Ecuador – Reisebericht

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Ecuador-Reisebericht

Kartoffelsack-Airlines

Ein Urlaub, der uns wie eine halbe Ewigkeit vorgekommen war, ging zu Ende. Wie bestiegen unseren Flieger nach New York mit Continental Airlines, um ganz unerwartet in Bogota zwischenzulanden. Wir mussten aus dem Flugzeug raus und wurden in den Duty-Free-Bereich verfrachtet. So hatten wir endlich die Gelegenheit, ein paar Kilo Kaffee zu kaufen. Um aber wieder ins Flugzeug zu gelangen, mussten wir drei Kontrollen mit kompletter Leibes- und Rucksackvisitation überstehen. Man wurde sehr unfreundlich, fast wie ein Drogenschmuggler behandelt.

Der Weiterflug nach Frankfurt war genauso lausig, wie der Hinflug. Nachts tropfte mir irgendwas von oben aus einem Lüftungsschacht in die Haare, was zu einer unkämmbaren Masse verklebte. Als ich mich auch noch beschwerte, ignorierte mich die Besatzung anschließend und verweigerte mir sogar das Frühstück. Danke Continental Airlines für den tollen Service – wie gut, dass es dich nicht mehr gibt!

Alarmstufe Orange in Quito

So richtig entspannend war die Nacht in Quito nicht, da für den Vulkan Pichincha immer noch Alarmstufe orange galt. Wenn er ausbrechen sollte, würde ein Schlammlawine durch die Altstadt rauschen. Um die wäre es aber echt schade, da sie recht nett ist.

Eine Stadt verteilt auf vielen Hügeln

Auf die Dauer ist das Laufen durch Quito doch sehr anstrengend, wegen der vielen Hügel und der Höhe (2850 m).

Vor einer Kirche wurden wir von einer Gruppe Jugendlicher taxiert, aber nach einem aufvordernden Blick zurück suchten sie sich ein anderes Opfer.

Quito
Quito
Quito
Quito

Mit dem Gedanken an den Vulkan im Hinterkopf verbrachten wir eine weitere unruhige Nacht. Wir waren froh, als wir sehr früh morgens zum Flughafen fahren konnten.

Endlose Busfahrt nach Quito über Jipijapa und Portoviejo

Am Morgen setzten wir uns auf die Straße. Irgendwann mal hielt dann der Bus nach Jipijapa. Die endlose Busfahrt war ein Alptraum! Wegen nicht existierender Stoßdämpfer sprangen wir bei jedem Hubbel aus den Sitzen. Da der nächste Bus nach Quito erst um 21 Uhr fahren sollte, beschlossen wir weiter nach Portoviejo zu fahren.

In Portoviejo fanden wir eine Verbindung nach Santo Domingo, wo wir um 19:30 Uhr gerade noch einen Anschlussbus nach Quito bekamen.

Es war schon wieder halb elf bis wir die Hauptstadt erreichten. Der Taxifahrer überredete uns, auch mal ins Hotel Vega einen Blick zu werfen. Der alte Kolonialbau mit Säuleninnenhof und toller Aussicht überzeugte uns. Wir hatten eh keine Lust mehr auf eine lange Zimmersuche und fielen bald erschöpft ins Bett.

Kompost-Klosetts in Alandaluz

Am nächsten Tag bekamen wir einen schönen Holzbungalow mit Doppel-Kompost-Klosett, sprich es gab zwei Klobrillen nebeneinander im Bad. Außerdem wurde in Alandaluz mit Baumrinde und Blütenblättern gespült! 

Die Hängematten in unserem Bungalow rundeten die ungewöhnliche Einrichtung ab.

Auch die Tiere schienen sich hier wohl zu fühlen. Ein 1 m langer Leguan sonnte sich und ein 60 cm großer Iguana verharrte stoisch auf dem Baum.

Alandaluz
Alandaluz
Alandaluz

Das Öko-Hotel Alandaluz

Weihnachten wollten wir im Öko-Hotel Alandaluz an der Pazifikküste verbringen.

Die Küste ist von El Niño stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Brücken waren weggespült und der Bus muss sich über schmale Panzerbrücken mühen. Ganze Landstriche war zerstört und hatten ihre Gestalt verändert.

Unsere Enttäuschung war groß, als im Alandaluz kein Baumhaus und auch keine Hütte mehr frei waren. Da es hier aber wunderschön war, nahmen wir das Angebot an, ein Zelt in einem idylischen Garten zu beziehen. So hatten wir einen wunderbaren Blick aus dem Zelt auf die meterhohen Pazifikwellen.

Als Weihnachtsmenü genossen wir Langusten. Der Speisesaal war eine irre Konstruktion aus ewig langen Bambusstangen. Sie bildeten das Gerüst für das Dach, welches mit Palmwedel gedeckte war. Kreuz und quer waren die Stangen miteinander verbunden. Uns machte es Spaß zum 10 m hohen Dachfirst zu schauen.

Alandaluz

Auf dem Dach zur Nariz del Diablo

Schon um 5:30 Uhr war das ganze Hotel wach. Unmengen von Traveller wollten auch eine Karte für den Zug nach Huigra ergattern. Dabei waren nicht die Plätze im Wagon von Interesse, sondern die auf dem Dach der Güterwagons.

Durch den eiskalten Morgen schnauft die Diesel-Lok und hüllte uns in schwarzen öligen Rauch. Je höher die Sonne stieg, und je tiefer wir kamen, um so heißer wurde es und die Schichten fielen, wie bei einer Zwiebel, von uns ab. In Alausi hielt der Zug und zum Frühstück gab es heiße Maiskolben mit Käse überbacken – lecker! Hinter Alausi ging es eine sehr kurvenreiche Strecke steil runter ins Tal, vorbei an der Teufelsnase – Nariz del Diablo. Mit mehreren Spitzkehren ging es mal vorwärts, mal rückwärts hinab. Es war so steil, dass es beim Blick über den Rand des Daches einem ganz flau im Magen werden kann. Es kam uns auch noch ein Schienenbus entgegen, in einer der Spitzkehren konnte der Bus dann an uns vorbei.

Zugfahrt Nariz del Diablo
Zugfahrt Nariz del Diablo
Zugfahrt Nariz del Diablo
Zugfahrt Nariz del Diablo
Zugfahrt Nariz del Diablo
Zugfahrt Nariz del Diablo
Zugfahrt Nariz del Diablo

Zug entgleist

Kurz vor dem ersten Tunnel gab es einen heftigen Ruck: ein Wagon war aus den Schienen gesprungen. Kein Wunder denn die starken Regenfälle des El Niño hatten an manchen Stellen das Gleisbett unterspült. Nach längerem Hin und Her konnte der Wagon wieder flott gemacht werden. In Huigra endete die Strecke, der Rest war zur Zeit unpassierbar.

Zugfahrt Nariz del Diablo

Fahrt auf dem Busdach

Die meisten fuhren mit dem Bus wieder zurück in die Berge, wir wollten aber weiter nach Guayaquil. Ein Bus dafür stand bereit, war aber bis auf den letzten Platz ausgefüllt. Zusammen mit einem holländischen Pärchen belaberten wir den Fahrer so lange, bis wir es uns auf dem Dach des Busses bequem machen durften. Es war nämlich der letzte Bus für die nächsten Tage und hier oben gab es weit und breit keine Unterkunft, selbst wenn, wer hätte hier schon Weihnachten verbringen wollen?!

In den Kurven drohten wir fast runterzufallen, aber die Aussicht war einfach grandios. Dummerweise waren viele Wasser- und Stromleitungen quer über die Straße gespannt und so fädelte ein Tisch ein, der vor uns auf dem Dach lag, und riss sich los und drohte das ganze Gepäck samt uns auf die Straße zu reißen. Unser Geschrei brachte den Bus noch rechtzeitig zum Stillstand.

Zugfahrt Nariz del Diablo

Als wir uns der Zivilisation näherten, mussten auch wir uns in den Bus reinpferchen – 24 Plätze für über 60 Leute! Aber nicht minder lustig ging es weiter. Wir teilten alle unser Essen miteinander und ein Plastikbeutel mit einer klaren Flüssigkeit wurde angepiekst, so dass jeder von dem Strahl trinken konnte (war hochprozentig). Nach 2 1/2 h mit abgeknicktem Kopf (Deckenhöhe < 1,6m) waren wir froh in Guayaquil auf einen Komfortbus nach La Libertad zu wechseln.

Um halb elf nachts suchten wir uns das beste Hotel am Platz, die Schlechten wollten wir lieber nicht kennenlernen. Zusammen mit den Holländern gingen wir noch einen Happen Essen. Der Wirt musste alle Zutaten erst noch einkaufen gehen.

Weihnachtskitsch am Fuße des Chimborazo in Riobamba

Majestätisch erhebt sich der Chimborazo über Riobamba. Als wir durch die Stadt liefen, gerieten wir mitten in einen Weihnachtsumzug, der stark an Karneval erinnerte.

Eigentlich dachten wir ja, dass wir dem deutschen Weihnachtstrubel entfliehen könnten. Leider haben wir dabei nicht bedacht, dass die Bevölkerung hier streng katholisch ist. Die Kirchen sind super kitschig dekoriert, mit viel Neonfarbe und Plastik. Selbst die Stämme der Palmen wurden weiß eingesprüht, aber vielleicht hatte das auch einen anderen Grund.

In einer lustigen holländisch-deutschen Runde verbrachten wir einen interessenten Abend im Hotel vor dem offenen Kaminfeuer.

Riobamba
Schuhputzer-Jungs
Indigene Kopfbedeckung
Chimboranzo hinter Kirche von Riobamba
Chimborazo
Tolle Architektur in Riobamba
Palme mit weißem Stamm

Fast Hitzschlag auf der Dschungeltour in den Amazonas

Am nächsten Morgen hatte Jürgen drei dicke eitrige Beulen am Arm, die ziemlich seltsam aussahen. Irgendein Drecksvieh hatte ihn wohl die Nacht über ausgesaugt. Eine bleibende Erinnerung an die Dschungeltour in den Amazonas.

Wie Tarzan schwangen wir uns mit Lianen durch den Dschungel. Sie hinterließen phosphoreszierenden Glibber auf unseren Trekkinghosen, der später auch nach mehrmaligen Waschen nicht mehr rausging. Wir sahen Urwaldriesen, mit Stämmen die unglaublich dick waren, auf denen sich unterschiedliche parasitäre Pflanzen niedergelassen hatten.

Das, was wir die ersten zwei Tage bergab gewandert waren, durften wir heute bergauf an einem Stück zurückhetzen. Die Hitze und Luftfeuchtigkeit setzte uns ziemlich zu. Fix und fertig warteten wir später an der Dschungelstraße auf einen Bus, der uns wieder nach Baños bringen sollte. Unser Übersetzer bekam einen gehörigen Schrecken, als wir in eine Polizeikontrolle kamen, weil sein Visum schon abgelaufen war.

Urwaldriese
Sandro vor Urwaldriese bei Dschungeltour in Amazonas
Jürgen spielt Tarzan
Dschungeltour
Kleines Äffchen

In Baños erholten wir uns von den Strapazen und ließen uns bei 50°C im lokalen Thermalbad weichkochen. Am Abend haben wir noch Sandró und Andrés zum Essen eingeladen und feierten die schönen Tage unserer Dschungeltour, die wir miteinander im Amazonas verbracht hatten.

Im Dschungel verlaufen

Die Nacht auf den harten Bambusstangen trieb uns schon früh raus. Die Sonne ging langsam über dem Regenwald auf und die Tiere erwachten und stimmten ihren Morgengesang an. Leckere Marmelade-Tortillas stärkten uns für den Marsch durch ein Flussbett. Eine Spinnengroßfamilie sonnte sich auf einem Felsen: handgroß, grau und langbeinig, ansonsten sahen wir nur ganz wenig Tiere.

Dschungeltour
Dschungeltour

Die Guides zeigten uns, in welche Richtung wir einen Wasserfall zum Duschen finden konnten und verschwanden im Unterholz. Als wir zurückkamen, waren die Rucksäcke weg  oder hatten wir uns verlaufen? Anfänglich machten wir noch Scherze darüber, dass wir ja wissen, welche Pflanzen wir evtl. Essen könnten, aber wir hatten noch nicht mal mehr ein Messer. Es war erschreckend, wie schnell man die Orientierung verliert, Wege die man sich vor 5 Minuten noch gebahnt hatte, waren einfach weg.

Uns fiel ein Stein vom Herzen, als wir auf der anderen Flussseite plötzlich Palmwedel langwandeln sahen. Die Guides hatten die Rucksäcke auf die andere Flussseite gebracht. Heute mussten wir unsere Behausung selbst bauen. Mit Lianen verknoteten wir ein paar dünne Bäume und legten, die, der Länge nach halbierten, Palmwedel drauf. So hatten wir unsere erste Dschungelhütte schnell fertig gestellt und gingen mit José auf die Suche nach Palmheart. Der fällte kurzerhand zwei 6 m hohe Palmen, um nur die Spitze mitzunehmen. So viel zum Thema Öko-Tourismus.

Nachdem wir noch lernten, wie man ein paar Sets aus Palmen bastelt und aus nassem Holz trotzdem ein Feuer entfacht. Es gab wieder ein vorzügliches Essen. Nur die Moskitos nervten gewaltig.

Dschungeltour
Dschungeltour
Dschungeltour

Mit Termiten-Lotion durch den Dschungel

Die Rücksäcke ließen wir wieder im Guesthouse und stiegen auf den Pickup, der uns ins Amazonasbecken  bringen sollte. Zu dieser frühen Stunde war es noch eiskalt, aber wunderschön. Mitten auf der schlechten Straße durch den Dschungel hielt der Fahrer. Eigentlich dachten wir, dass wir uns mit anderen Dschungeltour-Teilnehmern irgendwo treffen würden, aber Sebastian hat uns eine privat Tour organisiert. Was für ein Aufwand und nur für uns: der Kolumbianer Andrés unser Englisch-Spanisch Dolmetscher, der Englisch sich selbst beigebracht hat, Sandró unser Guide (Sebastians Neffe) und José unser Koch und Packesel, der nur Shuar sprach.

An der Dschungelstraße lag ihre kleine Community. Stolz zeigten sie uns die Schule, das Bad und die Gemüsegärten, bevor es über ein heißes Maisfeld zum Dschungel ging. Sandró erklärte uns viele Pflanzen, bald wussten wir aus welcher man im Ernstfall Wasser gewinnen konnte und was gegen Bauch- oder Kopfschmerzen hilft. Auch wenn der Griff in der Termitenhügel etwas Überwindung kostet, verrieben auf der Haut schützten uns die krabbeligen Tierchen vor Moskitostichen. Eine Frucht wurde zum kleinen Farbtopf und wir erhielten ausgehfertige Stammesbemalung. Nach einiger Zeit lernten wir die geliehenen Gummistiefel schätzen, da wir schienbeintief durch den Matsch stapften.

Dschungeltour
Dschungeltour
Dschungeltour
Dschungeltour

Nach 3 1/2 Stunden war unser Tagesziel schon erreicht, eine Wildhüter-Hütte mit Veranda, auf einer Klippe mit fantastischem Ausblick über den Regenwald. Über einen halsbrecherischen Weg gingen wir alleine zum Wasserfall, wo wir uns duschen konnten. Plötzlich wurde es dunkel und wir schafften es gerade noch den glitschigen Weg zurück, bevor es so richtig heftig losprasselte. Es war einfach nur genial den Regen runterrauschen zu sehen und danach zu erleben, wie der Regenwald wieder aus seiner Erstarrung erwachte.

Dschungeltour
Dschungeltour

Später gab es dann das beste Essen, dass wir bisher in Ecuador bekommen hatten. José hatte ein paar Fische gefangen und leckeres Gemüse dazu gemacht.

Wanderung durch die Berge bei Banos

Die erste fester Nahrung am Tag nach der Fiesta waren Aspirin. Um den Kreislauf wieder anzukurbeln, unternahmen wir einen kleinen Spaziergang, der sich bald als handfeste Andentour entpuppte. Über abenteuerliche Hängebrücken, vorbei an vielen Wasserfällen ging es, ohne ausreichend Trinkwasser, auf und ab durch die Berge. Leider fanden wir keine Brücke, die uns wieder auf die andere Seite brachte und so mussten wir den ganzen Weg wieder zurückmarschieren.

Banos
Banos
Banos
Banos
Banos

Ziemlich ausgehungert holten wir unsere Fotos ab und das ganze Fotostudio wollte wissen, wo sie gemacht wurden und waren ganz verzückt über die Schönheit ihres Landes und Peru.

Häuptling der Shuar-Indianer

Beim Versuch eine Dschungeltour zu buchen, lernten wir Sebastian Moya Häuptling der Shuar-Indianer kennen. Teilweise lebt er bei seiner Frau in Langen (also bei uns um die Ecke), hat am Senckenberg in Frankfurt gearbeitet und in London studiert. Er kämpft gegen die Ausbeutung der Indianer im Amazonasbecken und versucht durch Patente, das Jahrhunderte alte Wissen der Indianer über Pflanzen in der Medizin zu bewahren und deren Existenz dadurch zu sichern. Ein hoffnungsloser Kampf ‘ David gegen Goliath’. Auf jeden Fall organisierte er uns eine Öko-Dschungeltour.

Fahrradtour nach Rio Verde

Wir liehen uns ein paar Räder, um runter nach Puyo zu fahren. Leider kamen wir auf der Schotterpiste nur schlecht voran. Etwas brenzlig war es im Tunnel, da wir kein Licht hatten und die Laster den kompletten Platz benötigten. Abkühlung kam von oben, in Form eines Wasserfalls, der mitten auf die Fahrbahn stürzte. In Rio Verde brachen wir die Tour ab und besichtigen den 1,5km entfernten Wasserfall, der über eine hohe wackelige Hängebrücke erreichbar war. Zum nächsten Wasserfall gelangt man, wenn man sich zu diesem abseilt.

Beinahe verpassten wir unserer Mitfahrgelegenheit  – ein Pickup, der mit 10 Personen, 6 Fahrrädern und 3 Kajaks loszuckelte. Dummerwiese hatten wir in der Hektik die Helme liegen lassen, aber gegen etwas Bezahlung, fuhr der Pickup-Fahrer nochmal zurück und gab sie im Fahrradgeschäft ab.

RadtourRioVerde(1)
RadtourRioVerde(1)
RadtourRioVerde(1)
RadtourRioVerde(1)

Fiesta in Baños

Als wir unsere Reise geplant hatten, hatten wir gelesen, dass irgenwann vor Weihnachten eine Fiesta in Baños sein sollte. Dorthin wollten wir, weil es ein guter Ausgangspunkt für Dschungeltouren runter in das Amazonasbecken sein sollte.

Die Busfahrt Cuenca nach Riobamba führte über die Pan Americana, die stellenweise ohne Aspahltschicht auskommen musste und da wundert es nicht, wenn sie bei stärkeren Regen unbefahrbar wird. Anfangs ging die Fahrt über den Woken, mit schönen Aussichten, später versank um uns alles im Weiß. Ralley-Fahrzeuge überholten uns mit viel Lärm und Getöse.

Die Weiterfahrt nach Baños, zwischen Geflügel und Gemüse war wie aus dem Bilderbuch: Grüne sonnige Hänge, fantastisches Bergpanorama und ein Fluss, der sich die Straße lang schlängelte. Im Hintergrund der Vulkan Tungurahua mit etwas mehr als 5000 m Höhe.

Banos
Banos
Banos

Als wir in Baños ankamen wurden gerade zwei Bühnen auf dem zentralen Platz aufgebaut. Wir hätte nie gedacht, dass wir es doch noch rechtzeitig zur großen Fiesta nach Baños schaffen würden. Um so schöner war es, unverhofft dabeisein zu dürfen.

Gegen Abend füllte sich der große Platz und die Einheimischen tanzten Salsa auf der Straße. Die zwei Bands spielten bis tief in die Nacht und dazu gab es Rum mit heißem Fruchtpunsch.

Am späten Abend adoptierte uns eine ecuadorianische Großfamilie und unzählige Tabletts mit dem leckeren Gesöff machten die Runde. Obwohl wir nicht gut genug Spanisch sprachen und sie ebenso gut Englisch, hatten wir trotzdem keine Verständigungsprobleme, dafür aber jede Menge Spaß miteinander.

Es war gar nicht so einfach wieder ins Hotel zurück zu finden. Der Punsch hatte uns die Orientierung leicht vernebelt. Da es schon weit nach Mitternacht war, mussten wir fast schon einbrechen, weil die Zufahrt mit einem Gittertor verschlossen war.

Mord am Fluss in Cuenca

Am nächsten Morgen weckte uns das geschäftige Treiben auf dem Marktplatz. Nachdem wir die Sehenswürdigkeiten von Cuenca besichtigt hatten, unter anderem sind wir mitten in einer Panamahut-Produktion gelandet, saßen wir am Fluss und genossen Mangos in der Sonne. Das Essen verging uns, als wir mitbekamen, dass auf der anderen Flussseite die halbnackte Leiche eines Weißen lag. Plötzlich fühlten wir uns in Cuenca gar nicht mehr so sicher, denn es sah nach Mord aus.

Cuenca(5)
Cuenca(5)
Cuenca(5)
Cuenca(5)

Zu Fuß über die Grenze von Peru nach Ecuador

Hier geht es zum Anfang des Peru-Reiseberichts…

Pünktlich um 6 Uhr morgens klingelte das Taxi. Geschickt timte der Fahrer, dass wir den billigen Minibus zum Flughafen verpassten. Von Juliaca nach Cusco lief es problemlos, aber wegen ‘heavy traffic’ starteten wir verspätet. Es ist noch ein Flugzeug vor uns und das Wetter kann in den Anden schnell kippen.

In Lima hatten wir nur 30 min, um unser Gepäck zu finden, neu einzuchecken, Depature-Tax zu zahlen und Geld zu holen. Aber es klappte wunderbar und wir landeten in Tumbes – Nähe der ecuadorianischen Grenze. Das Gepäck wird auf einen Tisch geworfen und sofort wird man von Moneychangern bedrängt. Zum Glück wusste Koos, unser neuer holländischer Freund, den ungefähren Wechselkurs und so wollten wir ein paar Dollar tauschen, um Gebühren bezahlen zu können. Hier ist man gut dran, wenn man Kopfrechnen kann: der Geldwechsler rechnete uns den zu tauschenden Betrag auf dem Taschenrechner aus und als wir stutzig wurden, sollten wir es auch selbst mit dem Taschenrechner nachrechnen. Der Taschenrechner war aber manipuliert und es kam immer ein deutlich falsches Ergebnis – natürlich zu unseren Ungunsten – heraus. Wir rechneten im Kopf das richtige Ergebnis aus und tauschten erstmal nur 20 $ in ecuadorianische Währung. Hin und wieder bekommt man nämlich auch mal Falschgeld untergejubelt und unser Vertrauen in den Geldwechsler war begrenzt.

In Huaquillas über die Grenze nach Ecuador

Mit einem alten Ford Mustang fuhren wir zusammen nach Aquas Verdes, wo wir die 3 Stationen für die Ausreiseformalitäten hinter uns brachten. Anschließend brachte uns das Taxi in das verdreckte Rattennest Huaquillas. Nach einem kurzen Fußmarsch durch die matschigen Straßen erreichten wir die Brücke nach Ecuador. Ein kleiner Peruaner wollte uns in die falsche Richtung schleusen. Nicht selten werden hier Traveller ausgeraubt, deswegen machten wir uns lieber auf eigene Faust auf die Suche. Logischerweise haben wir hier unsere Kamera nicht rausgeholt, das war uns wirklich zu heikel.

Nach einer weiteren 4 km langen Taxifahrt, fanden wir das Immigration-Office und durften uns nun offiziell in Ecuador aufhalten. Natürlich könnte man auch ohne die Immigration in das Land einreisen, schon allein, weil das Büro nur schwer zu finden ist. Aber davor kann man nur warnen: in regelmäßigen Abständen wird jeder Bus angehalten und alle Ausländer müssen aussteigen, sich registrieren lassen und ihre Pässe vorzeigen, wo die Stempel genauestens kontrolliert werden.

Bedingte Freundlichkeit in Machala

In Peru herrschten die Slums vor. Aber hier in Machala geht es richtig zivilisiert zu. Die Freundlichkeit lässt aber echt zu wünschen übrig: Auf die Frage nach dem Busterminal, ignorierten uns die Leute einfach. Aber irgendwann stolperten wir drüber.

Der Bus nach Cuenca sollte 4 1/2 Stunden brauchen. Wir nahmen die Sitze in der ersten Reihe, damit wir etwas von der Landschaft mitbekommen. Hätten wir das doch mal besser gelassen! Die Strecke führte über erschreckend schlechte Straßen durch die Anden. Direkt neben steilen Abgründen ohne jede Absicherung und unser Fahrer schaffte die Strecke in halsbrecherischen 3 1/2 Stunden. Dennoch war es finstere Nacht, als wir unser Hotel am Marktplatz erreichten. Um 23 Uhr ist die Stadt wie ausgestorben.

Hier geht es weiter mit dem Ecuador-Reisebericht…

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