Um nicht noch eine weitere Nacht in Medan verbringen zu müssen, blieb uns nichts anderes übrig, als sehr früh aufzustehen. Was für ein Glück war Alex schon seit halb drei putzmunter, denn ihr Handy war nur auf vibrieren gestellt und Jürgens Tablet dudelte zwar vor sich hin, war aber nicht zu hören, da der Wasserfall einfach zu laut toste. Obwohl es 5 Uhr morgens war, waren die Kinder leichter aus den Federn zu bekommen als Jürgen. Auch der Bedienstete aus dem Jungle Inn, der uns zum Taxi bringen sollte, hatte leichte Startschwierigkeiten. Nicht so der Iman, denn der sang schon fleißig sein Morgengebet.

Gechillt zum Flughafen

Obwohl die Straße immer noch beschissen war, kamen wir viel schneller voran, als jeder zuvor prophezeit hatte. Aber das lag vielleicht auch daran, dass wir uns nicht durch den Berufsverkehr quälen mussten, denn heute war Sonntag. Selbst Alex war gechillt, denn 4 Stunden vor Abflug am Flughafen anzukommen, reichte selbst ihr als Zeitpolster aus.

Medan - Flughafen

Beim Einchecken fragte Jürgen gleich nach den Exit-Seats, weil er in die normalen Sitze nicht reinpasst. Kuala Namu ist ein ganz neuer und moderner Flughafen, aber bei einem haben sie echt nicht mitgedacht bei der Planung: Wenn man durch sein Gate gegangen ist, dann landen alle wieder im selben Gang, von dem aus alle Flugzeuge zu erreichen sind. Da nichts ausgeschildert ist und die von ganz links nach rechts zum Flieger müssen und umgekehrt, weiß keiner, wo er hin muss. Wir sind mal den anderen hinterher, um gerade noch rechtzeitig festzustellen, dass wir (und noch zahlreiche andere) beinahe in den falschen Flieger gestiegen wären. Auf die Art und Weise kann man in einen beliebigen Flieger einsteigen und es fällt wahrscheinlich nicht weiter auf.

Anschlussflug knapp bekommen

Mit Lion Air haben wir in Bezug auf Abflugzeiten echt kein Glück, da wir mit einer Stunde Verspätung losflogen. Das hätte uns ja nicht weiter gestört, wenn wir einen Direktflug nach Yokjakarta gehabt hätten, aber so war unsere Unsteigezeit von einer Stunde, die wir zuvor noch hatten, schon bei Abflug aufgebraucht.

Auf jeden Fall hatten wir einen tollen Flug nach Batam, das liegt nur einen Steinwurf weit von Singapur entfernt. Unser Sitznachbar auf den Exit-Seats war ein sehr netter Moslem, der gut Englisch sprach und uns sehr interessiert ausfragte über unser Leben, Kultur und Religion, seinerseits aber auch viele Erklärungen gab zu Fragen, die wir über sein Land, Sitten und Bräuche hatten.

In Batam parkte unsere Maschine auf der allerersten Position und wir mussten bis zur letzten Position laufen, wo unsere Maschine nach Yogjakarta abfliegen sollte. Anscheindend ist man hier auf Verspätungen schon eingestellt, denn als wir den Kilometer oder mehr zurückgelegt hatten, war sie tatsächlich noch da und wir stiegen als Letzte in die Maschine ein. Mit der Hoffnung, dass es auch unsere Rucksäcke geschafft hatten, ihren Weg in die Maschine zu finden. Auch auf dem zweiten Flug hatte das mit den Exit-Seats geklappt, so dass es wieder ein entspannter Flug wurde.

Yogjakarta - Flughafen

Der Landeanflug auf Yogjakarta ist ziemlich spektakulär, weil man im Prinzip die Hauptverkehrsstraße langfliegt und meint auf irgendwelchen Häusern zu landen, bis man doch im letzten Augenblick die Landebahn sieht. Eine dunkelorange Sonne stand über dem Flughafen und tauchte alles in warmes Licht. Bis wir im Gebäude waren, war auch schon der Flieger ausgeladen, so schnell hatten wir noch nie unsere Rucksäcke!

Yogjakarta - Flughafen Ankunft

Am Flughafen selbst gibt es nur Unternehmen, die einem Autos in die Stadt für teuer Geld vermieten wollen, normale Taxis haben keine Parkbereich dort. Inzwischen war es stockfinster und wir mussten erstmal ein paar Meter laufen, um zur Hauptverkehrsstraße zu kommen, um dann mit einiger Mühe ein leeres Taxi in diesem dichten Verkehr zu finden. Dabei half uns aber ein netter Mensch und so fährt man dann plötzlich für einen Bruchteil des Preises.

Das von uns anvisierte Losemen war super schön, hatte aber nur noch ein sündhaft teures 4-Bettzimmer und unsere Suche im Viertel nach einer guten Übernachtungsmöglichkeit war jetzt nicht gerade von Erfolg gekrönt. Wir haben zwar die ein oder anderen freien 2- und 3-Bettzimmer gefunden, aber nichts, wo wir gerne 4 Nächte hätten bleiben wollen. Da wir inzwischen ziemlich platt waren, hatte der Manager ein Einsehen und vermietete uns das 4-Bettzimmer für 5 Leute. Die Kids hatten sofort zugesagt sich das große Doppelbett zu teilen, als sie den Wasserfall und den Pool im Atrium des Hotels gesehen hatten. Man gönnt sich ja sonst nichts…

Yogjakarta - Losmen Bladok Pool