher, Kulis, Süßigkeiten und ähnliches eingepackt. Für unsere Vermieterin in Varadero hatten wir Magnesiumcitrat besorgt, alles Dinge, die es in Kuba nicht gibt, weil die Sanktionen eine Beschaffung verhindern.

Abschied für 13 Monate

Ziemlich platt fielen wir ins Bett und bevor wir ausgeschlafen hatten, klingelte um 5 Uhr morgens schon wieder der Wecker. Zusammen mit Svenja fuhren wir zum Flughafen. So richtig angekommen ist es immer noch nicht in unseren Hirnen, dass sie nicht mehr da sein wird, wenn wir wiederkommen. Um gerade Mal drei Tage verpassen wir uns. Ein Leben ohne ihre gute Seele im Haus, ist nur sehr schwer vorstellbar. Der Abschied am Flughafen war kurz und schmerzvoll, während sie mit dem Tesla abzischte, wanderten wir zum Check-in, um unser Gepäck aufzugeben.

Noch waren wir von Air Canada begeistert

Das Bodenpersonal war ausgesprochen freundlich, aber wir konnten keine gemeinsamen Sitze ergattern. Die Security ging zügig, aber Jürgen wurde sowas von gefilzt, dass er sogar die Schuhe ausziehen musste. Nach einem Gate-Wechsel hatten wir dann auch schon das heutige Schritteziel erreicht.

Der Service an Bord der Boeing 787 war top, endlich mal ausreichend zu Trinken, Holzbesteck und eine etwas ältere Stewardess mit vollflächigen Armtattoo, die ausgesprochen lustig drauf war.

Montreal-Airport-Ankunftsinformationen

Chaotischer Transit in Montreal

Die Landung in Montreal war butterweich. Da wir in der vorletzten Reihe saßen, waren wir die letzten, die das Flugzeug verließen. Wir hatten zum Umsteigen jede Zeit der Welt, waren aber dennoch erstaunt über das allgemeine Chaos, das außerhalb des Flugzeuges herrschte. Die Leute für den Transit wurden einzeln rausgefischt und hinter eine Absperrung befördert. Dabei wurde der Boarding-Pass gescannt.

An der nächsten Schlange wurden wir wieder rausgeholt und durften nach zweimaligen scannen weiter. Dieser Vorgang vermittelte etwas von Chaos. Immer wieder wurden wir gescannt und hinter Absperrbänder gebracht, bis wir vor einem Automaten standen, wo wir Pässe und Boarding-Pass erneut scannen mussten. Heraus kam ein Zettel mit einer großen Drei darauf, den wir 5 m weiter in einen Briefkasten werfen mussten und wir wurden erneut gescannt. Dann endlich, nach dutzenden Scans, waren wir im internationalen Bereich der Gates (das eTa-Visum haben wir nirgendwo vorzeigen müssen). Gut organisiert fühlt sich anders an, sowas hätten wir eher in Kuba erwartet.

Vielleicht Corona?!

Während des Fluges hatte Mattis rumgeniest. Jetzt sitzt er mit Halsschmerzen und Kopfweh etwas bedröppelt in der Gegend und putzt ständig Nase. Corona hatten wir schon völlig verdrängt, wir haben weder Tests noch Masken dabei. Ich hatte noch kurz daran gedacht, aber im allgemeinen Packen dann vergessen. Mattis war vor der Abreise für eine Woche auf Klassenfahrt in Berlin. Schöner Mist, hoffentlich ist es nur eine normale Erkältung und sie lassen ihn in den Flieger nach Kuba bzw. ins Land.

Montreal-Airport-Juergen-Alex

Flug annulliert

Die Gates in Montreal erstreckten sich über mehrere Kilometer und wir fanden einen ruhigen Bereich, wo wir uns für ein paar Stündchen niederlassen konnten, bis unser Anschlussflug um 16:30 Uhr gehen sollte. Als wir später zu unserem endgültigen Gate umzogen, wurde das Boarding verschoben, weil die Crew sich verspätet hatte. Der Flieger  wurde munter vor unseren Augen beladen und irgendwann durften auch wir ins Flugzeug.

Ein Drittel, inklusive uns, saß schon im Flieger, als der Captain verkündete, dass wir wieder raus müssten, weil die Klimaanlage nicht funktionierte. Jürgen war gar nicht so traurig darüber, weil er mit seinen Knien press am Vordersitz andockte. Wir wurden angewiesen, das Gate zu wechseln und auf weitere Anweisungen zu warten, während sie sich um einen neuen Flieger kümmern wollten. Dummerweise mussten wir uns das Gate mit den Passagieren nach San José teilen, deren Flug völlig überbucht war. Immer wieder kam die Durchsage, dass sie Freiwillige suchten, die erst am nächsten Tag fliegen wollten, für eine Gutschrift.

Wir wurden wieder zu einem anderen Gate geleitet, wo uns gesagt wurde, dass wir jetzt unser Gepäck abholen dürften und der Flug gecancelt sei. Weitere Anweisungen kämen dann per Mail. Wir wurden mal hier und mal dorthin geschickt, bis dann an einem der Transportbänder tatsächlich unser Gepäck rauskam. Danach ging es zum Check-in.

Zwischenzeitlich informierten wir unsere Airbnb-Gastgeberin, dass sie mit uns heute nicht mehr rechnen bräuchte. Was für ein Glück, dass wir den Mietwagen erst morgen Nachmittag abholen sollten und wir im Vorfeld auch keinen Transport vom Flughafen nach Varadero gebucht hatten. 

Inzwischen kannte sich schon der halbe Flug untereinander und half sich weiter. Wir kamen mit einem holländischen Ehepaar und einer Familie ins Gespräch. Die Deutschen waren uns eher unsympathisch. Ein sehr stylischer kubanischer Musiker, wie aus dem Buena Vista Social Club entsprungen, nahm alles mit gelassener Ruhe hin, ganz anders eine englischsprechende Frau, die richtig auf den Putz haute, aber überhaupt nichts damit erreichte. Bewundernswert waren die Familien mit kleinen Kindern, die mit uns stundenlang in der Check-in Halle warteten. Keinen Mucks hörte man von ihnen und die traf es bestimmt am härtesten.

Montreal-Air-Canada-Checkin

Langes Warten auf ein Hotelzimmer

Irgendjemand verwies uns dann in eine lange Schlange, wo wir darauf warten sollten, dass ein Hotel für uns gebucht wurde. Beim Check-in war aber Hochbetrieb und keiner interessierte sich wirklich für uns, weil als erstes noch die Flieger, die abfliegen sollten, abgearbeitet werden mussten. Obwohl wir seit drei Stunden dort in der Schlange standen, tat sich erstmal gar nichts, komischerweise waren plötzlich Leute, die zuvor weit hinter uns waren, nun im inneren Bereich der Absperrung. So kam es dann auch, als die Abwicklung unseres Fluges erfolgte, dass wir als einer der letzten drankamen, und die flughafennahen Hotels schon alle belegt waren.

Im Nachhinein war dies aber ein Vorteil, denn wir erhielten ein 4,5 Sterne Hotel in der Stadtmitte, das Fairmont Queen Elisabeth Hotel. Man gab uns außerdem 6 Voucher à 15 kanadische Dollar, 2 Taxigutscheine und den Hotelgutschein. Da wir seit 8 Stunden nichts mehr gegessen hatten, bestellten wir im einzigen Restaurant beim Check-in etwas. Selten so schlecht und teuer gegessen! Nach 5 Bissen schmiss ich alles in den Müll. Jürgen und Mattis hatten Pizza, die wohl besser war. Im Ankunftsbereich fanden wir ein Taxi, dass den Voucher akzeptierte. Es raste auf dem Expressweg, der nur für Taxen und Busse war, in 20 Minuten in die Stadt.

Schlaflos im Fairmont Queen Elisabeth

Unser Hotel war der Hammer! Links die Notre Dame de Montreal und weitere imposante Bauten. Obwohl wir mit unseren Rucksäcken ziemlich deplatziert in der Lobby des Hotels waren, wurden wir mit ungeahnter Freundlichkeit empfangen. Das Zimmer hatte direkten Blick auf die Kathedrale und war sehr luxuriös. Nach einer kurzen Dusche verschluckte uns das gemütliche Bett kurz nach 22 Uhr, also 4 Uhr morgens deutscher Zeit.

Nach einem sehr kurzen Nickerchen war ich wieder wach. Mein Magen kreiselte und die Gedanken ebenso. Ich war mir nicht sicher, ob wir früh genug aufstehen würden, um zum Flughafen zu kommen, da die Angaben der Angestellten am Flughafen doch recht widersprüchlich waren. Als Jürgen mir zusagte, dass wir um 5 Uhr aufstehen werden, konnte sich mein Magen etwas beruhigen, aber der Schlaf war immer noch nicht auf meiner Seite, da Jürgen entweder schnarchte oder Mattis durch seine verstopfte Nase röchelte.

Montreal-Fairmont-Queen-Elisabeth-Hotel-Bad
Montreal-Sun-Life-Building
Scenic-World.net

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